kreuz & quer am Mittwoch

Fasten im Kloster

Eine Woche, in der das Leben auf das Wesentliche reduziert wird, aber sich auch Wesentliches ändern kann. Ein Bett, ein Kasten, ein Tisch. Eine harte Semmel zum Frühstück, eine Fastensuppe mittags und abends – und dabei nichts reden.

Mittwoch, 22.3.2017, 21.00 Uhr

Klöster öffnen sich immer mehr für Fastenwillige: Ihre dicken Mauern verheißen Schutz und Ungestörtheit. Auch im Stift Göttweig werden in den Wochen vor Ostern „Fastenexerzitien“ abgehalten. Das Besondere daran: Es geschieht unter geistlicher Anleitung durch die Mönche.

Keine Frau, keine Familie … Mönche wissen, was es heißt, zu verzichten. „Fastenkrisen“ sind ihnen gut bekannt – weil selbst durchlebt. Im übertragenen Sinne können sie ihre Erfahrungen an die Teilnehmer der Exerzitien weitergeben. Diesmal an mehr als ein Dutzend Frauen und Männer aus Deutschland und Österreich, so auch an Konrad Gutlederer. In seiner „besten Zeit“ wog der Wiener Oberkellner 164 Kilogramm. Auf dem Göttweiger Berg will er sich die Kraft holen, endlich „Nein“ sagen zu können. „Allein schaffe ich es nicht“, klagt der 56-jährige. Sein Arzt hat ihm jetzt etwas anderes „verschrieben“: eine Woche Kloster.

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Fasten im Kloster

ORF/Gloria Film

Konrad Gutlederer mit seinem Fastenbegleiter Abt Columban.

Gemeinsam wird auf Dinge verzichtet, die im alltäglichen Leben als unverzichtbar gelten. Dies und die Stille helfen, Gewohnheiten zu hinterfragen und wieder die leise, „innere Stimme“ wahrzunehmen. „Man glaubt gar nicht, wie gut das Einfache tut“, sagt Herr Gutlederer, und freut sich auf den Gesang der Mönche allmorgendlich in der Chorkapelle. „Es gibt kein Medikament, dass das ersetzen kann.“

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Fasten im Kloster

ORF/Gloria Film

In der Fastenwoche gibt es nur eine harte Semmel zum Frühstück.

Der Film von Helmut Manninger gibt Einblicke in die Fastenwelt hinter Klostermauern – aber auch in die persönlichen Krisen, Wünsche und Sehnsüchte der Teilnehmer. Entstanden ist ein Film über unmittelbare Erfahrungen von Menschen, die bewusst verzichten und gestärkt daraus hervorgehen wollen. „Ein Privileg“, so Regisseur Manninger, „bei diesem sehr intimen Prozess mit der Kamera dabei gewesen zu sein.“

Mehr Information auf religion.orf.at

Dokumentation, 2012


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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