23:14

Dokumentation

VPS 23:15

AUT 2018

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 55min

UT

Wiederholung am
20.02.2018, 02:31

tv.orf.at/kulturmontag

kulturMontag

Egon Schiele

(c) ORF

Neben Gustav Klimt, Otto Wagner und Koloman Moser gedenkt die Kunstwelt im Lauf des heurigen Jahres vor allem des österreichischen Malers Egon Schiele, der – so wie die genannten Künstler – 1918 gestorben ist. Aus Anlass des 100. Todestages und im Auftrag von ORF und ARTE gestaltete Regisseur Herbert Eisenschenk eine neue Filmdokumentation.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Spielszene Wally Neuzil und Egon Schiele

Diese spürt- abseits der bloßen biografischen Betrachtung des Künstlers Schiele - auch dem Zusammenhang zwischen der kompromisslosen Unbedingtheit in der Kunst und dem moralischen Verhaltenscodex der Gesellschaft nach.

Egon Schieles wesentlichste Schaffensphasen fielen in die Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges und fanden ihr jähes Ende wenige Wochen vor dem Zusammenbruch der k.&.k. Monarchie. In diesem engen Zeitraum war die Aufbruchsstimmung der Industrialisierungsjahrzehnte einer europaweiten Erstarrung gewichen. Viele Menschen fanden Zuflucht im Okkultismus und in übersinnlichen Ereignissen und selbst die Wissenschaft tauchte augenscheinlich immer mehr in die ominöse Welt des Unsichtbaren und Unbegreiflichen ein – wie die Erfindung und Verwendung von Röntgenstrahlen, die gleichermaßen verunsicherte und faszinierte. Viele dieser gesellschaftlichen Ereignisse und Entwicklungen fanden in Egon Schieles Werk ihren Niederschlag.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Ausstellungsvorbereitung - Albertina

Die Entlarvung und Demaskierung der Gesellschaft durch Persönlichkeiten wie Sigmund Freud und Arthur Schnitzler vermittelte zum ersten Mal einen unmittelbaren Einblick in das Verborgene, Verbotene und Verschwiegene der menschlichen Sexualität. Schnitzler, Freud und Schiele zerrten das bis dahin nicht Benennbare und das nicht Auszusprechende ans Licht. Der Maler Schiele beschritt am nachhaltigsten diese Zonen des Verbotenen, da er sich selbst mit seiner Kunst zu "therapieren" versuchte.

Im vorliegenden Porträt bilden die biografischen Eckdaten Egon Schieles den roten Faden, namhafte Persönlichkeiten und Kunst-Experten vertiefen die verschiedenen Erzählstationen und Darstellungsebenen über Schieles Leben, Werk und Gegenwart zwischen Wien, Paris, Neulengbach, Tulln und Krumau.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Schielehaus in Krumau

In reduzierter Form wurden für diese Produktion Spielszenen entwickelt und sogar der Zeichenvorgang Egon Schieles durch die Mitwirkung eines in Wien lebenden amerikanischen Kunststudenten explizit festgehalten. Er besitzt - laut Auskunft seines Professors an der Akademie der bildenden Künste – sogar die seltene Eigenschaft, mit einem "Strich wie Schiele" zu zeichnen.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Spielszene Egon Schiele und Model

Die im Film verwendeten Zeichensequenzen mit sichtbaren Modellen verfolgen aber keine historisierende Absicht, sondern wollen – abseits der Expertenmeinung – vor allem die spirituelle und tiefenpsychologische Komponente in Schieles Malerei symbolisch verdeutlichen.

Heute zählt Egon Schieles Werk zum Teuersten, was am internationalen Kunstmarkt gehandelt wird. Aber, das von ihm Dargestellte vermag immer noch zu verunsichern und zu polarisieren.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Klaus Albrecht Schröder - Albertina

Im Film äußern sich namhafte, international tätige Kunsthistoriker, Sammler und Museumsdirektoren, die mit verblüffend persönlicher Offenheit dem Rätsel Schiele gegenübertreten: darunter Jane Kallir (Schiele-Expertin, New York), Elisabeth Leopold (Leopold Museum), Alessandra Comini (Kunsthistorikerin, Houston), Jean Clair (Kunsthistoriker, Paris), Gottfried Helnwein (Künstler), Klaus Albrecht Schröder (Albertina), Johann Feilacher (Psychiater, Leiter Haus der Künstler, Gugging), Christian Bauer (Schiele-Experte) und andere.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Elisabeth Leopold - Leopoldmuseum

Die Schauspielerin Anna Novak schlüpfte für die Spielszenen in die Rollen von Gerti Schiele, Wally Neuzill und Edith Schiele.

(c) ORF/meta film/Helmut Wimmer

Anna Novak als Edith Harms

Buch und Regie
Herbert Eisenschenk