20:15

Oper

VPS 20:15

AUT 2017

Stereo

16:9

ORF 2 Europe

Länge: 2h 55min

Live zeitversetzt von den Salzburger Festspielen:

Aida

(c) ORF

Am Höhepunkt der Salzburger Festspiele präsentiert der ORF mit der Übertragung von Giuseppe Verdis "Aida" ein weiteres Highlight des hochkarätig besetzten Festivalprogramms.

(c) ORF/Roman Zach-Kiesling

Aida war die drittletzte Oper des italienischen Komponisten – ihr folgten in großem Zeitabstand nur noch die Shakespeare-Vertonungen Otello und Falstaff. Am 24. Dezember 1871 erlebte die Aida ihre erfolgreiche Uraufführung am damals neuen Opernhaus in Kairo. Verdi hatte sich während der Komposition an ägyptischen religiösen Traditionen und an antiken Musikinstrumenten orientiert, was sich unter anderem im berühmten "Triumphmarsch" niederschlug.

(c) ORF/Roman Zach-Kiesling

Szenenbild "Triumphmarsch"

Doch er verfolgte damit weniger die Darstellung ägyptischer Historie, sondern verpackte in ihr seine Kritik an einer menschenverachtenden Gesellschaft.

Die menschliche Tragödie will auch Shirin Neshat in ihrer Inszenierung herausstreichen. Auf besonderen Wunsch von Intendant Markus Hinterhäuser wagte sich die iranische Filmemacherin zum ersten Mal an die Bühnenregie einer Oper.

© Salzburger Festspiele / Anne Zeuner

Shirin Neshat

Und gerade in der äthiopischen Königstochter Aida fand sie, die Exilierte, eine starke Identifikationsfigur für ihr eigenes Leben. Aida sei eine Überlebende, die Phasen der Nostalgie, der Wut und der Hoffnung auf Rückkehr durchlaufe, bis hin zur Akzeptanz, dass es kein Zurück mehr gibt. "Es ist ein menschlicher Entschluss, ein menschliches Ende. Für mich gibt es trotzdem ein Licht am Ende des Tunnels", meint die Regisseurin über ihre Interpretation des Bühnenstoffes.

Seit Bekanntgabe der Besetzung warten alle Opernfans gespannt auf das Rollendebut einer großen Bühnendiva: Anna Netrebko singt in Salzburg zum ersten Mal die Aida und das Publikum vor Ort und an den Bildschirmen darf zu Recht wieder eine perfekte schauspielerische und sängerische Interpretation der Ausnahmekünstlerin erwarten.

(c) ORF/Roman Zach-Kiesling

Anna Netrebko

Unter den erstklassigen Solisten ragen des weiteren Francesco Meli als Radamès und Ekaterina Semenchuk als Amneris, sowie Luca Salsi als Amonasro hervor. Die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor und die Wiener Philharmoniker sorgen für die nötige klangliche Opulenz und Italianità.

(c) ORF/Roman Zach-Kiesling

Francesco Meli, Ekaterina Semenchuk und Anna Netrebko

Seit Herbert von Karajan hat es übrigens bei den Sommerfestspielen keine szenische Aufführung der Aida mehr gegeben. Umso wichtiger, dass die Neuinszenierung am Dirigentenpult von Riccardo Muti, einer der letzten musikalischen Stilikonen vom Rang des Salzburger Altmeisters, angeführt wird.

(c) ORF/Roman Zach-Kiesling

Riccardo Muti

Das Rahmenprogramm der ORF-Übertragung aus dem Großen Festspielhaus wird von Barbara Rett live moderiert, begleitet von hochkarätigen Interviews und einem Pausenfilm über Shirin Neshat von Claudia Teissig. Die Bildregie liegt in den bewährten Händen von Michael Beyer.