ORF-III-Themenmontag „Österreichische Wahrzeichen“

„Geschichten vom Würstelstand“ mit Gregor Seberg | Am Würstelstand

„Süß oder Scharf, Brot oder Semmerl?“ Der Würstelstand ist eine österreichische „Institution“ und ein Mikrokosmos alles Menschlichen. Wahrscheinlich kennt niemand die Wienerinnen und Wiener so gut wie der Würstelmann.

Österreichische Wahrzeichen: Geschichten vom Würstelstand - mit Gregor Seberg

Dokumentation, 2017

Am Würstelstand

Alltagsgeschichte, 1995

Trailer

Montag, 23.10.2017, 20.15 Uhr
Wh. 23.50 Uhr und Di 03.15 Uhr

„Geschichten vom Würstelstand“ mit Gregor Seberg

Dokumentation, 2017

Der Würstelstand gehört zu Wien und Österreich, wie der Heurige, das Kaffeehaus oder die Hofreitschule. Er ist der Ort, wo sich alle Gesellschaftsschichten, Weltanschauungen und Religionen treffen und im besten Fall verständigen. Der Würstelstand ist der Mikrokosmos alles Menschlichen. Ein Ruhepol in den Wogen der gastronomischen Veränderungen. Er ist ein Universum des Zwischenmenschlichen und wahrscheinlich kennt niemand die Wienerinnen und Wiener so gut wie der Würstelmann.

Erfunden wurde der Würstelstand in der Kaiserzeit als Einkommensquelle für Kriegsinvaliden, und nach dem Krieg zum fixen Teil des Wiener Stadtbildes. Wer sich ein Würstel leisten kann, dem gehört die Welt. Otto Schenk feierte seinen Durchbruch 1961 als Arthur in „Heiße am Samstag“. In der Fernsehserie mimt Schenk den Würstelverkäufer Arthur, der aktuelle Geschehnisse aus Politik und Gesellschaft mit einfachen Worten bissig kommentiert.

Österreichische Wahrzeichen 
Geschichten vom Würstelstand

ORF/ORF III/Kurt Mayer

Gregor Seberg

Judith Doppler begleitet in der Dokumentation den Würstelverkäufer Ernst Kranzlbinder – gespielt von Gregor Seeberg - durch den Tag und erfährt über die Form des Hot Dogs genauso viele Details wie über die wechselnden Vorlieben beim Verzehr.

Weiters geht es um Wurst, Bier und die Zukunft des Würstelstands. Eine Bestandsaufnahme der etwas anderen Art, die sich mit dem über 40 Jahre andauernden Frankfurter-Skandal beschäftigt, und mit den Bestrebungen, den Würstelstand ins 21. Jahrhundert zu führen. Schließlich ist – seit Homer von Würstlkämpfen berichtete – das ist immerhin schon 2800 Jahre her – die Wurst eines der ältesten verarbeiteten Lebensmittel der Welt.

Hofrat Alfred Psota, ehemals Chef der Wiener Lebensmitteluntersuchungsanstalt und erster und einziger Lebensmittel-Papst, kämpft resolut mit klaren Worten gegen Missstände bei der Wursterzeugung.

Guggi Löwinger singt von der Liebe zwischen einer Blunzen und einer Leberwurst, die Kabarettisten des legendären Simpl erklären die Inhaltstoffe einer Burenwurst und Edmund Sackbauer echauffiert sich über die Tatsache, dass ihn jemand am Würstelstand einen Proleten schimpft. Zwischen einer „Haaßen ” und einem „Buckel“ setzt der Film einer inzwischen fragil gewordenen kulinarischen Landschaft ein Denkmal.

Buch und Regie Judith Doppler

21.05 Uhr
Wh. Di 02.20 und 04.50 Uhr

Am Wüstelstand

Alltagsgeschichte, 1995

Mit Kameramann Peter Kasperak porträtiert Elisabeth T. Spira Stammkunden am „Würstelstand“.

Am Würstelstand gibt es rund um die Uhr „Scharfe“, „Haße“, „Burenhäudl“ und viels mehr. Selbst spät nachts, wenn alle anderen Lokale längst geschlossen haben, sind die Würstelstände noch geöffnet.

Bei Jägermeister und Bier treffen einander Nachtschwärmer, Einsame und Jene, die kein Zuhause mehr haben. Für Günther, einen 55-jährigen Obdachlosen, ist der Würstelstand in Linz zur Heimat geworden.

am würstelstand, Alltagsgeschichten

ORF/Cosmos Factory/Peter Kasperak

Herr Franz am Würstelstand in Wien-Floridsdorf

am würstelstand, alltagsgeschichten

ORF/Cosmos Factory/Peter Kasperak

Die Geschwister Resi und Adolf beim Warmen Hans, einem Würstelstand in Linz. Früher waren beide beim Zirkus, heute sind sie obdachlos.


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