3:02

VPS 3:00

AUT

Stereo

16:9

Länge: 53min

UT

Wiederholung vom
17.02.2017, 16:02

tv.orf.at/karlich

Die Barbara Karlich Show

Ich bin froh, in einem Sozialstaat zu leben

Manch einer von Barbaras heutigen Gästen hat erfahren, wie schnell man – zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung - vom Mittelstand in die Armut abrutschen kann. Wir fragen nach, welche Hilfestellungen hierzulande angeboten werden und wie man in einer Notsituation wieder sicheren Boden unter den Füßen bekommen kann.

Ferdinand

Ferdinand, 51, Lageradministrator aus Wien,

führte lange Zeit ein gut abgesichertes Leben, doch dann häuften sich unglückliche Umstände. "Ich habe meinen kranken Vater bei mir zu Hause gepflegt und all die Kosten übernommen. Dann habe ich jedoch meinen Job verloren, weil die Firma, bei der ich arbeitete, nach Deutschland übersiedelte. Schlussendlich wurde ich delogiert und schlief achteinhalb Wochen in einer Notschlafstelle. Das ist ein sehr ungastlicher Ort. Da muss man um 8.00 Uhr raus und darf erst um 17.00 Uhr wieder rein." Ferdinand ist froh, dass er damals von Sozialarbeitern betreut wurde und dass er nicht aufgegeben hat. "Da ich hartnäckig war, habe ich es bald ins betreute Wohnheim geschafft und lebe heute wieder eigenständig.

Max

Max, 67, pensionierter Pastoralassistent aus Salzburg,

hat sich immer schon für andere eingesetzt und stellt fest, dass Armut kein Randphänomen mehr ist. "Man sollte sich nicht nur auf den Sozialstaat verlassen, sondern diesen Menschen auch direkt und unkompliziert helfen. Diejenigen, die etwas mehr haben, spenden bei mir im Container und ich gebe es an Leute weiter, die zu wenig haben." Max leistet diese Dienste ehrenamtlich. "Die Hilfe durch den Staat lässt ja teils auf sich warten, daher schicken auch Ämter Leute zu mir und für manche in Salzburg bin ich die letzte Anlaufstelle. Natürlich muss ich mittlerweile bei den Bedürftigen nach einem Einkommensnachweis fragen. Danach entscheide ich, wem ich etwas geben kann, denn meine Mittel sind ja leider begrenzt.“