Naturfilm am Donnerstag

Wilde Reise mit Erich Pröll: Das Gold des Himalaya

Tausende Menschen machen sich jedes Jahr im Sommer auf in die Höhen des Himalaya, um in den steilen Hängen das sagenumwobene Heilmittel Yarsagumbu zu finden.

Donnerstag, 18.5.2016, 21.50 Uhr
Wh. Fr 01.55 Uhr, Sa 11.35 Uhr

Inmitten der schneebedeckten Bergriesen des Himalaya, versteckt im Gras der schwer zugänglichen Bergwiesen auf vier- bis fünftausend Metern Höhe, liegt ein Schatz von ganz besonderer Art: Yarsagumbu. Der tibetische Name bezeichnet ein sagenumwobenes Wunderheilmittel der chinesischen Medizin - seit kurzem ist es weltweit heiß begehrt und so wertvoll wie Gold.

Das Gold des Himalaya

ORF/Kwanza/Eric Valli

Yarsagumbu

Es ist ein wahrer „Goldrausch“ - Tausende Menschen pilgern jedes Jahr in den Himalaya und begeben sich auf die gefahrvolle und gewinnversprechende Suche nach Yarsagumbu, dem Heilmittel, das die Tibeter „Winterwurm-Sommergras“ nennen. Das seltsame Gebilde ist das Produkt eines Parasitenbefalls: die im Boden lebende Raupe eines Schmetterlings wird von einem Pilz befallen, der sie im Lauf der Zeit gänzlich verzehrt. Übrig bleibt nur die Hülle des Insekts, aus der der Pilz schließlich seinen Fruchtkörper aus dem Boden treibt.

Wenn im Frühsommer auf den einsamen Berghängen des majestätischen Himalaya-Massivs der Schnee schmilzt, beginnt die Saison für die modernen „Goldsucher“. Tagelange Fußmärsche im unwegsamen Gelände führen die Pilzsucher in gefährliche Höhen, wo sie die Wundermedizin zu finden hoffen. Es ist nicht leicht aufzuspüren, denn die bräunlichen Gebilde ragen nur wenige Zentimeter aus der Erde und unterscheiden sich kaum von den Grashalmen, die nach der Schneeschmelze zum Vorschein kommen.

Das Gold des Himalaya

ORF/Kwanza/Eric Valli

Oft sind es ganze Familien, die sich auf den Weg machen, um nach dem kostbaren Raupenpilz zu suchen. Die Eltern kennen die ertragreichsten Sammelplätze und wissen, wie die wertvollen Funde zu behandeln sind, doch es sind die scharfen Augen der Kinder, die die unscheinbaren Pilze zwischen den Grashalmen am schnellsten entdecken. Vorsichtig werden sie ausgegraben, denn um wertvoll zu sein, dürfen sie nicht abgebrochen oder gequetscht werden. Mit Glück kann eine Familie mit dem Sammeln von Yarsagumbu in zwei Monaten mehr Geld verdienen als sonst in einem ganzen Jahr. Denn auf dem chinesischen Markt steht der Raupenpilz hoch im Kurs. Auf dem chinesischen Markt erzielen die besten Yarsagumbu mittlerweile Preise, die den Goldpreis übersteigen. Denn ihnen wird eine phänomenale Allheil-Wirkung nachgesagt: sie sollen das Immunsystem stärken, den Blutdruck und den Stoffwechsel regulieren, die Libido steigern und das Leben verlängern. In der Vergangenheit war der Verzehr daher dem Chinesischen Kaiser vorbehalten, doch mehr und mehr wohlhabende Chinesen leisten sich jetzt auch dieses Lebenselixier.

Film von Eric Valli
Deutsche Bearbeitung: Jutta Karger

Dokumentation, 2012


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Aldabra - Die Arche Noah der Riesenschildkröten

    Viele Tagesreisen vom afrikanischen Kontinent entfernt liegt inmitten des Indischen Ozeans das größte Korallenatoll der Welt: Aldabra. Durch seine Unwirtlichkeit und abgeschiedene Lage blieb es vom Menschen unberührt - es konnte sich so eine Tier- und Pflanzenwelt entwickeln, die einmalig auf dieser Erde ist.

  • Der Rheinstrom (2/2) Von Koblenz zur Nordsee

    In beeindruckenden Luftaufnahmen folgt der Film dem Weg des sagenumwobenen Flusses von Koblenz bis zur Nordsee.

  • Der Rheinstrom (1/2)

    Von der Quelle bis zur Mündung folgen die Filmemacher „Vater Rhein” aus der Luft und zeichnen ein zeitgemäßes Bild vom Strom und seinen Anwohnern.

  • Petra - Stadt in den Felsen

    Im heutigen Jordanien, an der Grenze dreier Wüsten, der Syrischen Wüste, der Arabischen Wüste und des Negev, liegt die geheimnisvolle Felsenstadt Petra, eine der großartigsten und faszinierendsten Stätten der Antike.