Themenmontag

Mythos Aspirin

Aspirin gilt als erfolgreichstes Medikament weltweit. Rezeptfrei erhältlich setzt der Bayer-Konzern damit jährlich 776 Mio. Euro um. Doch die Nebenwirkungen können sehr heftig ausfallen - mehr als 1.000 Todesfälle gibt es laut Experten pro Jahr. Manche Ärzte fordern ein Verbot des Medikaments.

Themenmontag: Mythos Aspirin

Dokumentation, 2013

Montag, 26.2.2018, 20.15 Uhr
Wh. 23.15 Uhr, Di 02.10 und 12.40 Uhr

Seit über 100 Jahren ist es der Erfolgsschlager in den Apotheken. Rezeptfrei erhältlich, ist es für viele vom Medikament schon zum ständigen Lifestyle-Begleiter nach durchzechten Nächten oder bei leichtem Unwohlsein geworden. Doch die Nebenwirkungen können so heftig ausfallen, dass manche Ärzte schon ein Verbot dieses Medikaments fordern.

Für Christa Karnstedt war Aspirin immer ein harmloses, wohltuendes Hausmittel, das sie ab und zu einnahm. Bis zu dem Tag, als sie mit einem blutenden Magengeschwür ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Ein Drittel ihres Blutes hatte die 64-Jährige da bereits verloren und brauchte eine Transfusion.

Was sie nicht wusste: Aspirin ist, wie auch andere Schmerzmittel (Ibuprofen, Diclofenac, Paracetamol), ein Medikament, das erhebliche Nebenwirkungen haben kann. Täglich werden in norddeutschen Kliniken Menschen mit blutenden Magengeschwüren oder Durchbrüchen eingeliefert, die durch den Wirkstoff Acetylsalicylsäure, der in Aspirin enthalten ist, ausgelöst werden. Experten schätzen die Todesfälle auf über 1.000 pro Jahr.

Aspirin ist einfach herzustellen oder zu kopieren. Wird das Schmerzmittel zu leichtfertig genommen und werden die Nebenwirkungen unterschätzt? Es ist frei verkäuflich in den Apotheken, man braucht kein Rezept dafür und kann daher so viel davon nehmen, wie man will.

Dr. med. Friedrich Hagenmüller, Professor für Gastroenterologie in Hamburg, fordert: Aspirin muss als Schmerzmittel vom Markt genommen werden. Dr. Uwe Gessner, Wissenschafter beim Pharmakonzern Bayer, hält dagegen: die Kunden wüssten sehr genau, wie sie mit Aspirin umgehen müssten. Unbestritten ist, dass die blutverdünnende Wirkung von Aspirin in niedriger Dosierung für Herzinfarkt- und Schlaganfallpatienten lebensrettend ist. Jetzt steht sogar zur Diskussion, Aspirin bereits vorbeugend gegen Herzinfarkt und sogar Darmkrebs einzusetzen.

Regisseurin Antje Büll fragt nach: Was wird aus Aspirin - Auslaufmodell oder Zukunftsmedikament?

Mythos Aspirin

ORF/NDR

Dokumentation, 2013


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