Erbe Österreich

Sehnsucht nach dem Küstenland

Regisseur Gernot Stadler unternimmt eine (Zeit)-Reise entlang der heutigen italienischen, slowenischen und kroatischen Küsten, die einst das illustre adelige und bürgerliche Publikum aus allen Teilen der Donaumonarchie angelockt haben.

Erbe Österreich: Sehnsucht nach dem Küstenland

Dokumentation, 2016

Dienstag, 10.4.2018, 21.05 Uhr
Wh. 23.45 Uhr, Mi. 02.15 und
23.30 Uhr, Sa. 14.20 Uhr

Jahrhundertelang gehörte die obere Adria zur Habsburgermonarchie und wurde zum Symbol des einstigen Vielvölkerreiches. An den Küsten um Duino, Triest, Istriens und den Inseln der Kvarner Bucht vor Rijeka haben Deutsche, Italiener und Slawen friedlich zusammengelebt. Zwischen 1335 (Krain) und 1797 (Westküste Istriens) kamen die verschiedenen Grafschaften und Landstriche an das Haus Habsburg und wurden österreichisch. Die bedeutende Hafenstadt Triest stand mehr als 500 Jahre unter österreichischer Herrschaft und war ab 1849 auch Hauptstadt des neu geschaffenen Kronlandes „Küstenland“.

Sehnsucht nach dem Küstenland

ORF/Gernot Stadler

Cormons ehem österreichische Grenzstadt

1918 ging mit dem Zerfall der Habsburgermonarchie auch die rund ein halbes Jahrtausend währende Herrschaft Österreichs an der oberen Adria zu Ende. Geblieben ist ein umfangreiches architektonisches Erbe, prunkvolle Verwaltungsgebäude und Grandhotels, Straßen- und Eisenbahnverbindungen, die Triest oder Görz einst mit Wien und Budapest verbanden und Erinnerungen an eine Zeit, die heute wieder positiv beurteilt wird.

Regisseur Gernot Stadler begibt sich auf Spurensuche in diesem geopolitisch einzigartigen Raum, der auch heute noch gekennzeichnet ist durch die gegenseitige, jahrhundertelange Befruchtung dreier Kulturen und Sprachen. Das einstige österreichische Küstenland, ursprünglich von Görz/Gorizia/Nova Goriza, später von Triest/Trieste/Trst aus verwaltet, ist auch ein Symbol für das versunkene Vielvölkerreich. Nirgends, schreibt der italienische Schriftsteller Hans Kitzmüller, hatten Deutsche, Slawen und Romanen jahrhundertelang so friedlich zusammengelebt. Der Film portraitiert Menschen, die diese gemeinsame Geschichte in sich tragen, wie zum Bespiel Gräfin Carolina Lantieri aus Görz, in deren Stadtpalast einst Maria Theresia, Napoleon, Goethe, Kant oder die letzten französischen Könige zu Gast waren. Erika Auchentaller, die Enkelin des großen Wiener Sezessionisten Josef Maria Auchentaller, führt durch den beliebten Badeort Grado, den ihr Großvater in zahlreichen Gemälden festgehalten hat und der überhaupt erst durch ihn zu einem der mondänsten Seebäder der Monarchie wurde.

Sehnsucht nach dem Küstenland

ORF/Gernot Stadler

Mali Lošinj, Kroatien

Die Dokumentation begleitet die österreichische Autorin Christine Casapicola bei ihren Recherchen über das Küstenland unter anderem zu den einst österreichischen Salinen von Piran oder zur Weinlese nach Cormons, der früheren österreichischen Grenzstadt. Von Cormons aus wurden jedes Frühjahr Kirschen für die Obstmärkte nach Wien geliefert.
Hans Kitzmüller, ein großer Kenner der Geschichte von Görz und des gesamten Küstenlandes und zugleich leidenschaftlicher Segler, zeigt uns das malerische Inselstädtchen Mali Losinj. Einst wurde es Lussin Grande genannt und war belieb bei vielen Mitgliedern des österreichischen Kaiserhauses. Die Bauten aus der Monarchie prägen heute noch das Stadtbild des Kurortes.

Sehnsucht nach dem Küstenland

ORF/Gernot Stadler

Lubenice im Abendlicht

Sehnsucht nach dem Küstenland

ORF/Gernot Stadler

Görz, Italien

Sehnsucht nach dem Küstenland

ORF/Gernot Stadler

Veli Losinj

Film von Gernot Stadler
Dokumentation, 2016


Weitere Sendungen dieser Reihe:

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