Eine Star-Parade der Kunst

Die Heidi Horten-Collection im Wiener Leopoldmuseum
Phänomenal, fantastisch, fabelhaft noch viel mehr! "Wow" - ein programmatischer Ausstellungstitel, denn bei diesem "Who-is-Who" der Kunstgeschichte aus rund 100 Jahren bleibt einem der Mund offen, geht einem der Hut hoch und verfallen Museumsdirektoren gänzlich in Schnappatmung.

GUSTAV KLIMT, Kirche in Unterach am Attersee, 1916 (c)  Courtesy Heidi Horten Collection

Hochkarätiges hat Heidi Goëss-Horten seit Jahrzehnten für ihre Privatsammlung zusammengetragen: Werke aus dem Fin de Siècle wie Gustav Klimts "Kirche in Unterach" oder Egon Schieles "Rote Wally", Gemälde der französischen Impressionisten Degas & Renoir, Bilder der Superstars des deutschen Expressionismus, Klassiker der Moderne bis hin zur zeitgenössischen Kunst.

Mit der Ausstellung gewährt die, laut aktuellem "Forbes-Magazin", reichste Österreicherin Heidi Goëss-Horten zum ersten Mal der Öffentlichkeit Einblick in ihre Sammlung.

(c) ORF

Vor mehr als 50 Jahren hat die Tochter eines Wiener Graveurs in Velden am Wörthersee den deutschen Unternehmer, Kaufhaus-König Helmut Horten kennen gelernt. Schon während ihrer Ehe hat die beiden ihre Liebe zur Kunst verbunden, nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1987 gab die Kunst der Kaufhauserbin Trost. Bei der Erweiterung ihrer Sammlung wurde sie ab den 1990er Jahren von Agnes Husslein, der damaligen Sotheby's Chefin in Österreich, beraten.

Marc Chagall, Les Amoureux, 1916 (c) Courtesy Heidi Horten Collection/Bildrecht, Wien, 2017

Bei einer spektakulären Auktion im Jahr 1996 in London ersteigerte Heidi Horten Säulenheilige der Kunst, wie Pablo Picasso oder Lucian Freud. Rund 30 Gemälde hat die Kunstsammlerin dabei ganz anonym erstanden. Vom Drogenbaron bis zum Mafiaboss - mit allerlei Spekulationen über die Identität des Käufers überschlugen sich die Zeitungen damals. Kunst-Shopping samt Name-Droping nennen es die einen, doch für Heidi Goëss-Horten ist es einfach bloß ihre Liebe zur Kunst, die sie durch ihr reiches Erbe verwirklichen kann.

FRANCIS BACON, Study for Portrait of Henrietta Moraes, 1964 (c) Courtesy Heidi Horten Collection The Estate of Francis Bacon /Bildrecht, Wien, 2017

Immer hat sie im Verborgenen agiert, auch, wenn sie Bilder ihrer Sammlung an Museen verliehen hat. Jetzt will die bald 77-jährige Wienerin ihr Glück teilen. Ein Kunst-Coup ist Hans Peter Wipplintger, dem Direktor des Leopold Museums damit gelungen. Agnes Husslein kuratiert die Ausstellung.

Dem kulturMontag hat die medienscheue Milliardärin eines ihrer raren Interviews gewährt und das Kamerateam in ihrer Villa am Wörthersee empfangen.


TV-Beitrag: Claudia Teissig

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