Rauchende Zigarette in einem Aschenbecher

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Nikotin: Die unterschätzte Sucht

Rauchen ist bekanntlich eine Sucht, von der trotz wiederholten Versuchen viele nicht wegkommen. Welche Gefahren die Nikotinsucht birgt und wie man ihr am besten entgegenwirkt, besprechen Eva Pölzl und Oliver Zeisberger mit einem Experten.

Es prangert auf jeder Zigarettenschachtel - Rauchen kann tödlich sein. Doch viele Raucher schreckt auch das nicht ab, selbst wenn die Zahlen den Nikotintod verdeutlichen. Nach Angaben der Krebsforschung sterben in Österreich jährlich 15.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Wer raucht, atmet rund 5000 chemische Substanzen ein. Einige davon sind nachweislich krebserregend. Sie werden über die Schleimhäute und die Lunge aufgenommen und geschluckt. Rauchen ist praktisch eine schleichende Kohlenmonoxid-Vergiftung. Insgesamt verursacht das aktive, aber auch das passive Rauchen ein Viertel aller Krebstodesfälle. Männliche Raucher haben ein 30 mal höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken, als Nichtraucher. Die Heilungschancen sind schlecht, weil Lungenkrebs oft erst spät erkannt wird und die Schäden irreparabel sind.

Der schwere Weg aus der Sucht

Rauchen darf keinesfalls als schlechte Angewohnheit angesehen werden. Die Nikotinsucht ist mit Heroin- oder Kokainabhängigkeit zu vergleichen. So sind vier von fünf Rauchern süchtig und hochgradig tabakabhängig. Unterschiedliche Zusatzstoffe in einer Zigarette sorgen für den Konsumrausch. Umso schwerer fällt es, dem regelmäßigen Griff zum Glimmstängel zu entsagen. Spontan schaffen es maximal fünf Prozent der Raucher. Sich dieser Nikotinsucht stellen, ist der erste Schritt in ein Leben ohne Zigarette. Als effektivste Methode gilt die Entwöhnung durch eine begleitende Therapie und medikamentöse Behandlung. Ein Versuch ist es der eigenen Gesundheit zuliebe allemal wert.

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Gert Wurzinger, Pulmologe