Informationsüberfluss: Wie viel Information brauchen wir?

Will man etwas wissen, zücken die meisten ihr Handy und googeln einfach nach. Auf so gut wie jede Frage gibt es eine Antwort im Internet, meist sogar mehr als nur eine. Was tatsächlich stimmt, welcher Internet-Journalist oder Blogger die Wahrheit sagt und welche Webseiten vertrauenswürdig sind, bleibt oft offen. Vielen Menschen ist diese Fülle an Informationen auch einfach zu viel. Sie haben genug vom ständigen Informationsüberfluss.

Universitäten und geistliche Institutionen waren die Experten-Zentren der Vergangenheit. Diese Autoritäten bündelten das gesammelte Wissen in Bibliotheken. Hatte man eine Frage, hoffte man irgendwo auf Papier die Antwort zu finden. Diese Zeiten jedoch sind vorbei. Nach dem Buchdruck, den Zeitungen und Zeitschriften, schwappte Ende der 1990er endgültig die Informationsflut über uns herein.

Mann vor Wand voller Bildinformation

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Informationsflut im Internet

Das Internet ist ein Medium mit unbegrenzter Kapazität. Jeder Mensch kann zu jedem Zeitpunkt ungefiltert Informationen ins Netz einspeisen und abrufen. Das führt zu einer undurchdringlichen Flut an Informationen, mit der der Mensch kaum noch umzugehen weiß. Wissen im Internetzeitalter besteht nicht mehr aus einer Reihe von Fakten, sondern aus Sets von Links, Verbindungen und Widersprüchen, die vom Menschen - dem Rezipienten selbst - gefiltert und bewertet werden müssen. Das führt bei einigen Menschen zu körperlichem und psychischem Stress. Denn die ständige Informationsverarbeitung zusätzlich zur alltäglichen Reizüberflutung in den Städten, lässt Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“ aufkommen. Doch gibt es überhaupt zu viel Information oder bietet das Internet lediglich die Möglichkeit das eigene Wissen zu vertiefen? Warum wenden sich Menschen von TV und Zeitung als Informationsmedium ab? Der Experte Werner Haring erklärt, wie man glaubwürdige Internetquellen erkennt und wie man Informationen am besten verpackt. Peter Engel ist bekennender Informations-Muffel und erklärt, wie es dazu kam.

Die Tipps vom Experten

Informationen müsse man filtern, um sicher zu gehen, welche News von Wert sind. Digitale Medien seien schnell und aktuell, Livestreams geben das aktuelle Geschehen wieder, wobei man sich durchaus auch auf klassischem Weg wie Zeitunglesen Informationen einholen kann. Wichtig sei es, Quellen miteinander zu vergleichen und sich daraus seine eigene Meinung zu bilden. Auch Fernsehen und Radio, sowie der mündliche Austausch mit Menschen, die einem nahe stehen, können Sicherheit bieten. Man könne im Alltag ausprobieren das Handy beiseite zu legen und für einen bestimmten Zeitraum keine Anrufe und E-Mails entgegen zu nehmen. So erkenne man, ob man den ständigen Informationsfluss vermisse. Um Fake News zu vermeiden, solle man Neuigkeiten und Informationen nicht nur aus einer Quelle beziehen und die Hintergründe - zum Beispiel anhand der Hash Tags - gezielt erforschen.

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Werner Haring, Experte für Digitale Kommunikation
  • Peter Engel, Bekennender „Informations-Muffel“