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LACH - UND SACHGESCHICHTEN

18 verschiedene Arten von Lachen unterscheidet man: man kann höhnisch lachen, überlegen geringschätzig, einfach herzlich, triumphierend oder verschämt.
 
Beim ehrlichen Lachen werden in der Gesichtsregion 17 Muskeln bewegt. Der Jochbeinmuskel hebt die Mundwinkel nach oben, die Nasenlöcher weiten sich, die Augen verengen sich zu Schlitzen - der Atem geht schneller und stoßartig. Die Luft schießt mit bis zu 100 km/h durch die Lungen, die Stimmbänder schwingen. Beim Mann 250mal pro Sekunde - bei der Frau bis zu 500 Mal.

In zwei Minuten Lachen verbrennt man gleichviel Kalorien wie in 20 Minuten Joggen. 80 Muskeln im Oberkörper verrichten Höchstarbeit. Unsere Beine aber werden schwach, wir kippen nach vorne - die Blasenmuskulatur erschlafft und man könnte sich durchaus "vor Lachen in die Hose machen"...

Lachen wirkt wie eine Zaubermixtur: Es fördert die Durchblutung, kurbelt das Herz- Kreislaufsystem an, reduziert Stress und Sorgen. Das Belohnungszentrum im Gehirn reagiert: es feuert Endorphine, Glückshormone und entzündungshemmende Stoffe. Schlecht für Infekte: auch die Abwehrzellen vermehren sich sprunghaft.

Der berüchtigte Lachkrampf. Medizinisch nüchtern eine übersteigerte emotionale Reaktion, die nicht zu kontrollieren ist. Und ein Teufelskreis: je mehr man versucht ihn zu bändigen, umso schlimmer wird er. Theoretisch kann er bis zur Bewusstlosigkeit führen. Meist endet er aber in tiefer Entspannung und Erschöpfung. Zu Tode gelacht hat sich noch niemand.

Findet ein Witz seinen Weg ins Ohr eines Menschen, wird er zunächst ans Großhirn weitergeleitet und dort identifiziert und eingeordnet. Ist er lustig, wird das limbische System, das Gefühlszentrum, angeregt und erteilt den Befehl: Aktivierung der Lachmuskeln!

Das limbische System ist ein Gehirnteil, der weit älter ist als das Sprachsystem. Manche Forscher behaupten deshalb: Der Mensch hat schon gelacht, bevor er sprechen konnte.

Deutsche Wissenschafter haben bewiesen, dass auch Menschenaffen lachen. Sie haben einen evolutionären Stammbaum des Lachens entdeckt. Je näher die Primaten mit uns verwandt sind, desto ähnlicher klingt das Lachen.

Vor 9 - 12 Millionen Jahren entstanden die Orang Utans. Vor 7 - 8 Millionen Jahren die Gorillas, vor 6 Millionen Jahren Schimpansen und Bonobos, ihr Lachen ist unserem am ähnlichsten.

Kinder lachen mit bis zu 400mal am Tag 50mal öfter als Erwachsene. Laut Hirnforschung liegt das daran, dass dem Lachen ein Kontrollverlust im Gehirn vorausgeht, den man ab einem gewissen Alter selten zulässt. Doch woher haben die Kinder eigentlich ihren Humor? Geerbt?

Willibald Ruch, Humorforscher, Uni Zürich: „Wie fröhlich wir sind, wie viel wir lachen, wenn wir das unter Humor verstehen wollen, dafür gibt es eine genetische Basis. Wir haben auch eine Studie zu Sinn für Humor. Wir sehen, dass es da eine gewisse genetische Basis gibt. Aber ob wir einfachen oder komplexen Humor mögen, dafür ist eindeutig nur die Umwelt verantwortlich.“

Auf jeden Fall, sagen die Forscher, ist Humor trainierbar. Und wir können uns die Kinder als Vorbild nehmen.
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