Film und Doku am Freitag

Schwabenkinder | Die Wege der Schwabenkinder

ORF III zeigt die mehrfach ausgezeichnete Verfilmung der Geschichte des im 19. Jahrhunderts üblichen „Schwabengehens“ - erzählt von ehemaligen Schwabenkindern - mit Tobias Moretti. Danach zeigt die Dokumentation von Markus Barnay „Die Wege der Schwabenkinder“.

Schwabenkinder

Heimatfilm, 2003

Der Weg der Schwabenkinder

Dokumentation, 2012

Trailer

Freitag, 1.12.2017, 20.15 Uhr

Schwabenkinder

Heimatfilm, 2003

Tirol 1908: Kaspar Reiter kehrt nach 20 Jahren Abwesenheit in seine Tiroler Heimat zurück. Als Bub wurde er vom Vater gezwungen, zusammen mit anderen armen Kindern über tiefverschnete Hochgebirgspässe zum Bodensee zu gehen, um sich auf dem KIndermarkt in Ravensburg als Arbeitskraft zu verkaufen.

Unter erbärmlichen Bedingungen wurde Kaspar von seinem Herrn, dem Bauern Steinhauser, ausgebeutet, bis er schließlich fliehen konnte.

Am Sterbebett erzählt er dem Vater von seinem Schicksal als „Schwabenkind“.

Schwabenkinder

ORF/Epo Film/Bernhard Berger

Thomas Unterkircher (Kaspar), Tobias Moretti (Kooperator)

Schwabenkinder

ORF/Epo Film/Bernhard Berger

Thomas Unterkircher (Kaspar, mi.), Eva Maria Fleissner (Magdalena, re.)

Drehbuch und Regie: Jo Baier

Darsteller:
Thomas Unterkircher (Kaspar als Kind)
Hary Prinz (Kaspar als Mann)
Vadim Glowna (Kaspars Vater)
Tobias Moretti (Kooperator)
Jürgen Tarrach (Steinhauser)
Vera Lippisch (Steinhauserin)
Naomi Krauss (Josefa)
Andrea Eckert (Gnädige Frau)
Eva Marie Fleissner (Magdalena)
Werner Prinz (Pfarrer)
Christina Amoser (Lieserl)
Martin Abram (Kilian)
Bernd Faerber (Gerhard)
Roeland Wiesnekker (Albrecht)
Maria Hengge (Magd)
Josef Kolznecht (Bauer)
Sarah Jung (Dienstmädchen)
Hans-Maria Darnov (Zechkumpane)

22.05 Uhr

Die Wege der Schwabenkinder

Dokumentation, 2012

Eine besondere Form der Arbeitsmigration waren die Wanderungen der so genannten „Schwabenkinder“. Vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis nach dem Ersten Weltkrieg zogen alljährlich im Frühjahr die Kinder aus den ärmsten Gegenden von Vorarlberg, Tirol und dem schweizerischen Graubünden - meist ohne Begleitung Erwachsener - in das süddeutsche Schwaben, um sich dort bei den Großbauern als billige Arbeitskräfte zu verdingen. Hauptbeschäftigungen waren das Viehhüten und leichtere Feldarbeiten, Mädchen wurden auch zum Kinderhüten und im Haushalt herangezogen.

Wege der Schwabenkinder

ORF/Museum Regiunal Surselva/ Ilanz

Historisches Foto einer Schwarzenberger Familie aus der Ausstellung im Museum Regiunal Surselva in Ilanz/Graubünden.

2012 wurden in internationaler Zusammenarbeit von 27 Gemeinden und Museen aus fünf Ländern historische Routen der Schwabenkinder aus Vorarlberg, Tirol, Südtirol, Liechtenstein und der Schweiz nach Oberschwaben gekennzeichnet und als touristische Wanderwege begehbar gemacht.

Ein grenzüberschreitendes, von der EU gefördertes Forschungsprojekt führt außerdem alle Daten zusammen, die in den verschiedenen Archiven über die „Schwabenkinder“ existieren. In mehreren Ausstellungen wird an dieses Kapitel der Geschichte der Bodenseeregion erinnert. Eines der letzten noch lebenden „Schwabenkinder“ erzählt im Film seine Geschichte.

Wege der Schwabenkinder

ORF/ORF-V

August Dorn, eines der letzten noch lebenden „Schwabenkinder“, arbeitete von 1940 bis 1944 als Knecht und Hirte auf Bauernhöfen in Wiggensbach und Legau im Allgäu.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Der Weihnachtshund

    In der Komödie nach einer Geschichte von Daniel Glattauer versuchen Florian Fitz, Katharina Stemberger, Adele Neuhauser, Fritz von Friedl und Michou Friesz vergebens, dem Weihnachtswahnsinn zu entgehen.

  • Zwei Weihnachtshunde

    Für Max und Katrins Glück braucht es wieder einen Hund - einen zweiten Weihnachtshund. Bassetrüde Kurt bekommt eine Cockerspaniel-Dame an die Seite.

  • Die Heilerin (1)

    ORF III Kultur und Information zeigt Felix Mitterers TV-Drama um die übersinnlichen Fähigkeiten einer Frau in den Tiroler Bergen. In den Hauptrollen Ruth Drexel, Branko Samarovski und Geno Lechner.

  • Die Heilerin (2)

    Das Drehbuch von Felix Mitterer setzte Regisseur Holger Barthel im Jahr 2008 um, es sollte Ruth Drexels letzter Film werden. Im zweiten und letzten Teil tritt zutage, dass Enkelin Laura dieselben heilerischen Fähigkeiten hat wie ihre Großmutter.