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David Kahlert: "Ich denk schon, dass ich ein humorvoller Typ bin und grundsätzlich lach ich gerne über Situationskomik, das kommt so aus dem Bauch heraus.“
Raphaela Prettner: „Ich lach gern über Witze, oder einfach mit Freundinnen wenn wir‘s lustig haben oder wenn wir Grimassen schneiden, muss ich auch lachen.“
Stefan Streicher: „Ich bin immer sehr fröhlich unterwegs. Mein Lieblingswitz. Ein Kaugummi geht über die Straße, bleibt picken und sagt: mah, des zaht si."
Dieser Mann wird ihnen das Lachen möglicherweise bald verderben.
Burkhard Gustorff ist nämlich Experte in Sachen Schmerzen. Er wird für uns das Eiswasser-Experiment leiten, bei dem wir unsere Kandidaten einem extremen Kältereiz aussetzen.
Burkhard Gustorff, Schmerzexperte, Wilhelminenspital: "Wie macht man so einen Eiswassertest? Wir geben wie in einer guten Bar eine Eiswürfelpackung in einen Behälter. Geben dazu Wasser und das macht eine Temperatur von 4 Grad. Das ist klassisches Eiswasser. Und wir können uns vorstellen, wir Menschen sind nicht dazu gemacht, dass uns kaltes Wasser gefällt. Das tut uns also weh, hier ist eine Warnfunktion da und das wollen wir jetzt testen.“
Zuerst ermitteln wir die Schmerzempfindlichkeit unserer Probanden - denn die ist bei jedem Menschen anders.
David darf sich als Erster mit dem Eiswasser vertraut machen. Und, wie lang wirst du es darin aushalten?
David Kahlert: "Also ich dusche jeden Morgen kalt, ich schätze schon das ich das bis zu einer Minute aushalten werde".
Burkhard Gustorff: "Wir machen jetzt gemeinsam den Eiswassertest. Dazu bitte ich Sie, den Unterarm und die Hand in das Eiswasser hinein zu tauchen. Lassen sie den Arm so lange drinnen bis es sehr stark weh tut und sie diesen Schmerzreiz nicht mehr aushalten wollen. Und dann ziehen sie bitte sofort den Arm raus. Dann starten wir gleich. Jetzt geht‘s los."
Im ersten Moment spürt David nur, dass das Wasser kalt ist.
Doch schon nach wenigen Sekunden geht das Kältegefühl in Schmerz über. Ein Brennen - als würde man seine Hand auf eine heiße Herdplatte legen. Je länger er im eiskalten Wasser aushält, umso höher liegt seine persönliche Schmerztoleranz. Und David, wie war es?
David Kahlert: "Also ich hätt‘s mir jetzt nicht so vorgestellt. Dass es so schmerzhaft wird. Aber es ist schon - ja, es tut weh.“
Als zweites ist Testkandidatin Raphaela dran. Auch sie darf schon mal fühlen, was gleich auf sie zukommt. Die "Vorfreude" ist ihr deutlich ins Gesicht geschrieben - Extrawürste gibt‘s dennoch keine. Auch sie soll versuchen den Schmerz auszuhalten - und zwar so lange wie möglich.
Die meisten Menschen schaffen durchschnittlich 30 bis 90 Sekunden.
Raphaela hat bereits 50 geschafft - doch das weiß sie noch nicht.
Raphaela Prettner: "Also es hat sehr weh getan. Das Gefühl war wie ein Brennen, so etwa und ich glaub ich habe es nicht lange ausgehalten. Ich hab zwar nicht mitgezählt in Gedanken aber ich schätze so 20 Sekunden, bis es richtig weh getan hat."
Fehlt noch Kandidat Nummer 3: Stefan. Wie lang kann er den Kältereiz ertragen? Während sein Gesicht an Farbe gewinnt, weicht selbige aus seiner Hand. Das 4 Grad kalte Wasser sorgt dafür, dass sich seine Blutgefäße sofort verengen. Zurück in der Wärme entspannen sie sich schlagartig. Blut schießt ein. Das erzeugt die rote Hautfarbe und ein unangenehmes Brennen.
Runde 1 wäre damit geschafft - das individuelle Schmerzempfinden unserer Kandidaten ist ermittelt. Und wie empfindlich waren sie?
Burkhard Gustorff: "Ja das Ranking ist, dass Raphaela als erste raus gezogen hat bei 53 Sekunden, gefolgt von David mit 59 Sekunden. Diese beiden waren also unter einer Minute. Und Stefan hat dann mit 147 Sekunden - also mehr als 2 Minuten - den extremen Rahmen gehabt. Aber das ist typisch für so einen Test und auch für uns Menschen. Das Spektrum Schmerzen zu empfinden ist einfach sehr individuell."
