100 Jahre Oktoberrevolution

Im Oktober 1917 fand in Russland die Machtübernahme durch die russisch kommunistischen Bolschewiki statt. ORF III widmet dem 100. Jahrestag ein „zeit.geschichte“-Wochenende und zeigt Dokumentationen über die Geschichte Russlands - vom Sturz des Zaren bis zum amtierenden Präsidenten Wladimir Putin, kuratiert von Hugo Portisch.

Der Mann, der die Welt rettete

Dokumentation, 2014

Stalin in Farbe

Dokumentation, 2014

Trailer

Samstag, 21.10.2017, 20.15 Uhr
Wh. So 02.15 und 17.10 Uhr

„Hört die Signale"
(Teil 1 und 2 am Samstag)
Promotrailer

Hört die Signale (1/4) Lenin - Die Revolution, die noch keine war

Doku-Reihe, 1991/2014

Mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme in Mittel- und Osteuropa scheiterte auch der Versuch, eine neue, alternative Gesellschaftsordnung aufzubauen. Über Jahrzehnte hinweg schien das aber zu gelingen. Unter kommunistischer Führung wurde aus Russland die Supermacht Sowjetunion, die ihr System in viele Länder tragen konnte, die als erste in den Weltraum vorstieß und die - zumindest militärisch - der anderen Supermacht, den USA, ebenbürtig schien.
Mehr dazu:
Hört die Signale: Lenin - Die Revolution, die noch keine war

Hört die Signale (1/4) 
Lenin I - Die Revolution, die noch keine war

ORF/FotoChronika Tass. Nr. 404537

Wladimir Iljitsch Lenin und eine Gruppe von Kommandeuren bei der Truppenparade junger Rotarmisten auf dem Roten Platz am 25. Mai 1919 in Moskau. Die allgemeine militärische Ausbildung der Bürger wurde am 22. April 1918 während des Bürgerkrieges eingeführt und 1923 abgeschafft.

21.45 Uhr
Wh. So 18.45 Uhr, Mo 01.50 Uhr

Hört die Signale (2/4) Lenin - Der Kommunismus, der keiner war

Doku-Reihe, 1991/2014

Lenin ist in Russland an der Macht. Er gibt Russland die erste sozialistische Verfassung der Welt. Doch die Bolschewiken verankern in dieser Verfassung Grundsätze, die Karl Marx für den Sozialismus so nicht vorgesehen hat: die permanente Diktatur nicht des Proletariats, sondern einer Partei, Verfolgung aller "Feinde des Sozialismus“, Diskriminierung aller anderen Bevölkerungsschichten, die nicht als Arbeiter und Bauern gelten, sowie die Gründung einer kommunistischen Internationale, die die Revolution in alle Länder der Welt tragen soll.
Mehr dazu:
Hört die Signale: Lenin - Der Kommunismus, der keiner war

Hört die Signale 
Lenin II - Der Kommunismus, der keiner war 2/4

ORF

Wladimir Iljitsch Lenin bei der Enthüllung des Marx-Engels Denkmals im November 1918, bei der er von der bevorstehenden Weltrevolution sprach. Lenin war überzeugt, dass sich der Sozialismus in Russland nicht verwirklichen lassen werde, und die Bolschewiken auch nicht an der Macht bleiben könnten, wenn sie nicht Hilfe von außen, vor allem durch eine Revolution in Deutschland, die sich zur Weltrevolution entwickeln müsste, bekäme.


Das Programm am Sonntag:

Sonntag, 22.10.2017, 11.40 Uhr

Kriegsgefangene in Russland - Österreicher im Ersten Weltkrieg

Dokumentation, 2016
(Originaltitel: „Es geht mir gut. Ich komme bald. Österreicher als Kriegsgefangene in Turkestan“)

Etwa 200.000 österreichisch-ungarische Soldaten landeten zwischen 1914 und 1920 als russische Kriegsgefangene in rund 50 Lager im zentralasiatischen Generalgouvernement Turkestan, dem Territorium der seit 1991 unabhängigen Staaten Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan.

Anhand von Aufzeichnungen und Erinnerungen ihrer Nachkommen werden die Erlebnisse der Kriegsgefangenen rekonstruiert - von ihrer Gefangennahme in Galizien über den monatelangen Transport nach Turkestan, ihr Überleben im Lageralltag, bei Zwangsarbeit, in Revolution und Bürgerkrieg bis zu ihrer abenteuerlichen Flucht oder Repatriierung.

Neben Interviews mit den Nachkommen und historischen Fotografien zeigt der Film Aufnahmen von Originalschauplätzen in Kirgisistan und Tadschikistan mit Kommentaren und Erzählungen von Einheimischen und lokalen Historikern.

