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Klug und schön im Schlaf?

Anlässlich der ORF-Initiative „Bewusst gesund: Schlaf dich wach“ beschäftigt sich treffpunkt medizin mit dem Phänomen „Schlaf“ und seinen Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

treffpunkt medizin: Klug und schön im Schlaf?

Dokumentation, 2015

Mittwoch, 11.4.2018, 21.55 Uhr
Wh. Do 02.50 Uhr, Mo 05.05 Uhr

Der Schlaf: Philosophen des Altertums sahen in ihm einen Zustand zwischen Leben und Tod, aus dem der Mensch jedes Mal neu geboren wird. Die moderne Wissenschaft ist seiner Funktion für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden auf der Spur, wenngleich das Rätsel, warum wir schlafen müssen, noch nicht vollends gelöst ist. Eines ist gewiss: Schlafentzug trübt die Lebensqualität. Und Schlaf ist ein dynamischer Prozess, der von speziellen neuronalen Schaltkreisen im Gehirn geleitet wird.

Rund ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Schlaf. Ein Neugeborenes hat andere Bedürfnisse als ein Teenager oder ein Erwachsener. Neben physiologischen Aspekten, dient der Schlaf vor allem auch der Verarbeitung von Eindrücken und Informationen. Man nimmt an, dass wichtige von unwichtigen Eindrücken getrennt werden, um eine Überladung unseres Gehirns zu vermeiden.

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Klug und schön im Schlaf?

ORF/ORF III

Schlafstörungen

(Ein)Schlafen wird oft als selbstverständlicher Prozess vorausgesetzt - Tatsache ist jedoch: jeder Vierte hat Schlafstörungen, die je nach Intensität und Dauer ein Gesundheitsrisiko für Körper und Seele werden können.

Die Medizin trägt der Bedeutung des Schlafes mittlerweile umfangreich Rechnung. Dennoch erscheint kollektive Bewusstseinsbildung in Hinblick auf die pathologischen Gefahren, wie auch das physiologische wie psychologische Potential erholsamer Schlafphasen, notwendig. Welche Bedeutung gesunder Schlaf für unser Gleichgewicht und unser Äußeres hat, offenbart sich bei einer entsprechenden Störung: wir fühlen uns schlapp und ausgelaugt. Die moderne Schlafforschung versucht, hier Diagnosen und Lösungsansätze anzubieten.

treffpunkt medizin führt, ausgehend von der Chronobiologie unseres Körpers, in die grundlegende Thematik der Schlafforschung ein. Die technischen High-End-Möglichkeiten der Patientenüberwachung und deren Schlafarchitektur werden in diversen Schlaflaboren veranschaulicht sowie eine medizinische Klassifizierung der Schlafphasen erklärt. Denn der Schlaf ist kein einheitlicher Zustand, sondern setzt sich aus zyklisch wiederkehrenden Phasen zusammen.

Die regenerative Bedeutung des Tiefschlafes, Vorgänge des Körpers und im Gehirn, auch aus der Perspektive der Anästhesie, sowie die intensiven Traumerlebnisse in der REM-Phase werden näher beleuchtet. Die psychologische Relevanz des Schlafes wird am Institut für Bewusstseins- und Traumforschung untersucht. Die Frage, welchen Stellenwert gesunder Schlaf in unserer Gesellschaft einnimmt, die die natürlichen Rhythmen von Tag und Nacht schon lange ignoriert, stellt sich neu. Berücksichtigt werden hier auch Faktoren wie Alter, Physis und Lebenswandel.

Anhand von Beispielen Betroffener werden Schlafstörungen und ihre Folgen - Sekundenschlaf, chronische Erkrankungen, Depressionen - aufgezeigt und auch der Konflikt zwischen medizinischem Anspruch und tatsächlicher Lebensrealität deutlich. Eine häufige Ursache von Schlafstörungen ist die sogenannte Schlafapnoe (Atemaussetzer in Verbindung mit Schnarchgeräuschen), die durch eine verminderte Sauerstoffzufuhr auch chronische Krankheiten nach sich ziehen kann. Entsprechende Forschungsergebnisse werden vorgestellt.

Ergänzend zeigt tpm verschiedenste Therapieformen aus Medizin, Psychologie und Physiotherapie („Wie liege ich richtig“), wobei der Fokus auf der nicht-medikativen Behandlung von Schlafstörungen liegt, die in den Alltag integriert werden können - vom Powernapping bis zur Atemübung.

Dokumentation, 2015


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