zeit.geschichte am Samstag

Erich Lessing: Der Photograph im Rückspiegel

Erich Lessing ist ein bedeutender österreichischer Photograph. Er erzählt mit eigenen Worten, beginnend von seiner Jugendzeit in Wien bis zur Eröffnung seiner Galerie mit 88 Jahren im Jahr 2011.

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Samstag, 26. Oktober, 22.45 Uhr
Wh. So 14.05 Uhr

Er erlebte als Fotograf die Veränderungen im Bereich der Fotografie von analoger Schwarz-Weiß Fotografie bis hin zur digitalen Technologie. Lessing war ein sehr frühes Mitglied der Agentur Magnum, welche unter anderem von Henri Cartier Bresson und Robert Capa in Paris gegründet wurde um ihre Bilder selbst verwalten und darüber bestimmen zu können, welche Bildunterschriften verwendet werden konnten. Bis heute ist Erich Lessing mit 90 Jahren aktives Mitglied dieser Kooperative. Gleichzeitig begleitete er auch historische Ereignisse und gesellschaftliche Entwicklungen in einer Nähe, die heute für freie Journalisten beinahe undenkbar scheinen. Er wurde beispielsweise von Adenauer (dt. Bundespräsident) eingeladen um ihn über de Gaulle (frz. Staatschef) zu informieren. Diese Nähe zu Politikern war nur möglich, da er es auch verstand nicht alles abzubilden oder weiterzugeben.

Erich Lessing: Der Photograph im Rückspiegel

ORF/ORF III/Thomas Hackl

Im Bild: Erich Lessing und Traudl Lessing.

Seine Ikone für Österreich ist das Foto der Präsentation des unterzeichneten Staatsvertrages, 1955 vom Balkon des Belvedere. Großes Interesse hatte er immer daran, die Situation der Bevölkerung in Zeiten von Krieg und Revolution zu dokumentieren, um dadurch die Menschheit zu sensibilisieren. Die höchstausgezeichnete Reportage war über die Ungarische Revolution 1956, er erhielt dafür den American Art Directors Award und 1998 vom ungarischen Staatspräsidenten die Imre Nagy Medaille. Nach dem Ungarn-Aufstand 1956 begann er an der Wirkung seiner Dokumentationen auf die Politik zu zweifeln und wandte sich einer anderen Art Fotografie, seinen „Fotografischen Evokationen“ zu.

Lange Zeit war er der Haus- und Hoffotograf des Louvre in Paris. Erich Lessing produzierte bereits mehr als 60 Bücher innerhalb von 50 Jahren. Heute betreibt er eine eigene Galerie, ein Webarchiv mit pictures on demand, sowie Appstore und Facebook-Seite. Er ist nach wie vor aktiver Fotograf und präsentiert auch neue Arbeiten in Ausstellungen rund um die Welt.

Erich Lessing: Der Photograph im Rückspiegel

ORF/ORF III/Thomas Hackl

Im Bild: Erich Lessing.

Dokumentation, 2013


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Baumeister der Republik - Franz Vranitzky

    Franz Vranitzky war 11 Jahre lang österreichischer Bundeskanzler. Er bekannte als erster österreichischer Politiker offiziell in einer Rede vor dem Nationalrat die Mitschuld der Österreicher am Zweiten Weltkrieg und dessen Folgen. In seine Amtszeit fällt u.a. der Beitritt Österreichs zur EU.

  • Hannes Androsch. Ein politisches Portrait

    Anlässlich des 80. Geburtstages (18. April) von Hannes Androsch zeigt ORF III das TV-Portrait von Filmemacherin Helene Maimann, in dem sie die turbulente Laufbahn des Ex-SPÖ-Politikers und Industriellen, der einst mit nur 32 Jahren unter Bruno Kreisky österreichischer Finanzminister wurde, schildert.

  • Baumeister der Republik - Alfred Gusenbauer

    Die knapp zweijährige Kanzlerkarriere von Alfred Gusenbauer ist, abgesehen von der Christian Kerns, die kürzeste Amtszeit eines Kanzlers in der Zweiten Republik.

  • Baumeister der Republik - Werner Faymann

    Werner Faymann war acht Jahre lang - von 2008 bis 2016 - österreichischer Bundeskanzler. Davor war er Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie im Kabinett Gusenbauer.