Im Brennpunkt

Korruption und Misswirtschaft - Putins leere Kassen | Krim: Unter Russlands schützender Hand

Der Film von Udo Lielischkies zeigt ein Land, das unter Korruption und Beamtenwillkür leidet, danach schaut eine Reportage, wie es den Menschen nach der russischen Annexion auf der Krim geht.

Im Brennpunkt: Korruption und Misswirtschaft - Putins leere Kassen

Dokumentation, 2017

Krim: Unter Russlands schützender Hand

Reportage, 2017

Donnerstag, 15.3.2018, 22.00 Uhr
Wh. Fr 02.50 Uhr, So 08.45 Uhr

Korruption und Misswirtschaft - Putins leere Kassen

Dokumentation, 2017

Das russische Fernsehen zeigt Präsident Wladimir Putin nur als den starken Mann, der alles im Griff hat. Doch seine Versuche, die Wirtschaft vom Kreml aus zentral zu lenken, zeigen eine andere Realität: vor allem in der russischen Provinz versinkt Putins oft beschriebene „Vertikale der Macht“ in einem grenzenlosen Sumpf von Korruption und Misswirtschaft, Banditentum und Beamtenwillkür.

Im Süden bei Krasnodar etwa werden privatisierte Kolchosen in den Ruin getrieben - von Agrarkonzernen, die deren Land wollen. Das Vieh der erbeuteten Betriebe wird geschlachtet, Molkereien, Fleischverarbeitung, Brotfabriken werden geschlossen. Ganze Orte verlieren ihre Kindergärten, Schulen, Feuerwehren, die bisher vom jetzt aufgelösten Landwirtschaftsbetrieb finanziert wurden. Korrupte Eliten beuten Land und Rohstoffe aus, während Investitionen in Industrie und Infrastruktur ausbleiben.

Raubtierkapitalismus regiert, wo einst der Sozialismus war. Reporter Udo Lielischkies zeigt ein Land, dessen Führung der Zentralregierung in Moskau zu entgleiten droht.

Korruption und Misswirtschaft - Putins leere Kassen

WDR/Darya Zhdanova/WDR/Darya Zhdanova

Erste-Hilfe-Fahrzeuge in einer kleinen Stadt im Ural: Nur noch zwei von vier fahren.

Korruption und Misswirtschaft - Putins leere Kassen

WDR/Darya Zhdanova/WDR/Darya Zhdanova

Protest von Bauern in Krasnodar, der mit der Verhaftung vieler endet. Etliche gingen für diesen Protest für zehn Tage hinter Gitter.

22.50 Uhr
Wh. Fr 02.00 Uhr

Krim: Unter Russlands schützender Hand

Reportage, 2017

Frühjahr 2014: Russland annektiert unter scharfer Kritik der internationalen Staatengemeinschaft die Schwarzmeer-Halbinsel Krim. Die EU verhängt daraufhin Wirtschaftssanktionen, die im vergangenen Dezember um 6 Monate verlängert wurden.

Nur Russland und einige Verbündete sehen die Republik Krim, wie sie sie nennen, als Teil der russischen Föderation. Doch wie geht es den Menschen vor Ort? Die Reportage unternimmt auf der Schwarzmeer-Halbinsel einen Lokalaugenschein. Die Bewohner - zumindest jene, die im Zuge der Krimkrise nicht aufs Festland geflüchtet sind und sich vor die Kamera trauen - scheinen sich unter der russischen Vorherrschaft recht wohl zu fühlen.

Russland versorgt die Halbinsel mit den nötigen Gütern, von Wirtschaftskrise und Embargo ist keine Rede. Trügt der Schein? Starke Einschränkungen in der freien Meinungsäußerung sowie der Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit bekommt vor allem die Russland-kritische Bevölkerung, wie etwa das Volk der Krimtataren, zu spüren.

Im Brennpunkt 
Krim: Unter Russlands schützender Hand 
Originaltitel: Crimea: The Russian Tutelary Shadow

ORF/ARTE

Die Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist ein wichtiger Flottenstützpunkt.


Weitere Sendungen dieser Reihe:

  • Fußball-WM 2018: Putin, Russland und die FIFA

    Die Dokumentation von Olga Sviridenko, Robert Kempe und Philipp Sohmer blickt hinter die Kulissen des Prestigeprojekts Wladimir Putins, wo Kostenexplosion, Korruption und Menschenrechtsverletzungen die Agenda bestimmten.

  • Jung, extrem und rechts: Neonazi-Aufmarsch in der Schweiz

    Ein Dorf mit ein paar hundert Einwohnern wurde 2016 zum Mittelpunkt der europäischen Neonazi-Szene. 5.000 Rechtsextreme pilgerten nach Unterwasser, um das größte Neonazi-Konzert der vergangenen 20 Jahre zu besuchen.

  • Das Tschernobyl-Vermächtnis

    1986 explodierte der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl. Rund 50 Menschen starben an den Folgen des Super-GAUs, in Europa sorgte die radioaktive Wolke für Panik. Der Film von Tetyana und Alexander Detig gewährt u.a. mit brisanten Tonbandaufnahmen seltene Einblicke in den innersten Kreis des sowjetischen Krisenmanagements.

  • USA: Die Geister der Vergangenheit

    Vor 50 Jahren wurde der US-amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. ermordet, der Gleichberechtigung und eine Gesellschaft ohne Diskriminierung forderte. Seit dem Wahlsieg von Donald Trump wirken die Vereinigten Staaten gespaltener denn je. Der Film beleuchtet eine dunkle Vergangenheit, die sich nun wiederholen könnte.