Bühne oida!

Unser Besuch im Volkstheater

Sechs Jugendliche des Vereins T.I.W. schnupperten Theaterluft unterschiedlicher Art: beim Blick hinter die Kulissen vor einer Vorstellung, bei einem Theaterworkshop und als Zuschauer/innen zweier Theaterstücke, die an einem Abend aufgeführt wurden.

Bühne oida! Besuch im volkstheater 2017

ORF III / Verein T.I.W.

Eintrittskarte

„Ein Mann vom Volkstheater hat für uns eine Führung gemacht. Er heißt Malte. Wir waren im Schwarzen Salon und wir haben verschiedene Spiele gespielt. Wir mussten und konnten laut schreien. Es hat es mir gut gefallen. Es war lustig und spannend. Mir hat Wusch und Gosch besonders gut gefallen.
Danach haben wir unsere Sitzplätze gesucht. Wir haben zwei Stücke angeschaut. Das erste Stück war „Iphigenie in Aulis“. Auf der Bühne war Wasser und auf der Wand waren Ventilatoren. Es gab aber keinen Wind. Eine Göttin war böse und wollte keinen Wind machen. Jemand musste sterben, damit sie Wind macht. Eigentlich dachte ich, Iphigenie ist nicht gestorben. Aber weil Wind gekommen ist, dachte ich, Iphigenie muss sterben.
Nach der Pause hat das zweite Stück angefangen. Das zweite Stück heißt „Occident Express“. Leute vom Irak sind von ihrem Land weggegangen, weg vom Krieg. Sie wollten nach Europa gehen, weil dort kein Krieg ist.
Es hat mir gefallen, aber manchmal war mir auch ein bisschen langweilig. Manche Sachen habe ich nicht verstanden. Am besten hat mir der Workshop gefallen, weil es lustig war.“
(Autorin: Denisa Sasaran)

Bühne oida! Besuch im volkstheater 2017

ORF III / Verein T.I.W.

Blick hinter die Kulissen

„Für mich war das erste Stück sehr interessant, weil ich denke, ich habe es gut verstanden. Aber ich glaube, das war auch ein bisschen langweilig und es könnte besser werden, wenn die 5 oder 6 Mädchen ein bisschen mehr spielen könnten. Und ich wollte gern mehr von den Mädchen sehen, dann würde es spannender sein.“
(Autor: Mahdi)

„Das zweite Theaterstück war besser als das erste Theaterstück. Die Leute sind vom Irak nach Schweden geflüchtet. Das waren Flüchtlinge. Sie wollten mit dem Zug in die Türkei fahren. Sie brauchten Kleidung, es war sehr kalt. Sie kamen an eine Grenze und dort war ein Feld mit Minen. Ein Junge musste 20 Schritte machen. Bei jedem Schritt sagten die Erwachsenen auf Arabisch: „Alhamdulilah!“. Das heißt: „Danke Gott!“
Da war auch eine Oma. Die Oma sagte immer: <Ich heiße Haifa. Ich habe graue Haare.>“
(Autor: Jaser)

Bühne oida! Besuch im volkstheater 2017

ORF III / Verein T.I.W.

als Zuschauer/innen

„Wir sind in den Schwarzen Salon gegangen. Malte hat mit uns lustige Spiele gemacht. Mir hat am besten das Spiel „Wusch und Gosch“ gefallen, das war lustig. Ich wusste zuerst nicht, was wir machen, aber später, als wir gespielt haben, hat es mir gut gefallen. Danach sind wir zu unseren Sitzplätzen gegangen.
Auf der Bühne war viel Wasser und das war spannend. Und hinten waren acht Windmaschinen Die haben zuerst keinen Wind gemacht, erst zum Schluss. Da waren fünf Mädchen, die gesungen haben. Sie hatten gute Stimmen und sie hatten gleiche Kleider an. Am Schluss wusste ich nicht, ob Iphigenie gestorben ist oder nicht. Der Wind kam und die Soldaten konnten mit dem Schiff in den Krieg fahren.
Danach gab es eine kurze Pause. Wir haben was getrunken.
Dann ist es mit dem zweiten Stück weitergegangen, mit „Occident Express“. Die Schauspieler waren dieselben wie im ersten Stück und sie sind auch geklettert.
Jedes Stück hat eine Stunde gedauert. Danach sind wir zurück nachhause gegangen.
Es hat mir gefallen, aber es war auch langweilig, aber nicht immer.“
(Autorin: Hevi Rasho)

Bühne oida! Besuch im volkstheater 2017

ORF III / Verein T.I.W.

als Schauspielerin

„Beim Volkstheater hat mir der Theaterworkshop sehr gefallen. Die Kampfübungen haben mir sehr gefallen.
In einem Stück haben sich die Schauspieler auf der Bühne splitternackt ausgezogen. Ich habe mich in meiner eigenen Haut dann nicht mehr wohlgefühlt. In diesem Stück war auch ein Kind. Das hat alles gesehen. Da war auch Wasser im Stück und das war spannend.
Mir haben noch ein paar Sachen im Workshop gefallen. Wir mussten schreien, das hat mir gefallen, auch wenn ich mir schwer tue damit. Wir haben auch Tipps bekommen fürs Leben: aufrecht gehen und stehen. Wir haben versucht, mal aufrecht zu gehen. Ich habe dann einen Unterschied gemerkt. Einen großen Unterschied.
Im ersten Stück ging es um Tochter und Vater. Der Vater hatte eine Aufgabe von einer Göttin. Er hat die Aufgabe gehabt, seine Tochter umzubringen, damit die Soldaten dann mit dem Boot weitersegeln konnten.“
(Autorin: Amanda)

„Bei unserem Theaterbesuch haben wir verschiedene Dinge gesehen, wir haben auch in den Schwarzen Salon geschaut.
Es war das erste Mal im Theater bei mir. Mir hat es gefallen, aber ich mag nicht nackten Leuten zuschauen, weil in unserer Religion darf man nicht nackten Leuten zuschauen. Das ist HARAM/verboten.
Aber mir hat es im Theater gut gefallen und ich werde noch einmal das Theater besuchen.“
(Autor: Guled)

Bühne oida! Besuch im volkstheater 2017

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als Schauspieler/innen