zeit.geschichte am Samstag

Böse Bauten: Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

Die Dokumentation beschäftigt sich mit dem baulichen Erbe aus der Zeit des Nationalsozialismus. Die verstörenden Bauten sind ein Teil unserer Geschichte.

zeit.geschichte: Böse Bauten: Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

Dokumentation, 2016

Samstag, 24.2.2018, 20.15 Uhr
Wh. So 01.20 und 22.40 Uhr

Es gibt sie immer noch: Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus. Gebäude mit dunklen Geheimnissen vor der idyllischen Kulisse der Alpen. Die Nazis haben sich die Berglandschaft zu Nutze gemacht. Die baulichen Relikte aus dieser Zeit sorgen bis heute für Diskussionen. Soll man sie sanieren oder einfach dem Zerfall preisgeben? Manche werden Touristen überrannt, andere von Ewiggestrigen aufgesucht und wieder andere sind gänzlich im Verborgenen.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

Nazi-Bau in Traumlage: das Kehlsteinhaus bei Berchtesgaden, einst ein Geschenk der Partei zu Adolf Hitlers 50. Geburtstag.

Das Berchtesgadener Land ist ein beliebtes Urlaubsgebiet. Doch die idyllische Alpenlandschaft liegt im Schatten der NS-Vergangenheit. Der Obersalzberg war die zweite Schaltstelle der Macht neben Berlin - Hitlers zweiter Regierungssitz. Vor der malerischen Bergkulisse traf einst der Diktator und Massenmörder Hitler samt seinen NS-Größen Entscheidungen über Krieg und Holocaust. Der geschichtsträchtige Ort übt bis heute eine große Anziehungskraft aus. Das Dokumentationszentrum Obersalzberg versucht vor Ort, der wachsenden Touristenströme Herr zu werden. Die Experten des renommierten Zentrums, Axel Drecoll und Albert Feiber, begeben sich mit dem Filmteam auf Spurensuche zu den NS-Bauten am Obersalzberg. Der Film begleitet sie zu Hitlers ehemaligem Berghof, zur Theaterhalle und zum Kehlsteinhaus. Dabei stoßen sie auch auf Spuren, die wahrscheinlich Nazi-Nostalgiker hinterlassen haben. Die Experten wissen, historisch bedeutsame Orte müssen durch sie besetzt und historisch eingeordnet werden.

Neben dem Kehlsteinhaus sind auch noch andere, weniger bekannte NS-Gebäude im Berchtesgadener Land nahezu im Originalzustand vorhanden. Der Berchtesgadener Bahnhof beispielsweise und die sogenannte „Kleine Reichskanzlei“. Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch ein Teil der Einrichtung ist erstaunlicherweise noch aus der Zeit des Nationalsozialismus erhalten geblieben.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

Brückenkopfgebäude, Linz. Wer heute an der Kunstuniversität in Linz Architektur studiert, tut das in einem architektonischen Bauwerk aus der Zeit des Nationalsozialismus.

In Linz wohnt etwa jeder achte Einwohner in einem NS-Gebäude. Die Linzer sprechen auch heute noch unverblümt von „Hitlerbauten“. Hitler plante in seiner Lieblingsstadt Linz eine europäische Kultur- und Industriemetropole. Von den gigantischen Entwürfen ist allerdings wenig übrig geblieben. Die Nibelungenbrücke und die beiden Brückenkopfgebäude wurden noch in der NS-Zeit gebaut. In den monumentalen Gebäuden hat heute die Kunstuniversität Linz einen Platz gefunden. Der Direktor Prof. Reinhard Kannonier und der bekannte Architekt Adolf Krischanitz begutachten die Bauten. Ihr Ziel ist es, die schwere NS-Architektur aufzubrechen und moderne Eingriffe vorzunehmen. Die Dokumentation zeigt, wie weit sie dabei gehen dürfen und welche Entdeckungen sie in den Gebäuden machen.

Hitlers Planungen von Linz finden ihre Schattenseite in dem unweit gelegenen ehemaligen KZ Mauthausen. In dem benachbarten Steinbruch wurden die Häftlinge unter härtesten Bedingungen zu Tode geschunden. Die dort abgebauten Granitsteine waren auch für den Ausbau der „Führerstadt“ Linz gedacht. Der Steinbruch und einige Bauten des Konzentrationslagers bestehen bis heute. Wie wichtig es ist, sie zu erhalten, darüber spricht die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Barbara Glück.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

„Hitlerbauten“, Linz. Etwa jeder achte Bürger wohnt in Linz in einem NS-Gebäude. Auch heute noch sprechen die Linzer unverblümt von „Hitlerbauten“.

In Pullach bei München residiert der Bundesnachrichtendienst. Nur wenige Fernsehteams durften hier jemals drehen. Was nicht viele wissen: das streng abgeriegelte, geheime Gelände des BND war eine NS-Mustersiedlung. Und in dem ehemaligen Schlafzimmer von Hitlers Kanzleichef Martin Bormann (1900-1945) hat bis heute der BND-Präsident sein Büro.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden, auch „Kleine Reichskanzlei“ genannt. Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch ein Teil der Ausstattung ist noch aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

Reichskanzlei Dienststelle Berchtesgaden, auch „Kleine Reichskanzlei“ genannt. Nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch ein Teil der Ausstattung ist noch aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

Bunkeranlage, Obersalzberg. Die Nationalsozialisten ließen den Obersalzberg nicht nur an der Oberfläche bebauen. Unter der Erde verbirgt sich ein riesiges Bunkersystem.

Böse Bauten 
Hitlers Architektur im Schatten der Alpen

ZDF/Sebastian Felsch

KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Einige der KZ-Bauten existieren heute noch. Heute bilden sie einen Ort der Erinnerung.

Dokumentation, 2016


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