Mag. Claudia Dungl-Krist: Tipps für müde schwere Beine

Kennen Sie das? Ihre Füße sind geschwollen und brennen vom vielen Laufen.
Da haben wir die richtigen Mittel um Sie wieder zum „Laufen“ zu bringen.

Denken Sie daran manchmal tut abschalten auch gut, um mit mehr Energie und Frische ans Werk zu gehen und die letzten Dinge für die Bescherung mit Freude zu erledigen.
Ein erfrischendes Fußbad ist hier gerade das Richtige. Sind die Füße müde und brennen so können Sie ein „Sauerstoffußbad“ machen. Dabei handelt es sich um ein Pulver oder eine gepresste Tablette, welche sich unter Freisetzung von CO2 lösen und erfrischen, die Kombination mit Kräuterextzrakten tut das ihre dazu.
Beachten Sie, dass das Fußbad nicht zu heiß ist. Dadurch werden Sie nur noch müder und ihre Füße haben keine Chance zum Abschwellen. Eine Temperatur von 36-37° (angenehm warm) ist gerade richtig.
Weitere Zusätze können auch ätherische Öle sein: einfach 1.2 Tropefen mit etwas Rahm mischen und ins Badewasser geben.
Teebaumöl ist ein herrliches Mittel um die Entwicklung von Fußpilz zu hemmen. Immerhin schwitzen wir in unseren Stiefeln etc. nicht unbeträchtlich und in dem warm-feuchten Milieu entwickelt sich so mancher Pilz gern. Juckreiz und Haut die kleinen Fetzchen runterhängt sind da die ersten Anzeichen.
Als Fußbad gegen Fußschweiß eignet sich Salbeiöl. Die völlige Entspannung kann Lavendelöl unterstützen.

Achten Sie darauf keine Kunststoffsocken zu tragen – diese unterstützen nur das Schwitzen. Vergessen Sie nicht nach dem Fußbad die Füße und Zehenzwischenräume gut abzutrocknen, da man ansonsten leicht einen Fußpilz bekommen kann. Dabei juckt die Haut und geht dann in Fetzen ab. Da sich der Fußpilz allerdings bei Feuchtigkeit am wohlsten fühlt, ist die wirksamste Gegenmaßnahme gut abtrocknen und atmungsaktive Fußbekleidung zu tragen – also zum Beispiel Socken mit einem hohen Baumwollanteil, Hausschuhe, welche nicht geschlossen sind und ein Lederfußbett haben.

Bei trockener Haut, Schrunden oder Ragaden an den Fersen ist die richtige Pflege danach wichtig. Hier sitzt an den Fersen trockene, harte Hornhaut, welche häufig wegen mangelnder Elastizität auch einreißt. Diese Risse sind nicht nur Schmerzhaft, sondern auch eine Brutstätte für Keime, weshalb nicht selten Infektionen hinzukommen. Um Ragaden in den Griff zu bekommen, ist eine intensive Pflege der Füße wichtig. Der Fußpfleger entfernt vorsichtig die Hornschwielen, aber sie selbst müssen täglich ihre Füße einschmieren. Besonders erfolgreich haben sich Ringelblumensalbe und Cremen mit Hirschtalg oder Harnstoff gezeigt. Harnstoff speichert Feuchtigkeit in der Haut, weshalb sie geschmeidiger wird.

Ideal zum Erfrischen ist eine Fußcreme mit Latschenkieferöl und Menthol.

Durchblutungsstörungen in den Füßen zeigen sich häufig durch ein extremes Kältegefühl. Oft ist dies auf mangelnde Bewegung zurückzuführen. Dieser Umstand führt auch zu Muskelschwäche und damit zum Durchsinken der Gewölbe. Folge sind Senk- und Spreizfuß.
Eine anschließende Massage mit Kampferöl regt die Durchblutung zusätzlich richtig an und rasch spürt man eine wohlige Wärme.
Die Fußmassage können Sie mit der Fußcreme oder mit Kampferöl durchführen. Dieses erhalten sie in der Apotheke.
Legen Sie eine Hand auf den Fußrücken und die Zehen, die zweite Hand ballen Sie zur Faust und streichen nun 4- 5 x mit den Fingerknöcheln von den Zehen über die Sohle bis zur Ferse, richtig durchrollen - der Druck sollte durchaus fest sein, damit alle Ablagerungen der Sohlenmuskulatur mobilisiert und abtransportiert werden.
Beginnen Sie nun mit der Massage der Zehen mit Daumen und Zeigefinger leicht knetend und ziehend immer von der Zehenbasis zu Zehenspitze, am besten beginnen Sie bei der kleinen Zehe. Bei der Großzehe müssen Sie mehr Mühe aufwenden und exakt vom Großzehenballen oben und unten, innen und außen gut durcharbeiten, dabei sollten Sie achten, daß die Großzehe immer zur Innenseite gezogen wird. Nach der Massage wird jede Zehe an der Spitze gefaßt und kreisend gezogen und gedehnt. Dies mobilisiert nicht nur unsere Zehen sondern wirkt auch dem Entstehen von Hammerzehen entgegen.
Nehmen Sie nun den Fuß in beide Hände und drücken das Quergewölbe fest zusammen, danach legen Sie beide Daumen auf die Fußsohle und massieren mit kreisenden Bewegungen vom Zehenballen bis zur Ferse in mehreren Bahnen vom Innengewölbe bis zum Fußaußenrand intensiv durch.
Zum Abschluss nochmals mit beiden Händen den Fuß durchbewegen und wieder von der Zehenspitze bis zum Knie ausstreichen.

