Mythos Geschichte am Dienstag

Lebensraum: Burgtheater

„Theater muss auch verführerisch sein“ meint Michael Heltau. Für Peter Simonischek muss es „ein Ort der Turbulenzen“ sein. Die ORF III-Dokumentation portraitiert das Haus am Ring von seiner Entstehung unter Architekt Gottfried Semper bis in die Gegenwart unter der Leitung von Karin Bergmann.

Mythos Geschichte: Lebensraum: Burgtheater

Dokumentation, 2016

Dienstag, 07.11.2016, 21.55 Uhr
Wh. Mi 00.25 und 13.25 Uhr,
Do 00.05 Uhr, Sa 10.35 Uhr,
So 12.20 Uhr, Mo 23.45 Uhr,
Di, 14.11., 13.20 Uhr

Das Wiener Burgtheater ist die bedeutendste Bühne im deutschen Sprachraum. Kaiser Franz Joseph (1830-1916) ließ es 1874 - 1888 aus seinen privaten Mitteln erbauen. Die “Burg”, wie sie von den Wienerinnen und Wienern vertraut genannt wird, blickt dabei auf eine lange und bewegte Geschichte zurück.

An ihrem heutigen Standort an der Wiener Ringstraße, im Auftrag
von Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) von den berühmten Architekten Gottfried Semper (1803-1879) und Karl Freiherr von Hasenauer (1833-1894) errichtet, war das Burgtheater bald über seine ursprüngliche Funktion als Hoftheater der Habsburger hinausgewachsen und wurde Symbol und Festung des aufstrebenden Bürgertums von Wien im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Nach dem Ende der Monarchie büßte das Theater nichts von seiner Strahlkraft ein, erlebte jedoch spätestens mit dem sogenannten Anschluss 1938 unter der Herrschaft der Nationalsozialisten dunkle Zeiten. Die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges ließen lange an einer Wiederauferstehung des Hauses zweifeln und zwangen das Ensemble des Burgtheaters ins Exil im Wiener Ronacher.

Im Oktober 1955, der Österreichische Staatsvertrag war noch nicht lange unterzeichnet, erlebte das Land dann auch die Wiedereröffnung seiner ersten Theaterbühne mit Grillparzers „König Ottokars Glück und Ende“ in der Inszenierung von Adolf Rott - der auch neuer Direktor war.

Vom Brecht Boykott in den 1950er und 1960er Jahren, über die bewegte Direktion von Claus Peymann und der berühmten “Heldenplatz”-Uraufführung von 1988, bis hin zum Finanzskandal unter Direktor Matthias Hartmann 2014 war die Geschichte des Hauses auch in der zweiten Republik eine stets turbulente.

Die ORF III-Dokumentation beleuchtet nicht nur die bewegte Geschichte, indem Zeitzeugen und Theatergrößen wie Elisabeth Orth und Michael Heltau in die Vergangenheit entführen, sondern lässt auch jene zu Wort kommen (Mavie Hörbiger, Peter Simonischek u.a.), die in der Gegenwart dafür sorgen, dass das Burgtheater unter Direktorin Karin Bergmann seinen Status als erste Bühne deutscher Sprache behält.

Lebensraum 
Burgtheater 
Originaltitel: Wiens Beste Häuser

ORF/Kobza Media

Burgtheater

Lebensraum 
Burgtheater 
Originaltitel: Wiens Beste Häuser

ORF/Kobza Media

Burgtheater

Lebensraum 
Burgtheater 
Originaltitel: Wiens Beste Häuser

ORF/Kobza Media

Direktorin Karin Bergmann

Dokumentation, 2016


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