Kriegsgefangene in Russland - Österreicher im Ersten Weltkrieg 
 
Originaltitel: Es geht mir gut. Ich komme bald. Österreicher als Kriegsgefangene in Turkestan

ORF/Benjamin Epp

Bewohner des Isfairam-Tals Kirgistan

12.45 Uhr

Putin und die Macht der Geschichte

Dokumentation, 2015

Ob im Kampf um die Krim und die Ostukraine, im verbalen Schlagabtausch mit dem „Westen“ oder im Ringen um den Machterhalt im Innern: immer wieder mobilisiert und instrumentalisiert Kreml-Chef Wladimir Putin Momente der 1000-jährigen russischen Geschichte, wenn es darum geht, umstrittene Politik zu rechtfertigen. Dabei tritt er als Staatsmann auf, der es sich zum Ziel gesetzt hat, früheren Ruhm und Größe des russischen und sowjetischen Imperiums wieder aufleben zu lassen. Ob es sich um Anleihen aus der Zarenzeit oder der Sowjet-Ära handelt, sein Spiel auf der historischen Klaviatur verschafft ihm im eigenen Land großen Rückhalt.
Mehr dazu: Putin und die Macht der Geschichte

Putin und die Macht der Geschichte

ORF/ZDF

Karte; Ausdehnung des Russischen Zarenreichs

13.35 Uhr

Der Mann, der die Welt rettete

Dokumentation, 2014

Ende 1962 hielt die Welt den Atem an: In der Kuba-Krise standen sich amerikanische und russische Atomraketen gegenüber. Die Mächtigen auf beiden Seiten hatten die Finger am Abzug. Wer verhinderte damals den Ausbruch des Dritten Weltkrieges?
Mehr dazu: Der Mann, der die Welt rettete

Der Mann, der die Welt rettete

ORF/ZDF/Marianna Yarovskaya

Vasili Arkhipov

14.20 Uhr

Stalin in Farbe

Dokumentation, 2014

Moskau, 5. März 1953. Josef Stalin ist tot. Fünf Millionen Menschen geben dem Diktator beim Begräbnis am 9. März die letzte Ehre. Eine ehrfürchtige Beerdigung für einen der größten Verbrecher der Menschheitsgeschichte.
Mehr dazu: Stalin in Farbe

Stalin in Farbe

ORF/ZED

Josef Stalin

15.20 Uhr

Der Kreml - Im Herzen Russlands

Dokumentation, 2006

„Über Moskau ist der Kreml und über dem Kreml ist nur Gott“ - mit diesem Sprichwort beschreiben Russen voller Ehrfurcht die Bedeutung des Kreml. Hinter den Mauern dieser Festung, deren unterste Schichten bis ins 12. Jahrhundert zurückreichen, schlägt das Herz des Landes.
Mehr dazu: Der Kreml - Im Herzen Russlands

Der Kreml - Im Herzen Russlands

ORF/NDR/Johannes Anders

Die Südmauer des Kreml

16.20 Uhr

Königliche Dynastien: Die Romanows

Dokumentation, 2015

Keine andere Familie hat Russland so geprägt wie die Romanows. 300 Jahre herrschte die Zarendynastie über das größte Land der Erde. Mit Heiratspolitik, Waffengewalt und diktatorischer Härte sicherten sie ihre Macht.

Peter der Große modernisierte das Land und machte es zur europäischen Großmacht. Mit Katharina der Großen eroberte eine Deutsche den russischen Zarenthron. Mit Verstand und ohne Skrupel wurde sie zur mächtigsten Frau der Welt. Unter Nikolaus II. ging das Zarenreich unter. Der letzte Zar, seine Familie und seine treuesten Diener wurden in der Nacht von 16. auf 17. Juli 1918 ermordet. In ganz Russland machten die Bolschewiken in jenen Tagen Jagd auf Angehörige der Romanow-Familie. 18 Mitglieder der Dynastie und zahllose Menschen aus ihrem Umfeld fielen ihnen zum Opfer. Doch einige konnten rechtzeitig fliehen. Rund 60 Angehörige der Zarenfamilie leben heute über die ganze Welt verstreut.

Die Romanows

ORF/ZDF

Xenia Sfiris, Großnichte des letzten Zaren, mit ihren Enkeltöchtern - die jüngste Generation kennt die Vergangenheit ihrer Vorfahren nur aus Erzählungen und Bildern.