Damit sich niemand an das kalte Nass gewöhnt, wechseln wir für den nächsten Versuch die Seite - und sorgen für "neue" Erfrischung. Ändert sich das Schmerzempfinden unserer Kandidaten, wenn wir sie vorher fernsehen lassen? Wir beginnen mit einer Nachrichtensendung: 10 Minuten lang schauen alle dieselbe Reportage. Dann beginnen wir den Schmerztest im Eiswasser. Damit sich unsere Kandidaten nicht gegenseitig hochschaukeln, können sie einander nicht sehen.
Raphaela hat ihre Toleranzschwelle erreicht und zieht nach den Nachrichten sogar früher raus.
Auch Stefan bricht deutlich schneller ab.
Nur David scheint plötzlich jegliches Schmerzgefühl verloren zu haben - er steht jetzt bei 2 Minuten. Zur Erinnerung: 90 Sekunden im Eisbad sind der obere Durchschnitt!
Burkhard Gustorff:v"So, ich denke, wir brechen bei drei Minuten ab. Und das wäre jetzt der Fall."
David: "Also ich kann es nicht erklären, weil die Schmerzen nicht so stark waren und ich hätte das noch länger ausgehalten. Definitiv.“
Burkhard Gustorff: „Schmerz auszuhalten kann man nicht spielen. Das ist glaub ich klar. Vor allem das ist so ein klarer Schmerzreiz. Das ist nicht irgendetwas. Sondern das ist ein klarer Schmerzreiz. Das tut wirklich weh. Das kann jeder ausprobieren.“
Doch was passiert, wenn unsere Kandidaten etwas Lustiges zu sehen bekommen? Das wollen wir anhand von "Wir sind Kaiser" testen.
Noch können unsere drei herzhaft lachen. Das wird ihnen aber gleich vergehen - denn wieder geht es mit der Hand ab ins eiskalte Wasser. Können unsere Kandidaten ihre Hände jetzt länger im Eiswasser halten, nachdem sie gelacht haben?
Raffaela, Stefan, David: "Also der Schmerz ist nicht so schnell aufgetreten, weil ich immer noch an diese Szenen denken musste und ich hab noch immer ein bisschen gelacht innerlich. Also das hat schon ein bisschen geholfen denk ich.
Ich hab herzlich lachen können, aber der Schmerz war trotzdem wieder da.
Das hat vorher viel kälter angefühlt nach der Reportage als jetzt nach den Sketchen."
Doch stimmt ihr Gefühl auch mit den gemessenen Werten überein?
Schmerzexperte Burkhard Gustorff vergleicht die Ergebnisse mit dem vorherigen Versuch. Sein Fazit:
Burkhard Gustorff: "Humor hat zu einer Verlängerung des Eiswassertestes geführt. D. h. der Arm ist länger im Eiswasser geblieben, nachdem eine heitere Sendung gesehen wurde. Das war bei Raphaela etwas ausgeprägter, gut 10 Sekunden länger, bei Stefan war es sehr stark ausgeprägt. Er war doppelt so lange im Eiswassertest. Und bei David war es eigentlich so ähnlich wie bei der Sendung zuvor. David mussten wir abbrechen um ihn auch zu schützen. David hat seine Hand einfach sehr viel länger im Eiswassertest gehalten."
Lachen lindert also Schmerzen - so wie das auch die Untersuchung der Schweizer Forscher belegt. Sie konnten nachweisen, dass herzhaftes Lachen unsere Schmerztoleranz um bis zu 30 Prozent erhöht. Dieser Effekt hält sogar über eine halbe Stunde lang an. Das gilt allerdings nur für das echte Lachen - also bei dem, wo Augen und Mund mit lachen.
Willibald Ruch, Humorforscher, Uni Zürich: "Wir haben auch Leute instruiert, künstlich mehr zu lachen oder auch das Lachen zu unterdrücken und das war beides nicht wichtig. Das künstliche Erhöhen war sogar kontrainduziert. Das hat sogar die Effekte verschlechtert. Und selbst wenn man das Lachen zu unterdrücken versucht, aber man sieht die Freude im Gesicht, war der Effekt trotzdem da."
Warum unser Körper Schmerzen besser ertragen kann, wenn wir vorher gelacht haben, konnten die Wissenschafter bislang noch nicht klären. Eine Vermutung: durch das Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet, die wiederum schmerzhemmend wirken.
Belegt ist das bislang aber noch nicht. |