Das digitale Antennenfernsehen DVB-T

Von „analog“ zu „digital“ - auch das Antennenfernsehen wechselt die Sprache, die Form der Kommunikation. Dolmetscher zwischen neuem TV-Signal und bisherigem Fernsehgerät ist eine entsprechende Empfängerbox - mit überraschenden Möglichkeiten.

Wer sich etwa beim Fernsehen über „Starmania“ auf dem Laufenden halten möchte, kann das schon bald per Fernbedienung tun.

Unter dem Titel „ORF OK“ bietet der neue „Multitext“ Infos, Fotos und Videos. Über einen zusätzlichen „Rückkanal“ kann man interaktiv werden.

Carolina Inama: „Wie geht das jetzt eigentlich: Wenn die Show läuft, kann ich über den Fernseher mitvoten und sagen: ‚Ich vote für Kandidat Nummer eins’ – geht das?“

Markus Grieshofer, Redaktion ORF OK: „Grundsätzlich funktioniert es – wichtig dafür ist, dass man sich eine Rückkanal-fähige Set-Top-Box kauft. Und wenn der Markt entsprechend groß ist, dann wird das von unserer Seite angeboten. Das betrifft jetzt möglicherweise nicht nur ‚Starmania’, sondern in weiterer Zukunft auch zum Beispiel Quizsendungen, wo man in Realzeit zu den gestellten Fragen für sich zu Hause alleine am Fernseher mitspielen kann und auch in Realzeit die entsprechenden Antworten bekommt. Und mit einem einfachen Druck auf die OK-Taste gelangst Du in unser Einstiegsportal.“

Carolina: „Okay, das schaut jetzt aus wie ein Teletext, nur dass da oben das Bild noch läuft.“

Markus Grieshofer: „Genau, das ist die Besonderheit bei unseren Programmen, beim mhp-Multitext – das Fernsehprogramm läuft immer verkleinert weiter.“

Carolina: „Da sehe ich jetzt zum Beispiel die Topmeldungen vom Tag: ‚Politiker im Sex-Skandal’ – vielleicht klicken wir das einmal an, oder?“

Markus Grieshofer: „Das sollten wir uns anschauen, ja...“

DVB-T bietet noch mehr - laut EU soll das digitale Antennenfernsehen bis 2012 europaweit Standard sein.

Seit die ersten Fernsehbilder vor knapp 80 Jahren laufen lernten, hat sich die Technik der TV-Übertragung nicht wesentlich verändert: Bild und Ton wurden stets mittels Funkwellen ausgesendet und empfangen.

Umbau in luftiger Höhe: Hier wird der Sendemast im Wiener Arsenal auf den neuen Standard umgerüstet. Die Umstellung erfolgt gleitend – die bisherigen TV-Signale werden noch etwa ein halbes Jahr parallel gesendet.

Ein analoger TV-Kanal ermöglicht mehrere Digitalkanäle, denn Digitaltechnik reduziert die übertragene Datenmenge um mehr als 90 Prozent.

Von der Umstellung sind in Österreich rund 40 Prozent der Haushalte betroffen: jene, die derzeit via Antenne fernsehen - aber auch die Besitzer analoger Satellitenanlagen, denn diese empfangen den ORF ebenfalls per Antenne. DVB-T ist ein Fenster zur Informationsgesellschaft.

Hans Hrabal, Projektleiter ORF OK: „DVB-T mit Zusatzdiensten hat auch die Aufgabe, diejenigen, die sonst vielleicht übrig bleiben würden, zumindest mit einer gewissen Grundausstattung an Multimedia, an Digitalität, an Interaktivität zu versorgen. Daher auch: ‚DVB-T – die Grundversorgungsplattform des Fernsehens’.“

Um ORF und ATV weiter frei per Antenne empfangen zu können, benötigt man eine Set-Top-Box. Nur Geräte mit dem DVB-T-Zertifikat sind TÜV-geprüft.

Wer zuerst kommt, spart zuerst: Die ersten hunderttausend Multitext-fähigen Boxen werden mit jeweils 40 Euro gefördert. Für Kabelseher und Besitzer digitaler Satellitenschüsseln ändert sich nichts.

DVB-T bedeutet auch Fernsehen zum Mitnehmen – und das in bester Bild- und Tonqualität.

Carolina: „So, und jetzt schauen wir einmal, ob man tatsächlich auf der Parkbank in Digitalqualität fernsehen kann. Handlich ist er ja, der kleine Fernseher: Antenne ausfahren, einschalten – jetzt bin ich mal gespannt...“

„Also ich glaube, ich gehe jetzt nicht mehr ohne Fernseher außer Haus...“

Kontakt:

Markus Grieshofer
Redaktion ORF OK
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Mail: markus.grieshofer@orf.at