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DEU

Stereo

16:9

Länge: 46min

UT

Wiederholung am
27.09.2017, 01:35

tv.ORF.at/universum

Universum

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Von den eisbedecken Gipfeln des Himalayas aus betrachtet scheint der Himmel oft näher zu sein als das Tal. An den Hängen der Bergriesen gedeihen dichte Wälder – schier endlos weit und für den Menschen kaum zu durchdringen. Diese entlegenen Waldgebiete sind der perfekte Lebensraum für ein besonders scheues Tier: den Roten Panda.

ORF/NDR Naturfilm und Axel Gebauer, Wildlife Filming&Photography/Axel Gebauer

Im Bild: Der Rote Panda gilt als schönstes Säugetier der Welt.

Bisher noch kaum in freier Natur gefilmt, eröffnet sich in der „Universum“-Dokumentation „Nepals Regenwälder – Im Reich des Roten Pandas“ von Axel Gebauer die Welt des Roten Pandas als exotisches Wunderland. Ein Lebensraum voll blühender Pflanzenpracht und nebeliger Urwälder, die er mit seltenen Tieren wie Leoparden, Tragopanen oder Takinen teilt.

ORF/NDR Naturfilm und Axel Gebauer, Wildlife Filming&Photography/Axel Gebauer

Im Bild: Takine sind perfekt an die Bergwelt des Himalaya angepasst. Sie haben sogar eine besondere Klaue mit der sie bremsen können. Die Jungtiere in Tashithang (Bhutan) sind geborene Kletterkünstler.

Aus Ponja wurde Panda

Der Große Panda mit seinem auffälligen schwarz-weißen Fell ist weltberühmt. Doch nur wenige kennen seinen Namensvetter: den Kleinen oder Roten Panda. Beide sind nur sehr weitläufig miteinander verwandt, teilen aber die kulinarische Vorliebe für Bambus. „Ponja“, „Bambusfresser“, nennen die Einheimischen die seltenen Tiere. Daraus entwickelte sich die Bezeichnung „Panda“.

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Im Bild: Rhododendron-Bambuswald im Osten Nepals, Lebensraum des Roten Pandas.

Kleine Pandas leben sehr zurückgezogen in Gebieten von etwa 1.500 bis zu 4.000 Metern Seehöhe. Verborgen in den dichten Rhododendronwäldern und Bambusdschungeln des Himalayas liegt ihr Lebensraum zwischen Nepal, Bhutan, Indien und China. Heute zählt man nur noch etwa 10.000 frei lebende Tiere. Das unwegsame Reich des Kleinen Pandas ist geprägt vom Monsun, der monatelange Regenfälle bringt und die üppigen Wälder in eine verwunschene Nebelwelt verwandelt. Obwohl Kleine Pandas zu den Raubtieren gezählt werden, ernähren sie sich hauptsächlich pflanzlich, selten von Kleintieren und Eiern. Bambussprossen sind ihre Hauptnahrungsquelle, wovon sie große Mengen zu sich nehmen müssen, da Bambus wenig Nährwert hat. Daher ruhen die Tiere die meiste Zeit des Tages in den Astgabeln der Baumkronen, um Energie zu sparen.

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Im Bild: Etrusker-Spitzmäuse, hier eine Mutter mit Jungen, sind die kleinsten landlebenden Säugetiere der Erde. Mit etwa drei Zentimetern sind sie nur knapp so lang wie ein Streichholz.

Seltene Nachbarn

Ob Feuerfuchs, Katzenbär oder Goldhund – Kleine Pandas haben viele Namen. Ihre Abstammung ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Wahrscheinlich sind sie die einzigen Vertreter einer eigenen Familie der Marderartigen. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft turnen Hanumanlanguren durch Magnolienbäume, balzen Tragopan-Fasane, die in allen Farben des Regenbogens schillern, geht das kleinste Landsäugetier der Welt, die Etrusker-Spitzmaus, auf die Jagd. An den Steilwänden klettern Takine mühelos auf fast senkrechtem Untergrund. Diese Huftierart hat dafür eine spezielle „Bremse“ am Huf.

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Im Bild: Die Roter Panda Mutter mit ihrem sechs Wochen altem Jungtier in der Wurfhöhle (Naturschutz-Tierpark Görlitz).

Die Dokumentation begleitet das Panda-Weibchen Tashi durch ein ganzes Jahr. Bisher kaum in freier Natur gefilmt, ermöglicht der Film Einblicke in die wenig bekannte Lebensweise der seltenen Tierart. Erstmals wurden die alltägliche Nahrungssuche, Partnerwahl und Aufzucht des Nachwuchses in eindrucksvollen Bildern festgehalten. Sie zeigen das nicht immer reibungslose Zusammenleben mit den Waldnachbarn wie etwa lautstarken Affenbanden ebenso wie die speziellen Verteidigungsstrategien gegen unliebsame Mitbewohner wie Leoparden und Kragenbären. Erstmals ausführlich dokumentiert ist das Heranwachsen eines Kleinen Pandaweibchens – vom ersten Augenöffnen bis zum ersten Waldspaziergang im Schatten der 8.000 Meter hohen Gipfel. Die begrenzte Lebenswelt der Rote Pandas ist zunehmend bedroht durch Rodung und Wilderei. Das einfühlsame „Universum“-Porträt macht deutlich, wie dringend es ist, rasch Schutzbestimmungen zu verschärfen.

ORF/NDR Naturfilm und Axel Gebauer, Wildlife Filming&Photography/Axel Gebauer

Im Bild: Kangchenjunga, der dritthöchste Berg der Erde und Namensgeber für ein länderübergreifendes Schutzgebiet zwischen Nepal und Indien.

Die Sendung ist auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) – vorbehaltlich vorhandener Online-Lizenzrechte – als Live-Stream sowie nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.