Wie war Wien wirklich

Zwischen Goldfassaden und Elendsquartier: Wien um 1900
Gustav Klimt, Egon Schiele und Otto Wagner: sie alle sind 1918 gestorben – sie alle wirkten in "Wien um 1900".

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Diese Bezeichnug für eine Epoche in der österreichischen Kunst ist längst zur touristischen Marke geworden. Und das mit gutem Grund. Mit der Gründung der Wiener Secession im Jahr 1897 begann eine beispiellose Erneuerung in der bildenden Kunst, dem Design und der Architektur.

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Möglich machte das auch ein zu Reichtum gelangtes jüdisches Großbürgertum, das seine Palais mit Kunst und den exklusiven Produkten der Wiener Werkstätte ausstattete. Wien um 1900 war aber auch ein Schmelztiegel der Kulturen.

Mehr als 2 Millionen Menschen aus allen Ländern der Monarchie lebten in der Metropole. Die heute sogenannte Mittelschicht vergnügte sich im Wiener Prater oder im damals aufkommenden Kino.

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Armut, Wohnungsnot und schlechte Arbeitsbedingungen bestimmten hingegen das Leben vieler Menschen am Rande der Gesellschaft. Victor Adler, der Begründer der Sozialdemokratie, deckte die prekären Lebensbedingungen der Ziegelarbeiter auf. Der Journalist Emil Kläger und der Amateurphotograph Hermann Drawe dokumentierten das Leben der Obdachlosen und berichteten aus den Elendsquartieren. Auch das war Wien um 1900.

Der kulturMontag begibt sich auf Zeitreise und blickt dabei auch hinter den Glanz der Ringstraßenzeit.


TV-Beitrag: Harald Wilde

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