Auf Wanderschaft mit Schafen

Ein Hut, ein Stock, ein Hund, wasserfeste Schuhe und ein paar dutzend Schafe. Das benötigt ein junger Mann aus Bad Schönau (Bezirk Wiener Neustadt), um seinen seltenen Beruf auszuüben: Er ist Wanderhirte. Mit seinen Tieren gibt er ein richtig idyllisches Bild ab.

Bis zu sechs Kilometer kann die Herde Engelbert Jeindls an einem Tag zurücklegen. Der Hirtenhund „Medi“ läuft wahrscheinlich drei mal so viel. „Ohne Hund funktioniert es überhaupt nicht. Man merkt auch, dass die Border Collies das im Blut haben. Meine Medi ist total konzentriert auf die Schafe“, erzählt der Wanderhirte. Seine Arbeitskleidung: Ein Hut, ein Stock und natürlich gute Schuhe. Immerhin ist das Arbeitsumfeld des jungen Niederösterreichers ja die Natur.

Wanderhirte in Bad Schönau

ORF

Engelberg Jeindl mit seiner Hündin „Medi“.

Drillinge verstärken die Herde

Die Schafe des Wanderhirten aus der Buckligen Welt sind auch etwas Besonderes: Es handelt sich um Böhmische Waldschafe. Heuer bekam die Herde besonderen Nachwuchs: „Die jüngsten Lämmer, die wir gerade haben, sind Drillinge. Es ist schwierig, dass Drillinge ohne Hilfe vom Hirten, also ohne Zusatzfütterung, durchkommen. Die drei scheinen es aber zu schaffen“, so Jeindl.

Wanderhirte in Bad Schönau

ORF

Über Stock und über Stein.... Bis zu sechs Kilometer legen Jeindl und seine Schafe an einem Tag zurück

Jedes Schaf hat seine eigene Persönlichkeit

Jedes der Schafe hat laut ihrem Hirten eine eigene Persönlichkeit: „Ein Lieblingsschaf gibt es ganz sicher. Wenn ich zum Beispiel ein kleines Lampl hab, dessen Mutter entweder gestorben ist oder das Tier nicht annimmt, dann zieh ich das mit dem Fläschchen auf. Dieses Lamm ist dann ganz zutraulich und ich kenne es beim Namen. Eventuell kommt es sogar her, wenn ich es rufe“, erzählt der leidenschaftliche Hirte.

Wanderhirte in Bad Schönau

ORF

Mit der Herde „spaziert“ der Wanderhirte auch durch den Kurort Bad Schönau.

Schnupperli, das Lieblingsschaf

Doch manchmal gehen ihm die Tiere auch ein wenig auf die Nerven, so der junge Niederösterreicher mit einem Schmunzeln: „Einmal hatte ich eines, das immer sehr laut geplärrt hat, das ist mir dann schon auf die Nerven gegangen. Aber dass ich jetzt eines nicht mag, so etwas gibt es nicht.“

Schnupperli ist eines der zutraulichsten Tiere in der Herde und damit das Lieblingsschaf. Seit drei Jahren zieht Engelbert Jeindl schon mit seiner Herde durch die Gegend und das natürlich bei jedem Wetter: „Das Schönste ist, dass man immer draußen ist, dass es immer etwas Anderes ist. Man geht nicht jeden Tag in der Früh und am Abend in den Stall, wie normale Bauern, sondern es ist so, als würde man alle paar Tage einen schönen Spaziergang durch die Natur machen.“