Erbe Österreich

Vieler Herren Häuser: Die Palais am Schwarzenbergplatz

Karl Hohenlohe erkundet die erstklassigsten Palais rund um den Schwarzenbergplatz, u.a. das geschichtsträchtige Haus der Industrie und das Palais der Wirtschaftsmagnaten Franz Wertheim und Viktor Ofenheim.

Der Schwarzenbergplatz nimmt in der Geschichte der Wiener Ringstraße in mehrfacher Hinsicht einen besonderen Platz ein. Hinter seinen imposanten Fassaden residierten erfolgreiche Firmengründer, skrupellose Wirtschaftsbosse, mächtige Interessensverbände und das schwarze Schaf der kaiserlichen Familie. Kaiser Franz Josefs jüngster Bruder Ludwig Viktor ging aber nicht nur als Skandal-Erzherzog in die Geschichte ein, sein Palais machte den Schwarzenbergplatz zur nobelsten Adresse der Ringstraße, einem Ort für die Reichsten der Reichen, die ihre prachtvollen Häuser trotzdem nicht so bauen durften, wie sie wollten. Kaiser Franz Josef I. hatte höchstpersönlich verfügt, dass der Schwarzenbergplatz eine harmonische Platzstruktur bekommt. Er sollte ein würdiger Rahmen sein für das Reiterstandbild des Fürsten Carl Phillip von Schwarzenberg, das der Kaiser in seiner Mitte aufstellen ließ. Es zeigt den Feldherren, der in der Völkerschlacht bei Leipzig Napoleon die entscheidende Niederlage zufügte, war aber schon bei seiner Enthüllung umstritten.

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Reiterstatue Karl Philipp zu Schwarzenberg am Schwarzenberg Platz.

Der Schwarzenbergplatz ist aber weit mehr als ein wunderbares Bauensemble, das alle Phasen des Historismus in sich vereint. Hier nahm Österreichs Geschichte gleich zweimal eine dramatische Wende. Schon 1683 gab es bei der Türkenbelagerung die heftigsten Gefechte vor der Wasserkunst-Bastei. Kein Wunder, dass ausgerechnet hier das erste Sommerschloss außerhalb der Stadtmauern errichtet wurde. Das prächtige Barock-Palais Schwarzenberg war auch eine politische Botschaft an die Wiener, ein Zeichen, dass die Türken-Gefahr endgültig gebannt war.

262 Jahre später rückte der Schwarzenbergplatz erneut in den Mittelpunkt der Geschichte: 1945 zog der Alliierte Rat im Haus der Industrie ein und machte es zum Machtzentrum des besetzten Österreich. Ohne Zustimmung der Siegermächte des zweiten Weltkriegs wurde kein Beschluss der österreichischen Regierung umgesetzt.

Klar, dass im Mai 1955 auch die letzten Staatsvertragsverhandlungen im Haus der Industrie stattfanden. Hier wurden entscheidende Details geregelt und die Weichen für das freie, demokratische Österreich von heute gestellt.

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Palais Schwarzenberg

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Luftaufnahme Schwarzenberg Platz

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Russendenkmal, Schwarzenberg Platz

Dokumentation, 2017


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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