Aus dem Rahmen: 650 Jahre Nationalbibliothek

Seit 650 Jahren ist sie das Gedächtnis der Nation. Von den frühen Büchersammlungen im Besitz der Habsburger entwickelte sich die österreichische Nationalbibliothek über die Jahrhunderte zu einer der wichtigsten und umfangreichsten Universalbibliotheken der Welt.

Aus dem Rahmen: 650 Jahre Nationalbibliothek

Museumsmagazin, 2018

Dienstag, 23.1.2018, 20.15 Uhr
Wh. Mi 02.30 und 05.25 Uhr,
Do 03.25 Uhr

Der Wiener Heldenplatz, gleichermaßen Treffpunkt für Touristengruppen und politische Aktivisten, ist bis heute der wichtigste Versammlungsort der Republik. Ein Areal, das Geschichte symbolisiert und gleichermaßen speichert, befindet sich doch in unmittelbarer Umgebung die Österreichische Nationalbibliothek, das Gedächtnis der Republik. Sie begeht dieser Tage ihr 650. Jubiläum.

Ganz genau weiß man es nicht. Sicher ist nur, dass sich im Jahr 1368 erstmals der Besitz eines Buches nachweisen lässt. Es handelt sich dabei um die vier Evangelien, Besitzer war der Herzog von Österreich, Albrecht III. Das Buch befindet sich auch heute noch im Tresor der Nationalbibliothek und wird in den kommenden Wochen – neben anderen wertvollen Objekten, in der Jubiläumsausstellung zu sehen sein.

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650 Jahre Nationalbibliothek

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Österreichische Nationalbibliothek

Der Kernbestand der heutigen Nationalbibliothek lässt sich auf die Anfänge der Hofbibliothek unter Friedrich III. zurückführen, der 1452 durch den Papst zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt wurde. Er war es, der das Kürzel „AEIOU“ zur Kennzeichnung seiner Besitztümer verwendete. Eine Abkürzung, deren Bedeutung bis heute nicht restlos geklärt ist „Austriae est imperare orbi universo“ oder „Alles Erdreich ist Österreich untertan“ bilden dabei die geläufigsten Auflösungen. Als eines der wertvollsten Objekte brachte er die goldene Bulle, eine Abschrift des Reichsgrundgesetzes, aus dem Erbe König Wenzels I. aus Prag mit.

Sein Sohn Maximilian I., an Kunst und Wissenschaft sehr interessiert, erweitert durch seine Heirat mit Maria von Burgund und später mit Bianca Maria Sforza den Bestand der Hofbibliothek um wichtige Meisterwerke der französischen und italienischen Buchkunst – der von ihm eingesetzte Bibliotheksverwalter Conrad Celtis spricht damals erstmals von einer „Bibliotheca regia“, einer königlichen Bibliothek.

Von da an verändert sich die Bedeutung einer Buchsammlung weg von einem höfischen Schatz hin zu einem Ort des Wissens und der Forschung. Gelehrte aus ganz Europa machen Wien und seine Bibliothek im 16. Jahrhundert zu einem Hort der wichtigsten europäischen Dokumente auf dem Gebiet der Wissenschaften.

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Der Gründungscodex der Österreichischen Nationalbibliothek.

1575 wird der holländische Gelehrte Hugo Blotius durch Kaiser Maximilian II. zum ersten offiziellen Bibliothekar ernannt. Er inventarisiert den Bestand, welcher sich damals auf über 11.000 Bücher beläuft – in Folge übersiedelt die Bibliothek auch vom nahen Minoritenkloster in das sogenannte „Harrachsche Haus“, einen Teil der kaiserlichen Burg am heutigen Ballhausplatz. Hier residiert die Kaiserliche Bibliothek über hundert Jahre lang, bis sie Anfang des 18. Jahrhundert durch den Bau der Prunksaals am heutigen Josefsplatz eine repräsentative und angemessene Heimat erhält.

Bis heute dient der Prunksaal der Nationalbibliothek als Ausstellungsort für rund 200.000 Bücher und ist eine begehrte Touristenattraktion über das ganze Jahr.

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Nationalbibliothek, Eingang Heldeplatz

Moderator: Karl Hohenlohe
Museumsmagazin, 2018


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