ORF-III-Gesprächsreihe

André Hellers Menschenkinder: Sozialmedizinerin Brigitte Kwizda-Gredler

„Andrè Hellers Menschenkinder“ ist die einfühlsame Gesprächsreihe, in der Heller das tut, was er leidenschaftlich gerne tut: Zuhören. Diesmal erzählt Brigitte Kwizda-Gredler aus ihrem privaten und beruflichen Leben u. a. als Lehrende an der Universität Wien, Medizinsoziologin in nationalen und internationalen Gesundheitsbehörden und in der AIDS-Prävention.

Freitag, 8.12.2017, 20.15 Uhr

Die Medizinsoziologin Brigitte Kwizda-Gredler hat an der Wiener Medizinischen Fakultät im Arbeitsbereich der Sozial- und Präventivmedizin geforscht und gelehrt, und in internationalen Gesundheitsbehörden - der Weltgesundheitsorganisation und dem Europarat - an der Umsetzung von Forschungsergebnissen zu Themen des Öffentlichen Gesundheitswesens mitgewirkt. In den letzten Jahren hat sie sich in ihrer praktischen Arbeit vermehrt Grenzsituationen menschlichen Daseins gewidmet.

Sozial- und Präventivmedizin beschäftigt sich mit der Interaktion von sozialen Bedingungen, Gesundheit und Krankheit, sie wird auch als die Lehre für und von der Gesundheitspolitik bezeichnet.

Bei André Heller erzählt die gebürtige Wienerin, wie es sie über einen Umweg als chemisch-technische Assistentin am Hygiene-Institut der Universität Wien in die Sozialmedizin „verschlug“. 1972 begann sie das Studium der Soziologie und Humanbiologie, 1982 promovierte sie zum Dr. phil.. Ab 1983 war sie am Institut für Sozialmedizin der Wiener Universität tätig und dort maßgeblich am Aufbau des von Michael Kunze geleiteten Instituts beteiligt.

Brigitte Kwizda-Gredler wurde 1986 die erste Präsidentin der Österreichischen Aids-Hilfe und baute die Organisation flächendeckend auf. 1988 folgte sie der ehrenvollen Berufung als Aids-Koordinatorin des Europa-Büros der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kopenhagen. 1993, wieder zurück in Wien, war sie Geschäftsführerin des Fonds „Gesundes Österreich“.

In ihren wissenschaftlichen Arbeiten hat sie sich immer wieder mit Frauen-Fragen beschäftigt, daneben wurde die Kindergesundheit zu einem wichtigen Thema für sie. Auch nach dem Wechsel vom Bundesdienst in die Privatwirtschaft ist Kwizda-Gredler weiterhin wissenschaftlich tätig.

André Hellers Menschenkinder 
Sozialmedizinerin: Brigitte Kwizda-Gredler

ORF/ORF3

Brigitte Kwizda-Gredler

Ehrenamtlich ist Brigitte Kwizda-Gredler in der Sterbe-, Trauer- und Lebensbegleitung, in der Geistlichen Begleitung, in der Kommunikation mit desorientierten alten Menschen (Validationsanwenderin), im Zentrum für Europäische Klosterheilkunde Gut Aich und im Europäischen Netzwerk „Dankbar Leben“ tätig.

Gesprächsreihe, 2017


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • André Hellers Menschenkinder: Hannes Androsch

    Er war einst der Kronprinz von Bundeskanzler Bruno Kreisky, fiel dann aus dessen Gunst und ist heute einer der prägenden Industriellen dieses Landes: Hannes Androsch erzählt, wie ihn der Bruch mit Kreisky getroffen hat und wo er die Fehler der heutigen Regierung sieht.

  • André Hellers Menschenkinder: Sophie Freud

    "... wenn sie mir eine Wahl geben zwischen genug Sex und genug Geld, dann nehm ich das Geld" sagt die Enkelin von Siegmund Freud, Sophie Freud. Sie ist die einzige aus der Freud-Familie, die offene Kritik am Werk ihres Großvaters geübt hat.

  • André Hellers Menschenkinder: Helga Rabl-Stadler

    Helga Rabl-Stadler gibt hier nicht nur Auskunft über ihre erstaunliche berufliche Biographie, sondern schildert auch wie sie erst im adoleszenten Alter mit der Tatsache konfrontiert wurde, dass ihr biologischer Vater einer der berühmtesten Österreicher war.

  • André Hellers Menschenkinder: Erwin Pröll

    Am Dreikönigstag gibt der seit 1992 amtierende niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll anlässlich seines 70. Geburtstags spannende Einblicke in seine Lebens- und Gedankenwelt.