Wilde Reise mit Erich Pröll am Donnerstag

Wildes Venedig

Venedig ist ein Mythos, die prächtigste Kulisse der Welt und hat zwei völlig unterschiedliche Seiten: quirlige Lagunenstadt auf der einen, stille Inseln, bewohnt nur von Wildtieren, auf der anderen.

Wilde Reise mit Erich Pröll: Wildes Venedig

Dokumentation, 2014

Trailer: Wilde Reise: Wildes Venedig (11.5.2017)

Donnerstag, 11.5.2017, 20.15 Uhr
Wh. Fr 01.05 und 10.40 Uhr,
Sa 01.00 und 10.40 Uhr

Hinter der malerischen Fassade aus Palästen, Kirchen und Kanälen existiert ein bis heute kaum erforschter Kosmos, bevölkert von einer außergewöhnlichen Menagerie von Lebewesen - allgegenwärtig, aber kaum sichtbar. Venedigs Tiere leben mitten in der Stadt, tauchen unter ihr hinweg oder blicken von hoch aus der Luft auf sie herab. Wer zum Beispiel hätte am Rand der Lagune bunte Riffe, von einer Vielzahl wundersamer Meerestiere bevölkert, vermutet? Wer hätte gedacht, dass die Sandbänke und Inseln Lebensraum für Wildtiere sind - von Füchsen und Mardern bis hin zu Abertausenden Zugvögeln, und wer kennt schon die bunte Tierwelt der versteckten Gärten von Venedig-Stadt?

Wildes Venedig

ORF/Epo Film

Garten in Venedig

Giftige Wasserspitzmäuse, Flamingos und Felsriffe

Regisseur Klaus T. Steindl erforscht das wenig bekannte Venedig der Tiere. Er begleitet die Falken und Zugvögel der Stadt, entdeckt das wilde Tierleben auf den stillen Laguneninseln abseits des Touristentrubels und findet sogar die seltene Wasserspitzmaus: sie ist eines der ganz wenigen giftigen Säugetiere der Erde und wird von der Kamera bei einem ihrer Unterwasser-Beutezüge in der Lagune beobachtet. Tatsächlich ist die giftige Eurasische Wasserspitzmaus aber nur eine der vielen Überraschungen, mit denen Venedigs Tierwelt aufwarten kann.

Eine kaum zu benennende Zahl von Zugvögeln sucht zweimal im Jahr die Lagune auf, um sich dort am Weg nach Norden oder Süden, je nach Jahreszeit, mit dem nahrhaften Eiweiß der Krustentiere zu stärken. Allen voran die Flamingos: die Kolonie von Venedig ist die nördlichste im Mittelmeerraum. Sieht man im Frühling die Flamingos vor dem Panorama der weiß verschneiten Alpenkette, wird klar, warum die Tiere nicht über Venedig hinaus weiter nach Norden fliegen. Während auch viele Störche hier bleiben, machen sich andere Zugvögel wie die Alpenstrandläufer bereit, um ihre Reise über die Alpen anzutreten.

Am Übergang zum offenen Meer, überrascht ein bunter Mikrokosmos nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche: die Welt der Tegnùe. Im flachen Becken der oberen Adria wunderten sich die Fischer über Jahrhunderte, dass ihre Netze an gewissen Stellen beschädigt wurden oder rissen. Sagen über böse Wassergeister entstanden und schließlich auch das Wort „Tegnùe“ für diese Meeresabschnitte, das so viel wie „festhalten!“ bedeutet. Einer dieser Plätze liegt auch gleich am Ausgang des Porto di Lido, also quasi am Eingang in die Lagune.

Wildes Venedig

ORF/Epo Film

Flamingos in Venedig

Heute weiß man, dass hinter den Tegnùe eine geologische Besonderheit steckt: Felsriffe organischen Ursprungs, vergleichbar den Korallenriffen der Südsee. Doch die Tegnùe Venedigs wurden nicht von Korallen gebildet, sondern von kalkhältigen und Kalk absondernden Algen: diese Felsschluchten des Mittelmeers sind heute Habitate mit einer großer Artenvielfalt. Nicht nur bunte Seeanemonen und Seeschwämme von bizarrer Form leben hier, sondern eine unüberschaubare Vielzahl bunter Fische oder Kalmaren. Es ist auch für erfahrene Taucher ein ganz besonderer Moment, das verführerische Liebesspiel der Tintenfische mit den wechselnden Farben beobachten zu können.

Leben mit den Gezeiten

Zweimal täglich hebt und senkt sich das Wasser in der oft sehr seichten Lagune. Viele der menschenleeren Inseln, die bei Ebbe noch da waren, sind dann plötzlich verschwunden. In der Lagune gibt es nur ein Fortbewegungsmittel: das Boot. Doch selbst von den Einheimischen kennen nur wenige die Fahrrinnen, in denen die Boote fahren können. Oft ist das Filmteam im Morast steckengeblieben oder wurde von der Ebbe überrascht und kam für mehrere Stunden nicht mehr von der Insel weg.

Wildes Venedig

ORF/Epo Film

Dolomiten

Die beeindruckenden Helikopter- und Multikopter-Flugaufnahmen enthüllen die wahren Geheimnisse der Lagune: surreale Muster unsichtbarer Flussarme und Kanäle, die Herz und Lunge der Lagune sind. Sie kreieren auf rund 550 Quadratkilometern eine magische Landschaft aus Inseln und Sandbänken, nährstoffreich und fischreich - das Wattenmeer der Adria.

Wildes Venedig

ORF/Epo Film

Fuchs am Strand von Venedig

Wildes Venedig

ORF/Epo Film

Alpenstrandläufer

Dokumentation, 2014


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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