Zum 90er von Hugo Portisch

Aufregend war es immer

Hugo Portisch begeht am 19. Februar seinen 90. Geburtstag. Karo Wolm und Wolfgang Winkler haben für ORF III die Doku-Trilogie basierend auf Portischs Biographie „Aufregend war es immer“ produziert.

zeit.geschichte: Hugo Portisch - Aufregend war es immer (1/2)

Dokumentation, 2017

zeit.geschichte: Hugo Portisch - Aufregend war es immer (2/3)

Dokumentation, 2017

zeit.geschichte: Hugo Portisch - Aufregend war es immer (3/3)

Dokumentation, 2017

Freitag, 17. Februar, 20.15 Uhr
Wh. Fr, 22.40 Uhr und Sa, 01.40 Uhr

„Journalist aus Leidenschaft“

Hugo Portisch - Aufregend war es immer, Teil 1

Der erste Teil der biografischen Dokumentation widmet sich den Anfängen der journalistischen Laufbahn Hugo Portischs. Er erzählt über seinen familiären Hintergrund und seine persönlichen Erfahrungen während und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Hugo Portisch - Aufregend war es immer 
Journalist aus Leidenschaft (1/3)

ORF

Hugo Portisch (re.) bei seiner Ausbildungsreise in die USA, 1950.

Besonders prägend war für den Journalisten seine Ausbildungsreise 1950 in die USA. Sie schuf die Basis für seine beruflichen Grundsätze und löste bei ihm eine Faszination für das Land aus, die ihn lange nicht mehr loslassen sollte. Als Mitarbeiter des Informationsdienstes der Österreichischen Botschaft in New York begleitete er 1954 den österreichischen Bundeskanzler Julius Raab auf seinem USA-Besuch.

Noch während seiner Reise mit Raab bekam Portisch das Angebot beim „Neuen Kurier“ zu arbeiten, wo er ab 1958 als Chefredakteur fungierte. Als der langersehnte Staatsvertrags im Jahr 1955 Realität werden sollte, war es Hugo Portisch, der gemeinsam mit Hans Dichand als erster eine Sonderausgabe mit der Schlagzeile „Österreich wird frei“ druckte und sie eigenhändig am Wiener Westbahnhof verteilte.

Hugo Portisch - Aufregend war es immer 
Journalist aus Leidenschaft (1/3)

ORF

Sonderausgabe des Kurier, 1955.

Bereits sehr früh in seiner Karriere trat Portisch für die politische Unabhängigkeit des Journalismus ein. Höhepunkt war das von ihm initiierte Rundfunkvolksbegehren im Jahr 1964. Mehr als 830.000 Österreicher unterstützten mit ihrer Unterschrift die Forderung nach einer Entpolitisierung des Österreichischen Rundfunks – ein Ergebnis, das zu einer grundlegenden Reform des ORF unter Gerhard Bacher führte.

Samstag, 18. Februar, 20.15 Uhr
Wh. So, 01.50 Uhr

„An den Brennpunkten des Weltgeschehens“

Hugo Portisch - Aufregend war es immer, Teil 2

Prag, Paris, London, Belgrad, New York. Ende der 1960er-Jahre schien Hugo Portisch als ORF-Chefkommentator an allen Schauplätzen der Weltpolitik gleichzeitig zu sein. Legendär sind seine Live-Berichte und Analysen zu den brennenden politischen Themen der Zeit. Unvergessen ist etwa jene Live-Schaltung ins revoltierende Paris des Jahres 1969, als Portisch es schaffte – trotz Konfetti-Regen, flankiert von Demonstranten – seinen Live-Bericht fertigzustellen.

Hugo Portisch - Aufregend war es immer 
An den Brennpunkten des Weltgeschehens (2/3)

ORF

Portisch berichtet aus Paris, 1968.

Im Sommer des Umbruchjahres 1968 bewies er sein großes politisches und journalistisches Gespür, als ihn sein Bauchgefühl frühzeitig seinen Italienurlaub abbrechen ließ und er auf der Rückreise erfahren musste, dass soeben sowjetische Panzer in Prag aufgefahren waren. Noch in der Nacht fuhr Portisch zurück nach Wien. Seine Berichte rund um den niedergeschlagenen Prager Frühling gehören zu jenen journalistischen Höhepunkten, die ihn bei der österreichischen Bevölkerung so populär machten.

Hugo Portisch - Aufregend war es immer 
An den Brennpunkten des Weltgeschehens (2/3)

ORF

Portisch berichtet aus Prag, 1968.

Abseits der aktuellen Berichterstattung reiste Portisch um die Welt um ausführliche Dokumentationen etwa über China, Kuba oder mehrere Länder Afrikas zu drehen. Sein Interview mit dem chinesischen Marschall Chen Yi über die Rolle Chinas im Vietnam-Krieg machte internationale Furore und wurde auch in der New York Times abgedruckt. Zurück in Österreich holte sich das amerikanische State Department bei ihm Informationen und Jahre später erfuhr Portisch, dass sein Bericht die gesamte Chinapolitik der USA beeinflusst hatte.

Sonntag, 19. Februar, 20.15 Uhr
Wh. Mo, 02.00 Uhr

„Dokumentarist der Zeitgeschichte“

Hugo Portisch - Aufregend war es immer, Teil 3

Im dritten und finalen Teil erzählt Hugo Portisch im Gespräch mit Heinz Nußbaumer und Oliver Rathkolb von der Entstehung und Arbeit an den Dokumentationsreihen „Österreich II“ und „Österreich I“. Portisch spricht auch über die neuen Erkenntnisse, die im Zuge der Arbeit an den Dokumentationsreihen ans Tageslicht kamen.

Hugo Portisch - Aufregend war es immer 
Dokumentarist der Zeitgeschichte (3)

ORF/Historisches Archiv ORF/-

Hugo Portisch, Sepp Riff.

Es war im Jahr 1981 als Portisch mit dem damaligen ORF-Generalintendanten Gerd Bacher beschloss, die Geschichte der Republik Österreich für das Fernsehen aufzubereiten. Beide waren begeistert von dem Vorhaben, doch hatten sie zu jenem Zeitpunkt noch keine Vorstellung davon, welche Dimensionen das Projekt annehmen würde. „Österreich II“, die Dokumentationsreihe über die 2. Republik Österreich war geboren. Insgesamt 32 Folgen mit je rund 90 Minuten Fernsehdokumentation entstanden in den Folgejahren.

Und aller Anfang war schwer: „Ich dachte, es würde jede Menge Material in den Archiven vorhanden sein. Aber nein, zu Beginn hatten wir nur eine einzige Rolle Film“, erinnert sich Portisch. Erst Schritt für Schritt erlangten Portisch und sein Team Zugang zu internationalen Archiven, darunter auch mit viel Glück zu den lange Zeit versperrten sowjetischen Filmmaterialien. Erst ein Besuch des Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger beim sowjetischen Staatschef Leonid Breschnew in Moskau öffnete für Portisch die Türen zum Archiv.

ORF-III-Dokumentation, 2017