Die Romanows

ORF/ZDF

Ganina Jama, ca. 15 km von Jekaterinburg entfernt, steht mitten im Wald eine Kapelle, in der Mönche jeden Sonntag um Vergebung für die Ermordung von Zar Nikolaus II. und seiner Familie bitten

20.15 Uhr
Wh. Mo 03.20 Uhr

Hört die Signale (3/4) Stalin - Der Sozialismus, der keiner war

Doku-Reihe, 1991/2014

Die Weltrevolution, die man von Russland aus lenken wollte, ist ausgeblieben. Sowjetrussland ist der einzige kommunistisch regierte Staat der Welt geblieben und befindet sich in einem wirtschaftlich schlechten Zustand. Stalin will nun den Sozialismus in seinem Land aufbauen. Und das macht er mit brutalsten Mitteln.
Mehr dazu:
Hört die Signale: Stalin - Der Sozialismus, der keiner war

Hört die Signale 
Stalin - Der Sozialismus der keiner war 3/4

ORF/FZ-2 Historisches Archiv/Presse Photo GmbH Berlin

Bolschewistenhäuptlinge, ca. 1928. In der ersten Reihe, ab 2.v.li.: Rykow, hinter ihm mit Kneifer: Kamanjew, in Uniform: Woroschilow, Kuibyschew, Muralow (mit Spitzbart), Bucharin, Stalin, Molotow (mit Krawatte), Jenukidse.

21.50 Uhr

Hört die Signale (4/4) Von Chruschtschow bis Putin

Doku-Reihe, 1991/2014

Nach dem Tod Stalins im Jahr 1953 zeichnen sich weitreichende Veränderungen ab. Es gibt Aufstände in den Gulag-Lagern, Volksaufstände in der DDR, in Polen, in Ungarn - schließlich kommt es zum Prager Frühling. Lange versucht die Sowjetführung, ihre Herrschaft aufrechtzuerhalten, doch spätestens mit Michail Gorbatschow ist das Ende des Sowjetimperiums gekommen. Zuerst unter Chruschtschow, dann unter Breschnew, schottete die Sowjetführung ihr Imperium noch mit Eisernen Vorhängen und Mauern von der Außenwelt ab, rollte Aufstände mit Panzern nieder. Nikita Chruschtschow versuchte Reformen und scheiterte an diesem Versuch. Breschnew glaubte, mit militärischer Macht das Sowjetregime sichern zu können und forcierte die Rüstung. Doch das hält die sowjetische Wirtschaft nicht durch.
Mehr dazu: Hört die Signale: Von Chruschtschow bis Putin

Hört die Signale 
Von Chruschtschow bis Putin 4/4

ORF/Associated Press

Das Ende jeglicher Gewaltherrschaft: Vor dem KGB Hauptquartier wird das Denkmal Dserschinskis, des ersten Chefs der Teschka, der von Lenin geschaffenen Geheimpolizei, gestürzt. Die Denkmäler Lenins folgen bald.

23.55 Uhr

Rodina heißt Heimat

Dokumentation, 1992

Ein halbes Jahr lang beobachtet Helga Reidemeister 1991 den Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus Meiningen in Thüringen. Später folgt sie den Soldaten ins Auflösungslager in der Ukraine.

Es ist die Zeit des Moskauer Putschversuchs und des schnellen Zerfalls der Sowjetunion. Vor diesem Hintergrund gewinnen Reidemeisters Fragen, wo denn jetzt für die Soldaten ihre Heimat liege und was sie von der Zukunft erwarten, eine brisante Dimension.

Ausgezeichnet mit dem Friedenspreis der Internationalen Filmfestspiele von Berlin erweist sich „Rodina heißt Heimat“ als Dokument einer Umbruchsphase, deren Erschütterungen noch heute fortwirken: für den einen Soldaten ist die Ukraine die Heimat, für den anderen Moskau.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Varian Fry - Der Retter von Marseille

    Er hatte weder die Ausbildung noch das Profil eines Geheimagenten. Aber Varian Fry lernte schnell. Und seine Mission wurde zur persönlichen Herausforderung: er ist entschlossen, so viele Menschen wie nur möglich vor den Nazis zu retten. Künstler wie Marc Chagall, Franz Werfel oder Max Ophüls verdanken ihm ihr Leben.

  • Stille Helden - Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg

    Über Widerstand im ländlichen Raum wurde bis dato wenig berichtet. Diese Dokumentation erzählt von vier Menschen, die ihr Leben riskierten um andere zu retten: Anna Strasser, Anna Rohrhofer, Franz Lederer und Anton Posch.

  • Gerechte unter den Völkern: Ella Lingens

    Weil sie jüdische Familien versteckt, deportieren die Nazis Ella Lingens ins KZ Ausschwitz. Dort rettet sie als Ärztin unzähligen Inhaftierten das Leben.

  • Arisierung: Der große Raubzug | Die verlorenen Jahre

    Mit dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 wurde die jüdische Kultur in Wien ausgelöscht. Bis dahin war sie fixer Bestandteil - Wissenschaft, Kunst und Wirtschaft waren - besonders in der Zeit der Jahrhundertwende - von den Wiener Juden geprägt.