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ORF 2
23:29
DOKUMENTATION

(VPS 22:30)
AUT 2011
Stereo
16:9 VB
 ORF 2 Europe
Länge: 28min

Wiederholung am
14.02.2012, 02:25

NESTFLÜCHTLINGE - ÖSIS IN BERLIN

(c) ORFDie 3,5-Millionenstadt Berlin, deren Durchmesser so groß ist wie die Entfernung zwischen Wien und Bratislava, war schon immer – und ist nach wie vor - ein Refugium für Menschen aus Österreich. Vor allem für Kreative, die schnell die Chance erkennen, in der Weitläufigkeit Berlins die engen Radien ihres Heimatlandes hinter sich zu lassen.
 
Anziehende Metropole
Das war am Ende des 19. Jahrhunderts genauso wie in der unruhigen Ära der Zwischenkriegszeit oder in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Berlin war und ist ein Magnet für Menschen, denen das eigene Land zu wenig Raum für ihre Begabungen bietet.
(c) ORF/Wega Film
 
Stadtansicht Berlin
Die langjährige ORF-Journalistin Burgl Czeitschner ging 2007, auch aus beruflichen Gründen in die deutsche Hauptstadt: "Hier habe ich im Bereich Kunst und Kultur immer wieder Landsleute getroffen oder kennen gelernt, die ganz außerordentliche Karrieren aufzuweisen haben. Und so entstand die Idee, diese erstaunliche Vielzahl von kreativer Potenz anhand einiger Beispiele festzuhalten und nachzufragen, worin der Unterschied zwischen Berlin und Wien liegt."
(c) ORF/Wega Film
 
Alternatives Berlin
Erfolgreiche Frauen
Czeitschner hat denn auch eine sehr persönlich gehaltene Auswahl für ihren Film getroffen:

"Der berufliche Werdegang der Architektin Johanne Nalbach aus Linz vermag beispielhaft das offene Klima zu illustrieren, das vor allem Frauen in Berlin vorfinden. Seit mehr als 30 Jahren nützt sie die Chance, Berlin gestalterisch mit zu prägen."
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Johanne Nalbach
Ihr vielfältiges Schaffen inmitten der Hauptstadt – herausragend die Bundespressekonferenz im Regierungsviertel oder die Townhäuser am Friedrichswerder – wirft unweigerlich die Frage auf, warum es in Wien so wenige Bauten von Architektinnen gibt. Johanne Nalbach, die mit einem Architekten verheiratet ist, hat eine Antwort: "In Wien wäre ich immer die Frau Gemahlin geblieben."
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Berlin Alexanderplatz
Susanne Moser aus Salzburg wurde mit 31 Jahren als kaufmännische Direktorin an die Komische Oper Berlin engagiert, die damals knapp vor dem Aus stand. Wurde sie zu Beginn ihrer Tätigkeit bei Meetings noch gefragt, wo denn ihr Chef bleibe, gilt sie heute, mit 37, als fixe und vor allem anerkannte Größe der Berliner Opernhäuser, die es geschafft hat, ihr Haus auf eine solide geschäftliche Basis zu stellen und so den weiteren Erfolg zu garantieren.
Welcher österreichische "Musentempel" wagt es, auf eine 31jährige Frau zu setzen?
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Kameramann Peter Grätz bei den Dreharbeiten
Brigitte Fürle aus Wien ist eine international renommierte Theatermacherin. Bei den Berliner Festspielen schuf sie mit der "Spielzeit Europa" über mehrere Jahre ein Dorado für außergewöhnliche Theater- und Tanzproduktionen. Ob Gastspiele von Robert Lepage, Sasha Waltz oder Lemi Ponifasio aus Samoa – Brigitte Fürle reist in die entferntesten Regionen der Welt, um jene Künstler zu suchen - und zu finden - , die ihren Ansprüchen von zeitgemäßem Theater gerecht werden. Ihr wohl größter Erfolg war das viertägige Spektakel "Die Riesen in Berlin", das 2009 zum 20jährigen Jubiläum des Mauerfalls Millionen Menschen in Berlin und vor den Fernsehapparaten begeisterte.
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Eva Menasse
Eva Menasse schaffte mit ihrer schriftstellerischen Arbeit in Berlin ebenso den Durchbruch wie Sandra Kreisler in der deutschen Hauptstadt mit der Gruppe "Wortfront" ihren Platz als Disseuse finden konnte. Menasse wollte dem "warmen Strudelteignest" entfliehen und Sandra Kreisler, die Frau des offenen Wortes, sich nicht länger den Mund verbieten lassen. Beide haben ihre Entscheidung nicht bereut.
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Sandra Kreisler
Der beste Ort, Österreicher zu sein
Doch nicht nur Frauen haben Berlin schätzen gelernt: Gerwald Rockenschaub, bildender Künstler (mit hohem Marktwert) und DJ, freut sich, dass er seiner Wege gehen kann - ohne dass ihm täglich jemand auf die Schulter klopft.
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Gerwald Rockenschaub
Shooting Stars
Die beiden Steirer Clemens Krauss - Maler und Videokünstler - und der Galerist Patrick Ebensperger konnten sich in kürzester Zeit in der Kunstszene Berlins behaupten.
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Clemens Krauss
Krauss gilt nicht von ungefähr mit seiner Kunst als "shooting star". Auch Patrick Ebensperger braucht die Konkurrenz von 570 anderen Galerien nicht zu scheuen.
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Patrick Ebensperger in seiner Berliner Galerie
Manfred Klimek, Journalist, Fotograf und Weinexperte, nennt weitere Vorzüge Berlins: "Hier wird meine Arbeit ernst genommen." Christian Ankowitsch, Journalist, Autor und TV-Moderator, findet gar: "Der beste Ort, Österreicher zu sein, ist Deutschland.
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Manfred Klimek
Was allen Ösis in Berlin gemeinsam ist, bringt Wilhelm Andraschko, Begründer des legendären Wiener Kaffeehauses "Einstein" in der Berliner Kurfürstenstraße, auf den Punkt: "Berlin ist ein wunderbarer Aufenthaltsort, aber nicht die Heimat."
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Wilhelm Andraschko im "Einstein"
Regie: Burgl Czeitschner
Trailer:
(c) ORF
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