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GBR

Stereo

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Länge: 44min

UT

Wiederholung vom
17.04.2018, 20:15

tv.ORF.at/universum

Universum

Mit den Augen der Tiere – Zwischen Ozean und Wüste

Ganz gleich ob versteckt in weit verzweigten Erdhöhlen oder weit draußen im Ozean: Tiere verbringen die meiste Zeit ihres Lebens an Orten, die dem Menschen unzugänglich sind. Ausgestattet mit speziellen Kameras ermöglicht der neue UNIVERSUM-Zweiteiler nun noch nie gesehene Einblicke in den Tier-Alltag.

Im ersten Teil können die Zuseher und Zuseherinnen einem Erdmännchen-Weibchen in die unterirdische Höhlenwelt der Kalahari-Wüste zu ihren neugeborenen Jungen folgen. Eintauchen heißt es ferner bei den fesselnden Unterwasseraufnahmen der Pinguine vor den Küsten Argentiniens. Die Bilder zeigen, mit welch atemberaubender Geschwindigkeit Pinguine Fischen nachstellen und Geparden in der namibischen Savanne auf Hetzjagd gehen.

(c) ORF/BBC/Gordon Buchanan

Geparden sind die schnellsten Landsäugetiere auf dem Planeten, aber sie sind auch die am meisten gefährdeten. Namibia, ist eine ihrer letzten Hochburgen.

Hitze und Kälte, Staub und Schlamm – Naturdokumentarfilmer und Naturdokumentarfilmerinnen müssen oft unwirtliche Bedingungen in Kauf nehmen, um das Verhalten von Tieren aus nächster Nähe einfangen zu können. Wie aber wirkt die Welt aus der subjektiven Sicht der Tiere? Wie leben sie an Orten, an die sie sich zurückziehen und wohin der Mensch ihnen nicht folgen kann? Um diesen Geheimnissen auf die Spur zu kommen, werden Tiere für die neue BBC-Dokumentation "Mit den Augen der Tiere" mit eigens angefertigten, robusten Minikameras ausgestattet. Dieses Filmmaterial liefert vor allem der Verhaltensforschung neue Einblicke in bislang unbekannte Bereiche des Tier-Alltagslebens.

(c) ORF/BBC/Isabel Rogers

Mini-Cam Experte Chris Watts probiert seinen Prototypen an 'Pride', einem Geparden in der 'Harnas Wildlife Foundation', aus.

Seit 1993 gibt es am Rande der südafrikanischen Kalahari ein Erdmännchen-Forschungsprojekt der Universität Cambridge. Es soll einen Beitrag zum besseren Verständnis des sozialen Zusammenlebens der possierlichen, flinken Raubtiere leisten. Erdmännchen leben in Gruppen von bis zu 30 Individuen, geführt von einem dominanten Weibchen. Was den Langzeitforschern bislang verwehrt blieb, war der Blick in die verwinkelten Höhlensysteme der Erdmännchen. Ausgestattet mit einer Miniaturkamera um den Hals, führt das dominante Weibchen in die verschlungenen Gänge im Wüstenboden. Erstmals gibt es nun Bildmaterial von frisch-geborenen Erdmännchen und ihrem Verhalten. Auch die Gruppendynamik in der gemeinsamen Schlafkammer liefert ein anderes Bild, als bisher angenommen: die strenge soziale Hierarchie im Zusammenleben bei Tag scheint bei der Nachtruhe unter der Erde keine Bedeutung zu haben.

(c)  ORF/BBC/Gordon Buchanan

Diese Erdmännchen sind nur wenige Wochen alt. In den ersten 2-3 Wochen ihres Lebens bleiben sie unter der Erde, diese bisher unerforschte Phase ihres Lebens hat das 'Kamera-Erdmännchen' zum ersten Mal in der Wildnis gefilmt.

Die Welt aus der Sicht eines jungen Schimpansen eröffnet sich im "Sanaga Yong Chimpanzee Rescue Centre" in Kamerun. Hier werden verwaiste, verletzte oder einst in Gefangenschaft gehaltene Schimpansen für ein selbstbestimmtes Leben in den dichten Wäldern Kameruns vorbereitet. Die Betreuer und Betreuerinnen des Zentrums übernehmen, soweit möglich, die Rolle der fehlenden Muttertiere, um den jungen Schimpansen Fertigkeiten beizubringen, die für ein eigenständiges Überleben im Dschungel notwendig sind: wo findet man Futter, was ist fressbar, welche Gefahren gibt es. Doch eines können die menschlichen 'Rolemodels' nicht: ihren Schützlingen in die Baumkronen folgen, um herauszufinden, ob die jungen Schimpansen das Gelernte auch im Alleingang umsetzen können. Das Bildmaterial der Spezialkameras liefert Überraschendes.

(c) ORF/BBC/Gordon Buchanan

Schimpansin 'Kimbang' inspiziert ihre Kamera und das Gurtzeug. Es wurde aus einem Autoreifen hergestellt und mit Klettverschluss befestigt, damit Kimbang es leicht entfernen konnte, wenn sie es wollte.

Patagonien ist die Heimat hunderttausender Magellan-Pinguine. Die geselligen Vögel kennen keine Scheu vor dem Menschen – ideale Bedingungen für Wissenschaftler, die hier seit 20 Jahren unter Führung des Biologen Rory Wilson forschen. In manchen Jahren sterben an den Küsten Argentiniens mehr als die Hälfte aller Jungtiere. Die Minikamera bringt die Forscher und Forscherinnen jetzt auf eine mögliche Spur dieses Rätsels. Denn die Minikamera dokumentiert nun erstmals lückenlos die Futtersuche der Magellan-Pinguine.

(c) ORF/BBC/Ester de Roij

Ein Magellan-Pinguin mit einer Miniaturkamera ausgestattet in der Kolonie Cabo dos Bahias in Argentinien.

Wie Erdmännchen durch stockfinstere Erdtunnel wandeln oder Pinguine durch den Ozean tauchen – die Spezialkameras des Experten Chris Watts fördern es zu Tage. Sie sind nach wissenschaftlichen Erkenntnissen angefertigt: wie bewegt sich das Tier, wo befindet sich der ruhigste Punkt am Körper beim Laufschritt, welche Materialien entsprechen den klimatischen Bedingungen. Die ungewöhnlichen Blickwinkel vermitteln dem Zuseher und der Zuseherin ungeahnte Einblicke und verschaffen der Wissenschaft völlig neue Perspektiven.


Buch und Regie: Anne Sommerfield, Clare Dornan und Gillian Taylor
Deutsche Bearbeitung: Doris Hochmayr

(c) ORF/BBC/Ester de Roij

Zwischen Wildnis und Zivilisation,
den 2. Teil des neuen Zweiteilers
Mit den Augen der Tiere,
zeigt UNIVERSUM am 24. April um 20.15 Uhr in ORF 2.

(c)  ORF/BBC/Isabel Rogers

Die Sendung ist nach der Ausstrahlung noch 7 Tage lang
in der TVthek als Video-on-Demand zum Nachsehen abrufbar.