16:02

VPS 16:00

AUT

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 54min

UT

Wiederholung am
30.09.2017, 04:39

tv.orf.at/karlich

Die Barbara Karlich Show

Im Inneren schreit alles nach Rache

Wer kennt das nicht: Man fühlt sich verletzt, gedemütigt, oder ignoriert und erfüllt von einem übermächtigem Bedürfnis, dem nach Rache! Doch ist es tatsächlich befreiend solche Gelüste auch in die Tat umzusetzen oder ist es viel klüger, weder andere noch sich selbst zu schädigen und einfach gelassen und ‚cool‘ zu bleiben?

Elfi

Elfi, 62, gelernte Kellnerin aus der Steiermark,

kennt Rache sehr gut, erzählt sie. "Sie haben mich fast zwanzig Jahre nicht ruhig leben lassen. Mein Mann hatte mich betrogen und verlassen und ich hatte alles verloren." Nachdem Elfi merkte, dass ihre Rachegelüste an ihrem Exmann abprallten, hielt sie sich an die Worte ihrer Mutter. "Sie hat immer gemeint, dass man nur Geduld haben muss und sich Rachegefühle dann irgendwann von selbst erledigen." Elfi weiß nun: "Gottes Mühlen mahlen langsam aber sicher. Nach fast zwanzig Jahren ist meinem Exmann genau dasselbe widerfahren, was er mir angetan hat - und das Schönste ist, dass ich nichts dazu beitragen musste."

Michael

Michael, 70, Musiker aus Salzburg,

behauptet, dass er mit Rache nichts anfangen kann. "Allein das Wort ist seltsam und nach dem Prinzip 'Aug um Aug, Zahn um Zahn', sind letzten Endes dann alle blind und zahnlos." Michael erinnert sich jedoch daran selbst auch von Rachegelüsten geplagt worden zu sein: "Als ich einmal betrogen wurde, habe ich dieser Frau aus Kalkül die Wohnung zertrümmert. Doch gebracht hat es nichts. Ich habe trotzdem gelitten." Michael, der auch glaubt, dass Frauen emotionaler agieren als Männer, ist heute davon überzeugt, dass es sinnvollere Mittel gibt um Frust los zu werden. "Im Gegensatz zu Racheaktionen wird man durchs Reden viel los. Man muss Abstand gewinnen und die Situation ruhen lassen, aber das ist nicht immer einfach. Manchmal ist man eben von Emotionen gesteuert, wie ein Kleinkind.