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Angelo Laub und Markus Hametner etwa. Die beiden haben sich hier kennengelernt und ein intelligentes Essensbestellservice entwickelt, das vom Markt angenommen wird. Nach Wien soll es in den kommenden Wochen in Hamburg, München und San Francisco online gehen:
Angelo Laub: „Die meisten, die hier sind, sind Studienabbrecher. Das liegt daran, dass sich viele an der Uni unterfordert fühlten. Sie haben gedacht, sie wollen direkt Probleme des echten Lebens angreifen. So war das eigentlich auch bei uns.“
Ein paar Schritte weiter arbeitet ein Mathematikstudent am RepRap - einem 3D-Drucker, der sich selbst drucken soll:
Philip Tiefenbacher: „RepRap steht für Replicating Rapid-Prototyper. Also ein sich selbst replizierender 3D-Drucker. Er hinterlässt eine Plastikspur. Mit dieser Plastikspur macht er Linie für Linie. Dann Schicht für Schicht. Er ist ein bisschen langsam. Aber man bekommt gute Genauigkeit. Man kann Modelle machen, die man sonst nicht machen kann.“
Die Idee dahinter kommt von einem Britischen Mathematiker - der hinter dem RepRap Projekt mehr als nur eine nette Bastelei sieht:
Adrian Bowyer: “Unsere Maschine stellt nicht nur praktische Dinge her, die sie in ihrem Haushalt brauchen können. Sie kann einen Großteil ihrer eigenen Bestandteile bauen. Wir haben auf diese Weise eine Maschine, die sich im Prinzip selbst reproduzieren kann. Sie können somit eine Kopie der Maschine herstellen und diese Kopie einem Freund geben. Nun kann dieser Freund wiederum etwa Türgriffe, Hundenapfe und andere nützliche Haushaltsgegenstände herstellen.“
Gewinn soll die Idee nicht abwerfen: Die Gemeinschaft soll den Roboter entwickeln und ihre Fortschritte im Internet teilen. So haben alle etwas davon und das Ziel sei rascher erreicht.
Das ist auch das Credo der Mitglieder des Metalabs. Wissen teilen und voneinander lernen. Der klassische Bildungskanon an Schulen und Universitäten sei - vorsichtig ausgedrückt - "verbesserbar":
Florian Bittner: „Mir liegt Forschung sehr am Herzen. Ich glaube, dass du privat mehr weiterbringen kannst als an der Uni. Wenn du dich dafür interessierst und Zugang zum Wissen hast. Lernen funktioniert so besser. Wenn du glaubst, du willst es machen. So wirst du effektiver lernen als wenn jemand sagt, du musst diesen Weg von A bis Z gehen.“
Marius hat es aus Norwegen nach Wien verschlagen - im Metalab, wo er seine Freizeit verbringt entwickelt er eine Art Hubschrauber. Ob er auch wirklich fliegt?
Während des Tages verdient Marius seinen Lebensunterhalt als Softwareentwickler. Sein Hubschrauberprojekt bezeichnet er als "handfestes Gegenprogramm" zum "einsamen" Tagesgeschäft als Programmierer:
Marius Kintel: „Während der vergangenen 4 bis 5 Jahre hat sich diese ganze do-it-yourself-Kultur stark entwickelt. Das hat vielleicht damit zu tun, dass die Menschen mit dem Wissen, das sie umgibt, umzugehen gelernt haben. Sie müssen nur ins Internet gehen und die richtigen Dinge suchen. Wenn nun Menschen dieses Wissen aus dem Internet wieder zurück ins reale Leben bringen, entstehen viele Dinge, die es zuvor so nicht gegeben hätte.“
Dresscodes sind am Metalab Nebensache. Hier zählen Köpfchen und Kreativität. Zwischen 12 und 50 Jahre alt sind die Tüftler. Und wer nicht gerade an einer "großen Geschäftsidee" arbeitet, entlädt sein kreatives Potential an Ort und Stelle:
Florian Bittner: „Wir arbeiten nicht nur an privaten Sachen. Sondern auch an Sachen, die hier bleiben. Etwa unser Kühlschrank. Diesen kann man auf einer Webseite erreichen. Auf dem Webinterface kann man einen Text eingeben. Und dann läuft das da hinten. Man sieht hier, was die Leute im Internet an Nachrichten hinterlassen. Alle möglichen Leute schreiben da rein. Es hat uns jemand aus der Antarktis geschrieben.“
Tüfteln, Nachdenken und Entwicklen als Abendprogramm: Diese Atmosphäre lockt mittlerweile 130 Mitglieder in das Wiener Souterrainlokal:
Angelo Laub: „Es gibt diesen Spruch: ‚Wenn man eine Universität baut, sollte man zuerst den Raucherraum bauen, dann die Cafeteria und erst zum Schluss die Hörsäle.‘ Wir sehen uns so ein bisschen als das Raucherkammerl der Universität.“ |