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AUT

Stereo

16:9

Länge: 44min

UT

Wiederholung vom
31.12.2017, 17:09

tv.ORF.at/universum

Universum

Kitz & Co. - Die Kunst des Verschwindens

Warum hat ein Rehkitz weiße Flecken – und warum verschwinden diese, wenn es älter wird? Wieso sind Frischlinge gestreift, erwachsene Wildschweine aber nicht?
'Somatolyse' lautet der Fachbegriff – ein Wort aus dem Griechischen, das "Auflösung des Körpers" bedeutet. Es bezeichnet ein Phänomen, das viele Jungtiere in ihren ersten Lebenswochen schützt, denn es wirkt wie eine 'Tarnkappe'.

© ORF/Kurt Mündl Film/Franz Cee

Ein Rehkitz kann sich gegen Feinde nicht wehren, es muss möglichst unauffällig sein.

Rehgeißen lassen ihre Jungen oft über viele Stunden alleine. Das Kitz ist noch nicht stark genug um seiner Mutter zu folgen, diese aber muss genug Nahrung finden um Milch für das Junge produzieren zu können. Die einzige Waffe des kleinen Rehs ist, für Feinde quasi 'unsichtbar' zu sein. Ein Fell mit weißen Flecken inmitten einer Wiese voller Löwenzahn oder Gänseblümchen scheint da keine schlechte Strategie zu sein.

© ORF/Kurt Mündl Film/Franz Cee

Die weißen Flecken lassen die Konturen des Kitzes verschwimmen.

UNIVERSUM-Regisseur Kurt Mündl begleitet in seinem neuen Film das Heranwachsen eines Rehkitzes.
Kitz & Co – Die Kunst des Verschwindens zeigt, wie Tierkinder das Versteckspiel im Wald meisterlich beherrschen, und welche ausgefeilten Tarnstrategien ihnen das Überleben in der Natur sichern sollen. Denn oft sind es gerade die Wehrlosen, die es meisterlich verstehen, nicht aufzufallen. Manche tragen ihre 'Tarnkappe' nur in den ersten Lebensmonaten, andere ein Leben lang.

© ORF/Kurt Mündl Film/Franz Cee

Ein braunes Feldhasenjunges ist keineswegs einfärbig.

Überraschend viele Tierarten nutzen die Tarnung mittels Somatolyse:
Der Feldhase etwa ist ein Meister der Tarnung, obwohl er eigentlich nur ein schlichtes, braunes Haarkleid trägt. Doch dieses hat so feine Hell- und Dunkel-Nuancen, dass man Hasen-Babys oft aus einem Meter Entfernung nicht erkennen kann.
Frischlinge, die in ihrer Jugend gestreift sind, verlieren diesen Schutz mit dem Erwachsenwerden. Doch – wie bei den jungen Rehen – hat dieser evolutionäre Vorteil ausgereicht, die Art über Jahrtausende zu erhalten.

© ORF/Kurt Mündl Film/Franz Cee

Auch die Streifen der jungen Wildschweine sind ein Schutz vor Fressfeinden.

Kitz & Co – Die Kunst des Verschwindens zeigt Tarnungs- Phänomene aber nicht nur bei Säugetieren: Auch Wachtel oder Habicht profitieren von der speziellen Musterung ihres Federkleides, um in ihrem Lebensraum so wenig wie möglich aufzufallen. Man kann dieses Phänomen sogar bei Insekten beobachten – wie zum Beispiel beim Großen Wiener Nachtpfauenauge – dem größten Schmetterling Mitteleuropas, der mittels Nachahmung von Flecken und Mustern besser durchs Leben kommt.

© ORF/Kurt Mündl Film/Kurt Mündl

Das Nachtpfauenauge ist vom Baumstamm nur schwer zu unterscheiden.

Wesentlich ist bei allen 'Verschwindungs-Künstlern' auch entsprechendes Verhalten: Bei drohender Gefahr völlig reglos zu verharren ist Teil der Überlebensstrategie. Nur dann schützt die an die Umgebung angepasste Färbung wirklich. Das starre Liegenbleiben ist übrigens angeborenes Verhalten, die Tiere müssen es nicht lernen.

© ORF/Kurt Mündl Film/Franz Cee

Gut getarnt ist der Habicht für seine Beute nicht zu erkennen.

Kurt Mündl hat für diesen Film in Niederösterreich, Oberösterreich, Wien, der Steiermark, Tirol, dem Burgenland und Kärnten gedreht.
Kitz & Co – Die Kunst des Verschwindens ist eine Koproduktion von ORF und Power of Earth Productions, mit Unterstützung der Filmförderung des Landes NÖ.

Regie: Kurt Mündl

© ORF/Kurt Mündl Film/Franz Cee

Die Sendung ist nach der Ausstrahlung noch 7 Tage lang
in der TVthek zum Nachsehen abrufbar.