ORF-III-Themenmontag

Sexsüchtig | Sexualität im Kopf | Talk: Sex der Zukunft

In der Dokumentation „Sexsüchtig“ erzählen Betroffene von den Auswirkungen ihrer Sucht, „Sexualität im Kopf“ beschäftigt sich mit sexuellen Phantasien und über den „Sex der Zukunft“ diskutiert Ingrid Thurnher anschließend in kompetent besetzter Runde.

Themenmontag „Sexualität“ (24.4.2017)

Montag, 24.4.2017, 21.05 Uhr
Wh. Di 01.35 und 12.50 Uhr

Sexsüchtig

Dokumentation, 2015
(Originaltitel: Sex Addicts)

Sexsucht: Etwa 5 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung leidet an diesem Verhaltensproblem und die Menschen, mit denen die Betroffenen ihr Leben teilen. Kein Preis scheint zu hoch, um dem Verlangen nach Sex nachzukommen: ein renommierter Chirurg besucht eine Prostituierte, während ein Unfallopfer im Operationssaal wartet; ein Angestellter riskiert die Kündigung, weil er im Büro auf Pornoseiten surft.

Der Film beschäftigt sich mit einer Krankheit, die sich ganz unterschiedlich auswirkt und die Betroffenen regelrecht auffrisst. In der westlichen Gesellschaft ist die Krankheit weitgehend ein Tabu, eine dunkle Zone. Fakt ist aber, dass Sexsucht eine Krankheit ist.

Die Dokumentation erzählt aus der Perspektive von Betroffenen und schildert, was es heißt, alles zu riskieren, um seinem Trieb nachzugehen.

Sexsüchtig 
 
Originaltitel: Sex Addicts

ORF/Newen Distribution

Samuel spricht über Sexsucht

22.05 Uhr
Wh. Di 02.30 und 12.00 Uhr

Sexualität im Kopf

Dokumentation, 2015

Sexuelle Phantasien bewegen sich mitunter losgelöst von gesellschaftlichen und moralischen Vorstellungen und sind nach wie vor von schlechtem Gewissen und Komplexen begleitet. Ein neue wissenschaftliche Studie aus Kanada stellt die Frage der „Normalität“ in Frage. 55 Menschen wurden zu ihren sexuellen Phantasien befragt: zumindest die Hälfte gab an, Phantasien bereits ausgelebt zu haben, darunter Sex in der Öffentlichkeit oder vom Partner dominiert zu werden. Vorurteile wie: Frauen träumen vom Blümchensex und Männer von der harten Sexualität, sind nach dieser Studie nicht mehr zu halten, erklärt Sexualmedizinerin Elia Bragagna.

Sex ohne Phantasie funktioniert nicht

„Sex ohne Phantasie ist wie ein Auto ohne Räder, es funktioniert nicht“, sagt der Psychotherapeut Roland Blum im Gespräch mit Medizinjournalist Bernhard Hain.

Die Phantasie steigert das Erregungspotential und verdichtet Gefühle, so die Sexualtherapeutin Claudia Wille. Erotische Gefühle können so ausgelebt werden, Gefühle die man in der Realität oft nicht haben will. Der Psychoanalytiker und Bildungswissenschafter Josef Christian Aigner der Universität Innsbruck prangert die ständig fortschreitende Enteignung der Phantasie durch Veröffentlichung an. Durch den immer stärker präsenten „Performance Sex“ in Werbung, Medien und Pornographie gehen private Phantasien und die eigene private Lustbarkeit verloren. Leistungsdenken getriggert beispielsweise durch die weit verbreitete Pornosucht bei Jugendlichen, beherrscht das Sexleben. Nach Aussagen der Medizinforscherin Michaela Bayerle- Eder von der Meduni Wien leiden bis zu 40 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer in Österreich an Sexproblemen, die in den meisten Fällen tabuisiert werden.

Sexualität im Kopf

ORF/ORF III

Regisseur: Bernhard Hain
Dokumentation, 2015

22.55 Uhr
Wh. Di 03.15 Uhr

Der Talk mit Ingrid Thurnher: Der Sex der Zukunft

Wohin entwickelt sich der Sex der Zukunft? Welche Möglichkeiten bieten die neuen Technologien? Was passiert mit der Gesellschaft, wenn Menschen immer mehr in virtuellen Realitäten leben und lieben? Und können Menschen emotional von Maschinen abhängig werden? Über diese Themen spricht Moderatorin Ingrid Thurnher mit ihren Gästen Peter Laskaris, Laufhaus Manager, Markus Hengstschläger, Genetiker, Johannes Grenzfurthner, Künstler und Kurator „Arse Elektronika“, Michaela Bayerle-Eder, Sexualmedizinerin, und Manuela Schon, „Campaign Against Sex Robots“.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Wie wir morgen Liebe machen

    Virtuelle Erotik, Online-Dating, Tele-Sex-Spielzeuge für zwei - die Spielarten der Liebe sind heute vielfältiger als wahrscheinlich je zuvor. Und auch unsere Beziehungsformen werden bunter: Polyamore, Mingles und virtuelle Partnerschaften.

  • St. Stephan - Der lebende Dom

    Die Dokumentation von Georg Riha aus dem Jahr 1997 zeigt das Wiener Wahrzeichen, wie man es noch nicht gesehen hat.

  • Joseph Ratzinger - Mein Vatikan

    Die Dokumentation von Günter Schilhan zeichnet ein sehr persönliches Bild des Papstes, der den Vatikan kennt wie kaum ein anderer.

  • Die Geheimnisse von Papst Johannes Paul II.

    Papst Johannes Paul II. war einer der einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Über 25 Jahre leitete er die römisch-katholische Kirche und trug zum Fall des Kommunismus bei. Der Film gewährt neue Einblicke in das private Leben dieser äußerst öffentlichen Figur.