Was gegen Migräne wirklich hilft

Migräne ist eine häufige Erkrankung. In Österreich trifft es beinahe jeden zehnten oder besser gesagt jede zehnte. Denn Frauen sind von Migräne weitaus mehr betroffen. Die Auslöser und Verstärker für die heftigen Kopfschmerzen sind vielfältig.

Migräne ist nur eine von ungefähr 150 Kopfschmerzformen. Aber die Anfälle verlaufen sehr heftig. Pulsierender Schmerz, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen sind oft die Begleiter der Migräne. Als häufigste Auslöser gelten Stress, Wirbelsäulenprobleme und Wetterumschwünge. Die meisten Migräne-Schmerz-Patientinnen suchen nicht beim Neurologen Hilfe, sondern behandeln sich zunächst selbst mit unspezifischen Schmerzmedikamenten. So werden oft erst recht Kopfschmerzen ausgelöst. Am häufigsten trifft es Menschen im Alter zwischen 30 und 50 Jahren.

Frau am Schreibtisch mit Migräne

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Im Bundesländervergleich führen in der Migräne-Statistik Salzburg, Tirol und Vorarlberg, gefolgt von Wien. Die meisten Betroffenen geben an, einmal pro Monat einen Migräneanfall zu haben. Aber auch Jugendliche und sogar Kinder können bereits unter Migräne leiden. Mit der Pubertät steigt die Häufigkeit besonders bei Frauen. Ärzte raten dringend, Symptome auf jeden Fall abzuklären.

Migräne kann sich gut verstecken, denn Ausfälle, Lähmungen, Sehstörungen, Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen können auch auf einen Schlaganfall oder Hirnblutung hindeuten. Daher sei zuerst eine Kontrolle, dass es sich um keinen Schlaganfall oder eine Hirnblutung handle, nötig. Dies könne man über ein EEG und Computertomographie abklären. Erste Migräneanfälle tauchen früh auf, bei Jugendlichen bis zum 30. Lebensjahr. Für Migräne gibt heutzutage schon potente Medikamente, dabei ist die Vorbeugung in den Hintergrund getreten. Viele Betroffene spüren bereits vorher, wenn sich ein Anfall anbahnt. Das wäre der ideale Zeitpunkt, um Akutmedikamente wie Aspirin oder Medikamente gegen Gefäßerkrankungen zur symptomatischen Therapie einzunehmen. Bei überraschendem Einsetzen von Migräne, könne man Triptane einnehmen. Erstverordnung der Medikamente müsse durch einen Neurologen erfolgen. Achtung: nicht zu viele Medikamente einnehmen!

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Adolf Kriegisch, Arzt