Zum Aufbau der Muskulatur ist auch Bewegung äußerst wichtig. Immerhin haben unsere Füße in den Schuhen nur wenig Platz und wird die Muskulatur daher meist zu sehr vernachlässigt. Um dieses in den Griff zu bekommen, hilft Fußgymnastik zwischendurch: mit den Zehen eine Faust machen, am Fußaußenrand gehen, abwechselnd den Zehen- und Fersenstand durchführen. Das ist jederzeit durchführbar.

Leiden Sie unter sogenannten Frostballen? Dies ist eine Veränderung im Großzehengrundgelenk, die häufig durch zu enges Schuhwerk hervorgerufen wird. Die Große Zehe wandert dabei zur zweiten und das Grundgelenk, liegt stark exponiert am Fußinnenrand. Früher hat man sich durch dünnes Schuhmaterial häufig diese Stelle gefroren, daher der Name. Das größte Problem dieser Frostballen ist meist der Schmerz und die Entzündung in diesem Gelenk. Ausgezeichnet helfen da Weidenrindenbäder. Weidenrinde enthält Salicylsäure, welche bekanntlich entzündungshemmend wirkt. Außerdem löst sie auch Verhornungen, weshalb sie früher Bauern auf Hühneraugen gebunden haben um diese anschließend herauszulösen. Davon ist allerdings abzuraten, ein Hühnerauge gehört vom Fachmann also Fußpfleger entfernt. Das Weidenrindenbad bereitet man ganz einfach zu. 3 El Weidenrinde in 2 Liter Wasser 15 Minuten abkochen, nach weiteren 15 Minuten abseihen und wie oben als Fußbad verwenden.

Müde Beine, schwere Beine
Arterielle Durchblutungsstörungen
Krampfadern
Zur täglichen Anwendung

Allerdings sollte man vorher genau abklären, welche Probleme vorliegen. Man unterscheidet nämlich zwischen arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen. Während die venösen Beschwerden besonders bei Warmwettereinbrüchen massiv auftreten, sind die arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine und des Herzens besonders in der kalten Jahreszeit akut und so kommt es gerade in dieser Zeit häufiger zu Angina Pectoris Anfällen, Herztod und Gangrän der Zehen.

Arterielle Durchblutungsstörungen
Wie Sie bei Beinschmerzen zwischen arteriellen und venösen Durchblutungsstörungen unterscheiden können:

Arterielle Durchblutungsstörungen
Wenn Sie die Beine hochlagern und die Schmerzen schlimmer werden, oder wenn Sie nach einiger Zeit des Gehens ziehende, krampfartige Schmerzen bekommen dann müssen Sie an eine arterielle Durchblutungsstörung denken und den Arzt aufsuchen. Mit einer einfachen Ultraschallmessung läßt sich dann die Diagnose stellen und mit entsprechenden Maßnahmen wie gefäßerweiternden Medikamenten, Diät Kohlensäurebädern, Ozontherapie, Gehtraining kann weiterer Schaden verhindert werden.

Bei arteriellen Durchblutungsstörungen auf keinen Fall Gummistrümpfe oder andere beengende Kleidungsstücke z.B. Socken und Kniestrümpfe mit Gummibündchen, Miederhosen oder zu eng geschnürte Schuhe tragen!

Wenn bei Hochlagern der Beine die Schmerzen und Stauungen besser werden, dann handelt es sich mit größter Wahrscheinlichlkeit um eine venöse Durchblutungsstörung - auch in diesem Fall sollte eine Abklärung durch den Arzt erfolgen.

Achten Sie darauf am Morgen:
Nie mit einem Sprung aus dem Bett springen, sonst saust die Blutsäule in die Venen und dehnt diese auf – besser sich zum Aufstehen Zeit nehmen, erst mit den erhobenen Beinen einige Male Radfahren, die Beine mehrmals ausstreichen, und einige Greifübungen mit den Zehen machen.

