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 Diese Kurven zeigen, wie sich das Zerbeißen der Kartoffelchips anhört. Wie die Zähne die Mahlzeit zermalmen. Wie der Kehlkopf beim Schlucken des Essens vibriert. Ziel dieser komplizierten Verkabelung: Oliver Amft will ganz genau wissen, was und wie Marcel isst.
Auf dem speziellen Messtisch wird das Gewicht der Speisen gewogen. Das ermöglicht zusätzlich Rückschlüsse auf die Kalorien.
Oliver Amft, ETH Zürich: „Dort kann man zum Beispiel unterscheiden, ob eine Person einen Salat isst, oder ob sie einen Burger isst, oder ob sie einen Apfel isst, oder die Pommes Chips. Alles Geräusche, die unterschiedlich sind, wenn man die Speisen kaut. Wir können aber auch Bewegungen unterscheiden, also das Muster, wenn eine Person eine bestimmte Geste ausführt, also das heißt zum Beispiel mit Messer und Gabel isst, oder mit dem Löffel oder direkt nur mit der Hand den Apfel oder den Burger isst. Das kann man unterscheiden. Und die Kombination aus diesen verschiedenen Methoden bildet die Grundlage für eine Erkennung verschiedener Speisenformen und auch der Erkennung von Essphasen.“
Der Cyborg unterwegs in die ETH Zürich. Der Praxistest soll zeigen, ob sich die intelligente Kleidung auch im Alltag bewährt. Das Essüberwachungssystem ist Teil eines europaweiten Forschungs-Projekts, das Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen soll. Der tragbare Kontrolleur entlarvt Esssünden, die dem Herz schaden können.
Noch muss der Forscher die Messergebnisse auswerten. In Zukunft soll dies automatisch passieren. Der Esskontrolleur könnte dann seinem Träger gleich individuelle Verhaltenstipps geben.
Oliver Amft: „Unser Ziel ist natürlich die Integration dieser Sensorik in die Textilien. Daran arbeiten wir. Ein wesentliches Mittel ist natürlich die Miniaturisierung von Elektronik. Das heißt es immer wieder kleiner zu machen. Zum anderen aber auch die direkte textile Integration. Also Leitungen, leitendes Gewebe zu benutzen, so dass man die Sensorik in Zukunft gar nicht mehr sehen muss. Und das ist das eigentliche Ziel. Es muss so komfortabel sein, dass ein Benutzer sich gar nicht mehr daran stört, dass er eben solche Sensoren mit sich herumträgt.“
Auch diese textilen Dehnungssensoren sollen noch verkleinert, waschbar gemacht und in einen elastischen Stoff eingearbeitet werden.
Den jetzt noch nötigen Laptop soll ein tragbarer Mini-Computer ersetzen, der zum Beispiel in eine Gürtelschließe eingebaut ist. Die Elektronik gibt dem Benützer Rückmeldung, damit er seine Haltung oder Bewegung korrigieren kann.
Back-Manager heißt dieses Projekt. Das Ziel ist ein einfühlsames Sensor-Hemd, das seinen Träger dabei unterstützt, seinen Rücken rücksichtsvoller zu behandeln. Der Back-Manager soll ein persönlicher Assistent sein, der integriert in die Kleidung ist und den Träger auf Fehlhaltungen aufmerksam macht.
Corinne Mattmann, ETH Zürich: „Das Ziel ist, dass man die Haltung der Person messen kann, dass es möglich ist, zu erkennen, ob eine Person gerade oder gekrümmt dasitzt. Und so könnte man Personen helfen, die zum Beispiel Rückenschmerzen haben. Man könnte aber auch in der Rehabilitation helfen, also eine Person, die nach einem Hirnschlag zum Beispiel eine Bewegung neu erlernen muss, dass das Kleidungsstück helfen könnte, die Bewegung wieder korrekt auszuführen.“
Statt Luftgitarre mal virtuelle Trommeln. Die Musikjacke macht’s möglich. In Zusammenarbeit mit Textil-Designern entwickeln die Züricher Computer-Experten die Unterhaltungsmode der Zukunft.
Computer verschmelzen mit der Kleidung, werden zu hilfreichen Begleitern, die auch Behinderten helfen könnten. Wie diese Mini-Stereo-Kamera.
Patrick de la Hamette, ETH Zürich: „Das Gerät ist mittlerweile so klein, dass man es zum Beispiel vorne in einen Schuh so montieren könnte, dass es sieht, wohin mein nächster Schritt führen würde. Und weil es Objekte auf Grund ihrer Distanz zu der Kamera unterscheiden kann, könnte es mir wirklich sagen, ob ein Objekt jetzt so steht, dass ich beim nächsten Schritt kollidieren würde.“
Gerade rechtzeitig fürs Oktoberfest ist dieser
Multimedia-Trachten-Janker fertig geworden. Der Jackenärmel dient als textiles Steuerungs-Display für den eingebautem MP3-Player.
Das Bluetooth-Mikrophon ermöglicht, auch beim Telefonieren die Hände frei zu haben. Tradition und High-Tech sind kein Widerspruch mehr. |