Ronaldo mit Wachsfigur

APA/AFP/JOANA SOUSA

Männlicher Narzissmus

„Männlicher Narzissmus: Das Drama der Liebe, die um sich selbst kreist“, so heißt das neu erschienene Buch des Psychiaters Raphael M. Bonelli. Darin beschäftigt er sich intensiv mit jener Persönlichkeitsstörung, die Studien zufolge häufiger bei Männern als bei Frauen auftritt. Bei „Guten Morgen Österreich“ begrüßen wir ihn zum Gespräch im Studio.

Körperkult in Reinkultur - ein Phänomen, das besonders auch in den Medien gehypt wird und bei Spitzensportlern immer häufiger sichtbar wird. Ein typisches Beispiel für Narzissmus: Fußballstar Cristiano Ronaldo, der spätestens bei der Fußball-EM bewiesen hat, dass das direkte Mitwirken beim Spiel nicht die Essenz der Darstellungsgewalt sein muss. Der Rummel um seine Person verführe ihn dazu, seine Psyche völlig ungebremst öffentlich zu zelebrieren, so Ronaldo. Die perfekte Inszenierung seines Lebens in Spielfilmlänge finanzierte er selbst mit Millionenbeträgen und nannte den Film bezeichnenderweise „The World at His Feet“. Seine Selbsteinschätzung ist legendär, denn er ist der Meinung: „Wenn mich jemand als den Besten der Welt bezeichnen würde, würde mich das nicht überraschen.“ Keiner weiß, wie lange Ronaldo vor dem Spiegel steht, fest steht: Kaum sind die Kameras auf ihn gerichtet, sorgt er für Aufsehen.

Mit Psychiater und Autor Raphael M. Bonelli sprechen wir in der Sendung über den männlichen Narzissmus. Von ihm erfahren wir, ob soziale Netzwerke den Narzissmus noch weiter fördern und woran man Narzissten erkennen kann.

Der „Guten Morgen Österreich“-Experte

  • Raphael M. Bonelli, Psychiater und Autor