Heimat Österreich

A Gaudi im Krakautal

Das steirische Krakautal bei Murau ist neben seiner landschaftlichen Schönheit für seine Faschingsbräuche bekannt. Für den Höhepunkt der „fünften Jahreszeit“ werden Kostüme genäht und Masken geschnitzt.

Heimat Österreich: A Gaudi im Krakautal

Dokumentation, 2018

Mittwoch, 7.2.2018, 20.15 Uhr
Wh. Do 15.40 Uhr, Fr 11.25 und 14.45 Uhr, Sa 01.30 Uhr,
Mo 14.35 Uhr, Di 12.20 Uhr

Das Faschingrennen am Rosenmontag ist ein uralter Brauch, der nur in den Gemeinden des obersteirischen Bezirks Murau gepflegt wird. Eine von ihnen ist Krakau, in der drei Vereine das Faschingrennen alternierend ausrichten. Heuer ist der Ortsteil Krakauschatten dran.

Um 03:30 Uhr, noch vor dem Morgengrauen, treffen sich die jungen Burschen zum Auslaufen. Die jüngsten sind gerade mal 14 Jahre alt. Was sie erwartet, ist ein eigenartiges, wildes Treiben, das sie bis über die Grenze nach Salzburg führt.

A Gaudi im Krakautal

ORF/Wolfgang Niedermair

Faschingrenner Krakauschatten

Regisseur Wolfgang Niedermair besucht in seiner Dokumentation die Faschingrenner und lässt sich von ihnen erzählen und zeigen, was an ihrem Brauch so besonders ist. Es ist die letzte männliche Domäne im oberen Murtal. Der Lauf wird nur von Burschen und Männern durchgeführt, selbst die Frauenrollen werden von Männern dargestellt.

Der „Wegauskehrer“ führt den Zug an, ist in einen roten Anzug gekleidet und trägt einen langen Besen. Ihm folgt der „Hühnergreifer“ mit seinem Federkostüm und einem ausgestopften Habicht auf dem Kopf.

Die „Schellfaschinge“ sind die größte Gruppe. Etwa 30 an der Zahl, bahnen sie sich samt ihrem Gefolge den Weg von Hof zu Hof, wo sie mit lautem Gejauchze und Glockenlärm die Dämonen verscheuchen und den Winter austreiben. Vor jedem Haus tanzen die Schellfaschinge mit ihren kurzen Lederhosen und bunten Spitzkappen, Tüchern und Stecken ein „Kranzl“ um die „Glockfaschinge“, die mit ihren großen Kuhglocken läuten.

Kommen die Faschingrenner zu einer „Speng“, einer Kette, die in etwa drei Metern Höhe gespannt ist, muss diese vom Wegauskehrer überklettert werden. Scheitert der Wegauskehrer, ist das Faschingrennen vorbei. Eine Schmach, die jeder Wegauskehrer vermeiden will.

A Gaudi im Krakautal

ORF/Wolfgang Niedermair

Faschingrennen Krakauschatten auf der Speng.

Dem Zug der "Schönen "folgt die Gruppe mit dem Ross. Dazu gehören der „Rossknecht“, der „Schmied“ und die „Schmiedin“ und der „Schinder“ mit der „Schinderin“. Das „Ross“ wird von zwei Burschen dargestellt, der vordere trägt eine Rosskopfmaske und der hintere hat einen Pferdeschwanz an sein Hinterteil angenäht. Der Rossknecht versucht nun dem Bauern das Ross zu verschachern, indem er die Güte und Leistungsfähigkeit des Pferdes anpreist. Auch der Schmied und der Schinder wollen für ihre Dienste entlohnt werden.

Die „Vetteln“ haben alle „Zottenpoppern“ (selbstgemachte Puppen) mit, die schmeißen sie hoch und jammern recht: „Bitt goa schean um a Zutzgeld für mein armes Kind!“ Am Schluss folgen noch Handwerker und Hausierer wie der billige Jakob, die Scherenschleifer, die Doktorleute, die Friseure, Fotografen usw., die natürlich auch ihre Waren und Dienste anbieten.

Begleitet werden die Faschingrenner von Musikanten. In den Häusern werden alle großzügig bewirtet und in den Stuben wird gesungen und getanzt. Beim Betläuten muss das Faschingrennen beendet sein, sonst holt der Teufel das Ross - so die Sage.

A Gaudi im Krakautal

ORF/Wolfgang Niedermair

Faschingrenner Krakauschatten

A Gaudi im Krakautal

ORF/Wolfgang Niedermair

Faschingrennen Krakauschatten - unter der Speng

A Gaudi im Krakautal

ORF/Wolfgang Niedermair

Faschingrenner Krakaudorf tanzen Kranzl.

Dokumentation, 2018


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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