zeit.geschichte am Samstag

„Stille Helden – Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg“

Premiere am 18. November in der ORF-III-zeit.geschichte.

Von der jungen Katholikin, die eine Widerstandsgruppe organisierte, der Müllerstochter, die einen Bunker im Wald grub, um dort 23 jüdische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter zu verstecken, dem stolzen Bauern, der SS-Waffen entwendete, um Flüchtlinge als Partisanen zu tarnen, und der ledigen Mutter, die am Dachboden untergebrachte Jüdinnen und Juden mit Nahrung und Information versorgte: Sie alle bewiesen im Zweiten Weltkrieg Zivilcourage und brachten ihr eigenes Leben in Gefahr, um andere zu retten. Diesen bis heute noch unbekannten Persönlichkeiten widmet die „zeit.geschichte“ am Samstag, dem 18. November 2017, um 20.15 Uhr die neue ORF-III-Dokumentation „Stille Helden – Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg“ von Regisseurin Uli Jürgens. Thematisch abgestimmt, beschäftigen sich auch die weiteren Dokumentationen des „zeit.geschichte“-Abends mit Retterinnen und Rettern, die Widerstand gegen das NS-Regime leisteten.

Stille Helden - Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg

ORF/Trilight Entertainment

Anna Strasser

Der „zeit.geschichte“-Abend im Überblick:

Samstag, 18. November, 20.15 Uhr

Stille Helden – Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg

Die Dokumentation von Uli Jürgens erzählt von jenen Österreicherinnen und Österreichern, die Jüdinnen und Juden sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter durch ihr selbstloses Wirken vor der Verfolgung durch das Nazi-Regime bewahrten. Sie waren die stillen Heldinnen und Helden des Zweiten Weltkriegs. Menschen, die von dem Wenigen, das sie besaßen, etwas abgaben, um Verfolgte vor dem Verhungern zu retten. Menschen, die ihr eigenes Leben in Gefahr brachten, um Gesuchte zu verstecken. Menschen, die den Glauben an das Gute nie verloren und versuchten, Ungerechtigkeiten zu bekämpfen. Menschen, deren Zivilcourage noch heute Vorbildcharakter hat. Es geht um kleine Gesten, die Großes bewirkten. Erzählt wird von den stillen Heldinnen und Helden Anna Strasser, Maria und Franz Lederer, Anna Rohrhofer sowie von Josefa und Rupert Posch.

Stille Helden - Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg

ORF/Trilight Entertainment

3 Namen der 23 geretteten Juden

21.00 Uhr

Gerechte unter den Völkern – Ella Lingens

Die studierte Rechtswissenschaftlerin und Medizinerin Ella Lingens (1908–2002) versteckte während der Reichspogromnacht Jüdinnen und Juden und wurde dafür ins KZ Ausschwitz deportiert. Sie wurde verhaftet, vier Monate im Gestapo-Hauptquartier auf dem Wiener Morzinplatz interniert und danach ins Konzentrationslager Auschwitz verfrachtet. Als Häftlingsärztin nutzte sie ihre privilegierte Stellung und versuchte ihre Mithäftlinge vor der Vernichtung zu bewahren. Nur knapp entrann sie dem Tod, als sie an Flecktyphus erkrankte. Ella Lingens‘ Sohn, der Journalist Peter Michael Lingens, ist Hauptinterviewpartner der Dokumentation.

Gerechte unter den Völkern - Ella Lingens

ORF/Inspiris Film

Ella Lingens

21.50 Uhr

Varian Fry – Der Retter von Marseille

Er war der Mann, der so berühmte Menschen wie Marc Chagall, Alma Mahler-Werfel, Franz Werfel, Max Ernst und Marcel Duchamp vor den Nazis rettete. Der US-amerikanische Journalist Varian Fry führte während des Zweiten Weltkriegs in Marseille ein Rettungsnetzwerk, das etwa 2.000 Menschen die Flucht vor den Nationalsozialisten ermöglichte. Über die Organisation ERC (Emergency Rescue Committee) sollten vor allem Intellektuelle, die nach Frankreich geflohen waren, gerettet werden. Doch es wandten sich weit mehr Menschen an Fry, der, gemeinsam mit Freiwilligen, diese versteckte und außer Landes schmuggelte. Die Geschichte von Varian Fry zeigt, wie durch Zivilcourage und Engagement auch in Zeiten des Krieges Leben gerettet werden können.