22:32

VPS 22:35

DEU

Stereo

16:9

Länge: 49min

UT

tv.ORF.at/universum

Anl. d. 100. Geb. v. Nelson Mandela am 18.7.2018: In 3 Teilen:

Universum History

Kap der Stürme – Land der Hoffnung – Teil 1: Kampf der Kulturen

Südafrika – ein Land der extremen Gegensätze, unermesslich reich an natürlichen Ressourcen, atemberaubenden Landschaften und lebendiger Kultur. Doch es ist auch ein Land, das eine blutige Geschichte hinter sich hat – eine Geschichte von Auseinandersetzungen zwischen der Urbevölkerung und neuen Siedlern, zwischen Einheimischen und einer Kolonialmacht und schließlich den Siedlern untereinander.

Letztendlich war es fast ein halbes Jahrhundert geprägt von einer staatlich verordneten Apartheid. Auch wenn die Grausamkeit dieses Systems vor allem im Bewusstsein der farbigen Bevölkerung noch immer präsent ist, hat sich Südafrika in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer offenen Regenbogen-Nation entwickelt. Das war Ideal und Wunsch von Südafrikas Nationalhelden und Langzeitpräsidenten Nelson Mandela, dessen Geburtstag sich am 18. Juli zum 100. Mal jährt. Die dreiteilige „Universum History“-Dokumentation „Kap der Stürme – Land der Hoffnung“ von Judith Völker (Bearbeitung: Josef Peter Glanz) zeigt dazu ab Freitag, dem 6. Juli, jeweils Freitag um 22.35 Uhr in ORF 2 Südafrikas Weg vom Kap der Stürme zu einem Land der Hoffnung. Der erste Teil, „Kampf der Kulturen“, beginnt mit der Ankunft der weißen Siedler, dokumentiert die vorerst friedliche Koexistenz und die folgenden blutigen Kämpfe ums Land. Teil 2 und 3 folgen am 13. bzw. 20. Juli.

(c)ORF/ZDF

Nach der Umrundung des Kaps durch Bartolomeu Diaz 1488 wird die Südspitze Afrikas regelmäßig von europäischen Schiffen angelaufen, um auf der indischen Seeroute Wasser und frische Lebensmittel aufzunehmen. Europa kolonialisiert immer weitere Teile der Welt, die Vereinigte Ostindische Kompagnie VOC, die als Handelsmacht den Indischen Ozean beherrscht, benötigt dringend eine Zwischenstation auf dem Seeweg nach Indien. Am 6. April 1652 erreicht Jan van Riebeeck im Auftrag der VOC die Tafelbucht. Er lässt ein Fort errichten und Gemüsegärten anpflanzen. Er muss seinen Auftraggebern Rechenschaft ablegen und führt Tagebuch – ein einmaliges Dokument, das Einblick in die Entwicklung der kleinen Siedlung am Kap gibt. Das Zusammentreffen mit den Einwohnern am Kap, den Khoi, verläuft zunächst friedlich. Die Khoi sind nomadische Viehhalter, einige leben vom Fischfang – es entsteht ein reger Tauschhandel. Einige treten als Dolmetscher in die Dienste der Fremden, so auch die junge Krotoa. Der Film dokumentiert ihren Weg von den Anfängen als Übersetzerin im Hause der Riebeecks bis zu ihrer Verlobung mit einem Weißen.

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Gemüseanbau und Tauschhandel allein können die Versorgung am Kap nicht sichern. Es herrscht Ressourcenmangel. Van Riebeecks stellt Mitarbeitern der Ostindischen Handelskompagnie Land zur Verfügung, um Getreide anzubauen. Es entsteht eine neue Gesellschaftsgruppe am Kap: die Freibürger. Von den Menschen, die im Rest des Landes leben, wissen die Holländer nicht viel. Es sind die San, die seit Urzeiten als Jäger und Sammler in Südafrika leben. Sie haben beeindruckende Zeugnisse ihrer Welt in den Drakensbergen hinterlassen: mehr als 2.000 Jahre alte Felsmalereien. Mit dem Archäologen Ben Smith, dem Direktor des Rock Art Research Institute Johannesburg, nähert sich der Film der geheimnisvollen Symbolik der Felszeichnungen an.

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Die ständig steigenden Gebietsansprüche der Siedler wecken den Widerstand der Khoi, die um ihre Weidegründe fürchten. Es kommt zum offenen Kampf mit den Europäern. Die Khoi beginnen, sich ihr vorher eingetauschtes Vieh zurückzuholen. Die ersten Zäune entstehen, es folgen zahllose Grenzkriege. Die Khoi werden immer wieder von den Weißen besiegt. Es herrscht auch Mangel an Arbeitskräften am Kap. 1658 werden die ersten Sklaven aus Angola, Madagaskar und Mozambique nach Südafrika verschifft. Transporte aus Indien, Ceylon und Indonesien folgen. Die Ausgebeuteten begründen den wirtschaftlichen Aufschwung der Kolonie. Riesige Weingüter entstehen. Die niederländischen Bauern und Viehhalter drängen immer weiter in das Landesinnere vor, das ganze Umland Kapstadts wird systematisch besiedelt. Doch die Geschichte nimmt eine jähe Wendung: Während der Napoleonischen Kriege besetzen die Briten die Kolonie am Kap, um den Franzosen zuvorzukommen. Eine neue Ära beginnt.

Historikerinnen und Archäologen deuten in der Dokumentation die Ereignisse, Dokumente und historischen Quellen und zeichnen ein ausgewogenes Bild der komplexen Geschichte Südafrikas.

Die Sendung ist nach der Ausstrahlung noch 7 Tage lang
in der TVthek als Video-on-Demand zum Nachsehen abrufbar.

(2. Teil am 13. Juli, ORF 2)