zeit.geschichte am Samstag

Der blutige Februar 1934

Die Dokumentation von Andreas Novak gibt einen umfangreichen Einblick in die Geschehnisse im Februar 1934. Der Bürgerkrieg führte zu einer irreparablen Spaltung der österreichischen Gesellschaft.

Samstag, 3.3.2018, 21.50 Uhr
Wh. So 04.10 Uhr

Heimwehrführer Ernst Rüdiger Starhemberg (1899-1956), Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (1892-1934) und Sicherheitsminister Emil Fey (1886-1938) sind die politisch Hauptverantwortlichen für die Ausschaltung von Demokratie, Parlamentarismus und Sozialdemokratie in der 1. Republik. Der Kampf gegen die sozialdemokratische Opposition gipfelt im Parteienverbot nach dem Bürgerkrieg vom Februar 1934 und führt zur tiefen Fragmentierung und irreparablen Spaltung der österreichischen Gesellschaft.

Am 12. Februar 1934 verschanzen sich 40 Sozialdemokraten in einem Linzer Parteiheim - der autoritären Politik der Regierung Dollfuß will man mit bewaffnetem Widerstand begegnen. Der Kanzler hatte das Parlament ausgeschaltet, Löhne und Gehälter gekürzt, Sozialrechte beschnitten und das Streikrecht ausgesetzt. Als die Polizei eintrifft, um die Anführer zu verhaften, beginnt der Kampf. Er sollte das Startsignal für einen landesweiten bewaffneten Aufstand sein. Doch der beschränkt sich auf Oberösterreich, Wien und die steirischen Industriegebiete. 300 Tote und mehr als 2.000 Verletzte fordern die Kämpfe. In nur vier Tagen schlagen Polizei und Bundesheer den Aufstand nieder. Neun Beteiligte werden zum Tod verurteilt, die Partei verboten und alle Sozialdemokraten aus öffentlichen Ämtern entfernt.

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934, Straßensperren Innenstadt

Der blutige Februar 1934 - Bürgerkrieg in Österreich

ORF/Historisches Archiv ORF/National Archives

1934, gefangene Schutzbündler

Andreas Novak zeichnet die politische Zangenbewegung gegen die Sozialdemokratie nach, die sich mit der Ausschaltung von Parlamentarismus und demokratischen Staatsstrukturen synchronisiert und den Weg in die Diktatur des autoritären, christlichen Ständestaates ebnete. Die auf mehreren politischen Ebenen vorangetriebene Strategie reicht in die Anfänge der 1920er Jahre zurück und wird durch die Wirtschaftskrise aber auch durch die Revolutionsrhetorik des linken Parteiflügels der Sozialdemokraten beschleunigt. In der Dokumentation berichten Zeitzeugen über Ursachen und Folgen der Februarkämpfe, auch die, die damals auf der anderen Seite standen - Bundesheer und Heimwehr -, die den Aufstand blutig niederschlugen, kommen zu Wort.

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

Der Sozialdemokrat Franz Desch hatte sich am 12. Februar 1934 im Hotel Schiff verschanzt.

Der blutige Februar 1934 - Bürgerkrieg in Österreich

ORF/ORFIII

Der 88jährige Linzer Karl Lampl (li.) war 1934 als BH-Soldat bei den Kämpfen um das Hotel Schiff dabei.

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934, Karl Marx Hof.

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934, Karl Marx Hof.

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934, Ottakringer Arbeiterheim

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934, Bundeheergeschütz in Stellung.

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934, Republikdenkmal

Der blutige Februar 1934

ORF/Historisches Archiv ORF/Zvaek

1934 zerschossene Arbeiterwohnung

Film von Andreas Novak

Dokumentation, 2014


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