20:15

VPS 20:15

AUT

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 47min

UT

Wiederholung am
15.11.2017, 01:56

tv.ORF.at/universum

2. Teil:

Universum

Universum-Dreiteiler: Brahmaputra – Der große Fluss vom Himalaya – Teil 2: Indien – Aus der Schlucht in die Ebene

Brahmaputra – Yarlung Tsangpo – Jamuna: Vielfältig sind die Namen dieses gigantischen Flusses, der das Leben einer Milliarde Menschen, nördlich des Himalaya auf dem tibetischen Plateau, und südlich auf dem indischen Subkontinent bestimmt.

© ORF/ Pre TV

Der Riesenstorch erreicht zwei Meter Flügelspannweite.

"Der große Fluss vom Himalaya" ist ein Verwandlungskünstler:

Als zunächst unscheinbarer Abfluss des Angsi-Gletschers hat er sich als Yarlung Tsangpo im tibetischen Hochland zum reißenden Gebirgsfluss entwickelt. Doch erst die große Schlucht macht ihn zum Brahmaputra - sie verbindet China mit Indien und bringt das eisige Gletscherwasser in ein mildes Land voller Artenreichtum.

© ORF/ Pre TV

Ein Roter Panda beobachtet die Dreharbeiten aus sicherer Entfernung.

In diesem Abschnitt passiert der mächtige Fluss die geheimnisvollen Bergwälder der Roten Pandas und der Goral-Ziegen an den Südhängen des Himalaya-Gebirges. Bevölkert wird dieses Land von den Adi, den Menschen der Berge. Sie leben als naturverbundene Fischer direkt am Strom – vom und mit dem Brahmaputra. Danach gibt es nur noch Ebene: Sand und Schlick, über Jahrmillionen abgetragen von den höchsten Gipfeln der Welt und hierher gebracht vom Brahmaputra. Assam ist ein fruchtbares Tal auf einer Länge von fast 1.000 Kilometern. Stellenweise ist der Fluss nun zehn Kilometer breit, Lebensspender und Landschaftszerstörer zugleich.

© ORF/Pre TV

Frauen bei der Reisernte.

Auch der Mensch hat in diese Landschaft eingegriffen: Die mächtigen Tee-Bäume sind vielerorts riesigen Plantagen mit Tee-Sträuchern gewichen, und die einstige Artenvielfalt ist nur mehr an wenigen Orten erlebbar. Gruppen von Goldlanguren und Bärenmakaken beobachten misstrauisch die Teearbeiter auf den Plantagen. Und manchmal zeigt sich auch der Nebelparder, eine der seltensten Raubkatzen der Welt.

© ORF/ Pre TV/ Kalyan Varma

Makakenfamilie in Assam, Indien.

In den Auen und im Grasland des Brahmaputra-Tals leben Elefantenherden und Nashörner sowie die letzten 200 Zwergwildschweine. Wird diese Spezies die nächsten Jahrzehnte überdauern? Es ist ungewiss. Doch noch finden sie Unterschlupf im Dickicht des meterhohen Elefantengrases. Das nährstoffreiche Material vom Dach der Welt sorgt auch hier für Wachstum, Leben und Artenvielfalt.

© ORF/ Pre TV/ Kalyan Varma

Vom Aussterben bedroht: Zwergwildschweine in den Flussauen.

Eine Reise quer durch die Klimazonen

Mit dem faszinierenden Dreiteiler von Klaus Feichtenberger, Jeremy Hogarth und Heinz Leger über den "Großen Fluss vom Himalaya" – der ersten gemeinsamen Produktion des ORF mit dem chinesischen Staatssender CCTV10 – begibt sich das Publikum auf eine faszinierende Reise nach Tibet, Indien und Bangladesch – von gefrorenen Wüsten zu tropisch heißen Regenwäldern, vom Dach der Welt bis zu den ausgedehnten Sümpfen der Sundarbans.
"Brahmaputra" entstand als Koproduktion von ORF, CCTV10, CITVC, ARTE France, ZDF, ORF-Enterprise, pre tv, dreiD.at und EOS Film.

© ORF/ Pre TV

Feldarbeit am Brahmaputra: Pflügen im Schwemmland in Assam, Indien.

Regisseur Jeremy Hogarth über seine Filmerlebnisse in Indien:

"Zunächst muss man sich im Klaren sein, dass man Indien nicht einfach beschreiben kann, man muss es mitsamt seinen vielen Kulturen und Sprachen erleben.
Dann sollte man auf eine vielschichtige Bürokratie gefasst sein – bundesstaatlich, national und lokal. Vor Drehbeginn ist es unerlässlich, die bürokratischen Formalitäten zu erledigen. Ohne Genehmigungen funktioniert nichts, und alles kostet Zeit, viel Zeit! Genehmigungen zu ändern, ist oft mühsamer, als die eigentliche Erlaubnis zu bekommen.
Dann ist das Um-und-Auf, lokale "Guides" dabei zu haben, die genau wissen, was man will. Hör auf ihre Ratschläge und ihr Wissen."

© ORF/ Pre TV

Regisseur Jeremy Hogarth ist für alle Fälle gerüstet.

"Außerdem gilt: Egal wie gut man plant, alles wird in letzter Minute arrangiert. Plane für alle Eventualitäten, erwarte nichts. Auch wenn es seltsam klingt – wenn man so vorgeht, schafft man mehr als man erwartet hätte.
Zu guter Letzt: Lass dir Zeit! Für eine 40-Kilometer-Strecke kann man manchmal zwei oder drei Stunden brauchen. Denk daran: wenn der Fahrer alt ist, ist das ein Beweis dafür, dass er seinen Job versteht – er hat überlebt.
Aber unabhängig von all dem: Die Menschen in Indien verfügen über eine außerordentliche Fähigkeit, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen. Lass dich von diesem Fluss mitnehmen – das ist die einzige Möglichkeit!
Diese Erfahrungen – ob gut oder schlecht – machst Du fürs Leben."

© ORF/ Pre TV

Der Kaziranga Nationalpark in Assam, Indien

Regie: Jeremy Hogarth

Teil 3 "Bangladesch – Von der Tiefebene zum Ozean"
(Regie: Heinz Leger) steht am Dienstag, 21. November, um 20.15 Uhr auf dem UNIVERSUM-Programm von ORF 2.

(3. und letzter Teil am 21. November, ORF 2)