Artist in Residence

Bruno Hoffmann - Bitte entschuldigen Sie die Störung

Der Künstler widmet sich der Bedeutung der Leerstellen des Systems Fernsehen, indem er die Unterbrechung im Programmfluss und die daraus resultierende Pause, den Umgang der Fernsehmacher mit Störungen, und die Defekte und ihre Rückschlüsse auf die Machart von Systemen reflektiert.

Sonntag, 3.9.2017, 13.10 Uhr
Wh.Di 04.10 Uhr

Erwartungsvoll auf einen schwarzen Bildschirm zu starren, kann unangenehm werden. Haben wir Angst vor der Stille, weil wir dann uns selbst hören?
Und senden Fernsehsender, im Falle einer auftretenden Störung, meist deshalb ein anderes Signal aus, um das Publikum vor der Reflektion auf sich selbst zu bewahren? Das Signal, das die Pause füllt, die nach der Störung auftritt, weist durchaus kreatives Potential auf: Folien mit Entschuldigung und Musik hinterlegt, bei längeren Störungen wird ein Ersatzprogramm gesendet, sogenannte Lückenfüller. Anfangs waren diese meist kurze Filme frei von jeder Erzählung und an jeder beliebigen Stelle unterbrechbar, was eine Rückkehr zum ursprünglichen Programm erlaubte. Bald wurden aber auch kurze Dokumentarfilme gedreht, die mehr Unterhaltungswert und Information boten.

Bruno Hoffmann - Bitte entschuldigen Sie die Störung

ORF/ORFIII

Defekte lassen Rückschlüsse auf die Machart von Systemen zu. Wenn etwas kaputt geht, offenbart sich, was im heilen Zustand verborgen blieb.

Der Künstler Bruno Hoffmann reflektiert über die Unterbrechung im Programmfluss und die daraus resultierende Pause. Wie ging und geht das Fernsehen damit um? Und gibt es heute, im digitalen Zeitalter, überhaupt noch ungewollte Störungen im Fernsehen?

Bruno Hoffmann - Bitte entschuldigen Sie die Störung

ORF/ORFIII

Der Künstler:

Bruno Hoffmann studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Franz Graf und Daniel Richter. In seinen Arbeiten beschreitet er den Grat zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Fasziniert von der Ästhetik des Ungeordneten in urbanen, chaotischen oder katastrophalen Situationen lässt Bruno Hoffmann dem Pinselstrich freien Lauf und schafft dennoch Realistisches.

Bruno Hoffmann - Bitte entschuldigen Sie die Störung

ORF/ORFIII

Weitere Informationen: brunohoffmann.eu


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • „ME-Log“ Eni Brandner

    ME-Log ist eine Reflexion über künstliche und mediale Identitäten, die wir von uns selbst kreieren, und wie diese überzeichneten Bilder unser Bewusstsein manipulieren, und die Wahrnehmung von uns selbst und anderen beeinflussen.

  • die_anderen_bilder

    Eine Festplatte, übriggebliebene Daten aus einem zehn Jahre vergangenen Projekt - 2008 entstand der erste Kurzspielfilm der Filmemacherin und Autorin Iris Blauensteiner.

  • All the Time we Need

    ORF III startet die neue Staffel „Pixel, Bytes & Film - Artist in Residence“ mit dem Kölner Künstler Philipp Hamann und seinem Projekt, in dem er vier audiovisuelle Briefe Menschen und Orten widmet, die ihn berühren.

  • Free Lunch Society Talk Show

    Das bedingungslose Grundeinkommen - die Argumente dafür und Stereotypen dagegen - ist Thema von Christian Tods Filmkunstwerk.