Im Brennpunkt am Donnerstag

Dicke Luft in Südostasien

In Indonesien verschaffen sich Großunternehmen durch illegale Brandrodung mehr Land - auf Kosten der Einwohner und bisher ohne Folgen für die Konzerne.

Im Brennpunkt: Indonesien: Dicke Luft in Südostasien

Dokumentation, 2015

Donnerstag, 9.2.2017, 21.55 Uhr
Wh.: Fr., 10.2.2017, 2.45 Uhr

2015 gerieten in Indonesien Waldbrände außer Kontrolle - mit verheerenden Folgen: Ein tödlicher Rauch lag über weiten Teilen Südostasiens. Eine halbe Million Menschen musste wegen Atemwegserkrankungen im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt wurden rund 130.000 Feuerstellen durch illegale Brandrodung gezählt - es war vielleicht die schlimmste Umweltkatastrophe des jungen Jahrtausends.

Im Brennpunkt 
Indonesien: Dicke Luft in Südostasien 
Originaltitel: Indonesia: Where There's Smoke

ORF/Al Jazeera

Seit Jahrhunderten haben in Indonesien Bauern Wälder gerodet oder abgebrannt, um Reis und andere Getreidesorten anzubauen. Doch jetzt wird neben anderen Großunternehmen „Asia Pulp“, die größte Holzfirma Indonesiens, beschuldigt, dieselbe „Slash and Burn-Taktik“ der Kleinbauern anzuwenden, um mehr Land zu gewinnen. Die Frage, wer verantwortlich ist, lässt sich genauso schwer beantworten wie die, was gegen das Problem getan werden kann.

Professor Bambang Hero und die Umweltministerin Siti Nurbaya haben bei ihren Untersuchungen herausgefunden, dass die meisten illegalen Feuer von den großen Industrien stammen. 400 Unternehmen wurden unter die Lupe genommen, doch bis dato nur 30 abgestraft.

Indonesia: Where There’s Smoke
(Dokumentation, 2015)


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