Morgengymnastik ca. 5 Minuten nach dem Aufstehen am offenen Fenster

Bürstenmassage unter oder nach der Dusche (Bürstenstriche immer in Richtung Herz)

Wechselduschen (abwechselnd kalt und warm), dabei mit "kalt" abschließen

Wechselbäder mit Zusätzen von Rosmarin-Kampfer, Heublumen oder Lavendelöl

Wassertreten nach Kneipp in der Wanne mit wadenhohem kalten Wasser; ca. 10 Minuten

Krampfadern
Bei Krampfadern bewährt sich am Morgen ein Beinwickel mit Roßkastanienextrakt aus der Apotheke oder eine Mischung die auch zur Straffung des Bindegewebes, gegen Besenreiser und labile Venen wirkt.

Besteht zu je 1/3 Roßkastanien-, Zinnkraut- und Schafgarbenextrakt in Verdünnung 1 : 10.
Die Wickel werden kalt angelegt und 45 Minuten belassen, zum Schluss mit sanften Strichen das Bein vom Knöchel bis zur Leiste ausstreichen. Noch besser wenn man zur Verstärkung einen Venenbalsam sanft einmassiert. Immer bedenken bei Krampfadern dürfen wegen der Thrombosegefahr keine kräftigen Massagen oder Vibrationen durchgeführt werden.
Bei langem Stehen, langen Autofahrten oder Flugreisen sind Stütz- oder Gummistrümpfe absolut anzuraten – die richtige Größe passt der Bandagist an. Wem sie zu heiß sind, kann sie mit Mentholspiritus besprühen – der Alkohol verdunstet und das Menthol kühlt nachhaltig. Abends nicht vergessen die Haut gut einschmieren, da der Alkohol austrocknet.

Achten Sie auch auf Vollwertige Ernährung. Eine ausgewogene, ballaststoffreiche jedoch salz- und fettarme Ernährung. Reichlich Flüssigkeit am besten Mineralwasser, Gemüse und Fruchtsäfte, in jedem Fall auf regelmäßige Verdauung achten – Verstopfung bewirkt immer erhöhten Stau in den Beinen. Entwässernde Wirkung haben zum Beispiel Petrsil, Liebstöckl und auch die erfrischende Wassermelone.
Auf die Gefäße selbst wirkt sich Buchweizen dank seines enthaltenen Rutins sehr positiv aus. Da dies ein wärmendes Getreide ist (bei Krampfadern in der TCM absolut indiziert, da sie durch die fahlblaue Farbe auf Kälte hinweisen) sollte man es im Sommer unbedingt mit ausreichenden kühlenden Zutaten wie zum Beispiel Tomaten oder Paprika und Zucchini kombinieren.

Zusätzliche Risiken wie Rauchen und übermäßigen Alkoholgenuss sollten Sie vermeiden.

Zur täglichen Anwendung
Kleine Dinge wie richtiges Sitzen sind absolut wichtig:
Die Beine nicht übereinander schlagen, sondern nebeneinander flach auf den Boden, oder zur Entlastung der Kniekehlen und Vermeidung von Stauungen auf eine Fußstütze stellen.

Gymnastische Fußübungen nach längerem Sitzen (Füße kreisen lassen, "Nähmaschinen-Treten") sind geeignete Lockerungsübungen.
Zur Verbesserung der Durchblutung mit den Zehen fest gegen die Schuhsohle krallen 10 Sekunden die Spannung halten und danach locker mit den Zehen „Klavier spielen“ – wenn die Schuhe eng sind zwischendurch immer wieder heraus schlüpfen.
Sehr wirkungsvoll gegen schwere und gestaute Beine ist :
Zeitweise die Beine gerade ausstrecken, Knöchel und Knie fest aneinander pressen und gleichzeitig das Gesäß anspannen, 10 Sekunden halten und danach entspannt locker lassen.

Bequeme Schuhe mit einem nicht zu hohen Absatz verbessern den Fußkomfort wesentlich. Noch besser wäre es zwischendurch die Schuhe zu wechseln.

„Bewegen bringt Segen“
Statt Aufzug und Rolltreppe sollten Sie häufiger die Treppe benutzen, damit unterstützen Sie hervorragend die Arbeit der Muskel-Venen-Pumpe. Viel Bewegung durch Gehen, Wandern, Schwimmen und Radfahren ist das Beste für Ihre Beine.

Am Abend:
Wenn die Beine müde, schwer oder gestaut sind hilft:
Wasser treten, Kneippscher Beinguß, Beine hochlagern und mit einem Beinfluid ausstreichen oder noch wirksamer besonders bei Krampfadern mit einem Venenbalsam die Beine sanft einmassieren und anschließend einen Beinwickel für 45 Minuten (z.B. beim abendlichen Fernsehen).

(erstellt von Sabine Schlass)