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So werden etwa exklusive Projekte digital entwickelt, bearbeitet und entschieden. Damit alle Beteiligten daran arbeiten können müssen die Daten durch die elektronischen Netzwerke. Ein Beispiel: Der Plan eines exklusiven Bauprojekts soll an die Projektbeteiligten gesendet werden. Geschützt natürlich.
Damit vertrauliche Daten nicht von Fremden abgefangen werden können, werden sie verschlüsselt. Dazu wird - vereinfacht gesagt - eine Matrix darüber gelegt. Das Originalbild wird mit diesem Schlüssel codiert. Nur wer den Schlüssel kennt, kann das Bild wieder sicht- und lesbar machen. Die Sicherheit dieser Verschlüsselung, dieser Kryptografie, ist aber ein Problem.
Thomas Länger, Austrian Research Centers, Security Certification Consultant: “Die normale Kryptografie, die heutzutage verwendet wird, um Schlüssel auszutauschen, die asymmetrische Kryptografie, kann von einem Tag auf den anderen unsicher sein, oder nicht mehr sicher sein. Es ist nicht mal bewiesen, dass es keine Verfahren gibt, mit denen es auf algebraische Art und Weise geknackt werden kann."
Für eine wirklich sichere Verschlüsselung gilt: Der ausgetauschte Schlüssel darf nur ein einziges Mal verwendet werden muss absolut zufällig sein. Wie kann es also gelingen, dass Absender und Empfänger denselben einmaligen, zufällig generierten Schlüssel benutzen, gegen den Datendiebe die sich zwischen Sender und Empfänger setzen keine Chance haben?
Die Quantenkryptografie macht es möglich. Was im Labor von Physikern vor einigen Jahren als reine Grundlagenforschung an Photonen begann, ist zur technischen Anwendung gelangt. 41 europäische Wissenschafter, 11,4 Millionen Euro und vier Jahre Arbeit haben die Grundlagen für ein quantenkryptografisches Netzwerk geschaffen.
John Rarity, University of Bristol, Quantenkryptographie Systeme: “Wir haben nun ein - auch zukünftig - absolut sicheres System zur Verteilung geheimer Schlüssel über ein ganzes digitales Netz. Dieses System kann zukünftig niemals abgehört oder durchbrochen werden - auch nicht durch Fortschritte und die Weiterentwicklung der Computerleistung."
Die Quantenkryptografie beruht auf unverrückbaren Naturgesetzen. Durch die Glasfaserkabel werden einzelne Photonen, das sind Lichtteilchen, geschickt. Stört ein Dritter den Transfer allein durch Beobachtung, verändern sich diese Teilchen und damit auch die Information die sie übermitteln. Der Empfänger bekommt nicht mehr die Information die der Absender losgeschickt hat - der Angriff fliegt somit sofort auf. Ein unschlagbar sicheres System der Quantenmechanik.
Philippe Grangier, CNRS - Centre National de la Recherche Scientifique, Paris: "In der Quantenmechanik ist die grundlegende Idee, dass du nichts beobachten kannst, ohne es zu stören. Und dies ist der Trick, in einem sehr vereinfachten Sinn, der für die Quantenkryptografie genutzt wird."
Da die Quantenmechanik wenig mit den uns vertrauten Eigenschaften der Welt zu tun hat, galt es lange Zeit als unmöglich, ihre Effekte in ein Verschlüsselungssystem zu integrieren und dieses vor allem marktreif zu machen:
Christian Monyk, Austrian Research Centers, Projekt Koordinator SEQOQC: „Es ist deshalb eine Innovation, weil wir zwei der großen Probleme der Quantenkryptografie damit überwunden haben. Einerseits können wir sicher stellen, dass damit nicht nur zwei Partner, die sich bereits vorher kennen und eine gemeinsame Verbindung, sprich Glasfaserverbindung, miteinander haben, miteinander kommunizieren können. Und das Zweite, wir können damit das Distanzproblem überwinden. Quantenkryptografie funktioniert nur über eine limitierte Distanz von einigen zig Kilometern und mit der Netzwerkstruktur können wir beliebig weite Distanzen überbrücken."
Ist mit diesem System nun endgültig das Ende von Spionage und Datendiebstahl erreicht? Sind sensible Gesundheitsdaten oder elektronische Nationalratswahlen der Zukunft über das Internet vor Missbrauch absolut sicher?
In der Geschichte der Verschlüsselung wäre das ein historischer Moment - war doch jede als anfänglich sicher geglaubte Technologie letztendlich doch nicht ganz so sicher:
Josef Pichlmayr, Softwareexperte: „Wenn der Sender unsicher ist oder der Empfänger unsicher ist, dann hilft es mir natürlich nicht, wenn der Weg an sich sicher ist. Das heißt, vereinfacht formuliert, auch wenn die Postkutsche jetzt so stark bewaffnet ist, so toll abgesichert ist, dass sie nicht mehr überfallen werden kann, kann ich immer noch zum Zeitpunkt des Einstiegs oder zum Zeitpunkt des Ausstiegs beraubt werden. Und das Gleiche passiert natürlich in der digitalen Welt, wenn mein PC oder der Empfänger-PC unsicher ist oder von Trojanern oder von einem Hacker kontrolliert wird, dann ist es natürlich auch möglich, an die Daten zu kommen."
Als erste Nutzer dürften Banken und Versicherungen von der neuen Verschlüsselungstechnik profitieren. Bis die Quantenkryptographie aber das gesamte Internet sichern kann sind noch einige, zum Teil gewichtige Probleme zu lösen, sagen die Wissenschafter: So müssten rasch neue Glasfaserdatenleitungen verlegt werden - weltweit. Denn in herkömmlichen Kupferleitungen ist Quantenkryptographie unmöglich. |