Wilde Reise mit Erich Pröll

Feuerberge - Oasen im Ozean

Auf den ersten Blick wirkt die Inselwelt wie ein Tropenparadies. Hinter der Bilderbuchkulisse rumort es jedoch immer wieder kräftig - denn hier sind unvorstellbare Naturgewalten am Werk.

Wilde Reise mit Erich Pröll: Feuerberge - Oasen im Ozean

Dokumentation, 2013↲
(Originaltitel: „Pioneers of the deep“)

Trailer

Donnerstag, 9.11.2017, 20.15 Uhr
Wh. 23.20 Uhr, Fr 04.45 und
14.10 Uhr

Im Mittelpunkt der Dokumentation von Bertrand Loyer steht Epi B, ein Unterwasservulkan vor Vanuatu. Seine Geburt geht auf einen Ausbruch am Meeresgrund vor rd. 300.000 Jahren zurück.

Seit Urzeiten dringt glutflüssiges Gestein aus Magmakammern tief unter dem Meeresboden. Dieser Vorgang hält bis heute an - er schuf und schafft das Fundament für eine Vielzahl von Vulkanen. Mit der Zeit wachsen vom Grund des Ozeans mächtige Feuerberge empor - manche davon sogar über die Meeresoberfläche hinaus, wo sie neue Inseln bilden. Schon während ihrer Entstehung unter Wasser bieten die Hänge und Flanken dieser Vulkane einzigartige Lebensräume - Oasen im Ozean. Vom uralten Sockel in der Tiefsee bis zum Gipfel, der heute nur mehr wenige Meter unter der Meeresoberfläche liegt, ließen Vulkanismus und geothermische Prozesse im Zuge des Wachstums eine Lebenszone nach der anderen entstehen - jede mit eigenen Umweltbedingungen und charakteristischen Bewohnern.

Feuerberge - Oasen im Ozean 
 
Originaltitel: Pioneers of the deep

ORF/Saint Thomas Productions

Vulkan Ausbruch an der Meeresoberfläche

Aus den Flanken an der Basis des Unterwasservulkans erheben sich zahlreiche meterhohe Schlote: Diese „Black Smoker“ verdanken ihren Namen den dunklen Wolken, die sie ausstoßen. Dabei handelt es sich um 400 Grad heißes, extrem mineralreiches und schwefelhältiges Wasser. Schwefel ist die Lebensgrundlage spezieller Bakterien - und diese stehen wiederum am Anfang einer ungewöhnlichen Nahrungskette. Rings um die Tiefseeschlote ist es stockdunkel - dorthin dringt kein Lichtstrahl. Und dennoch gedeiht hier eine faszinierende Fauna. Riesige, mehr als einen Meter lange Röhrenwürmer, Muscheln, fremdartig anmutende Fische - die Vielfalt an Organismen in dieser scheinbar lebensfeindlichen Umgebung ist enorm.

Eine Etage höher bietet sich ein anderer Anblick: Hier gibt es keine Schlote mehr. Während Epi B vom Meeresgrund emporwächst, wechseln Ruhephasen und Ausbrüche einander ab. Jedes Mal, wenn Lava aus dem Krater unter Wasser dringt, planiert sie die Umgebung und schafft so neuen Lebensraum. Auf dem frischen Vulkangestein siedeln sich große Kolonien von Muscheln und Krabben an. Dieses reichhaltige Nahrungsangebot lockt hungrige Räuber an - wie Vampirtintenfische und Oktopusse.

Feuerberge - Oasen im Ozean 
 
Originaltitel: Pioneers of the deep

ORF/Saint Thomas Productions

Eine Nahaufnahme von Garnelen bei NW Rota-1. Der Grund für den Unterschied in der Farbe ist noch nicht klar, aber eine Möglichkeit ist, dass je länger die letzte Häutung her ist, desto mehr Material (Schwefel oder Bakterien) sammelt sich auf ihren Panzern.

Heute liegt der Gipfel des Vulkans nur mehr knapp 30 Meter unter der Meeresoberfläche. In dieser Tiefe zeigt das Sonnenlicht bereits deutliche Wirkung - das Leben basiert nicht mehr auf chemisch gewonnener Energie, sondern auf Photosynthese. Das Resultat ist ein sehr viel komplexeres Ökosystem als in den tiefer gelegenen Regionen der Vulkanhänge. Schwämme und Seeschlangen, Fische und Garnelen, Muscheln und Muränen - die äußeren Flanken unterhalb des Vulkankraters sind Tummelplatz und Lebensraum zahlloser Meeresbewohner.

Aber damit ist die Geschichte von Epi B noch lange nicht zu Ende - im Gegenteil, das spannendste Kapitel steht noch bevor, wenn der Vulkan über die Meeresoberfläche hinauswächst und so eine neue Insel entsteht, auf der Landlebewesen Fuß fassen können. Das Beispiel der beiden wenige Kilometer voneinander entfernten Pazifikinseln Hunter und Matthews zeigt, welch unterschiedliche Entwicklung das Leben nehmen kann: Während sich auf Hunter Kolonien von Tölpeln, Flechten und niedrige Gräser angesiedelt haben, ist Matthews ein schroffer, öder Vulkanfelsen geblieben - und somit weit entfernt von einer Oase im Ozean.

Feuerberge - Oasen im Ozean 
 
Originaltitel: Pioneers of the deep

ORF/Saint Thomas Productions

Vulkan Ausbruch an der Meeresoberfläche

Feuerberge - Oasen im Ozean 
 
Originaltitel: Pioneers of the deep

ORF/Saint Thomas Productions

Deutsche Bearbeitung: Ivo Filatsch

Dokumentation, 2013
(Originaltitel: „Pioneers of the deep“)


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