22 Jahre alt. Burgenlandkroate aus Oberpullendorf. Michael ist Drummer der krowodischen Band "Elektrikeri", die er – gemeinsam mit drei Freunden – vor sechs Jahren gegründet hat. "Elektrikeri" sind bereits Kult im kroatischsprachigen Raum des Burgenlands, mit ihrer ersten CD wollen sie nun auch den Rest der Welt erobern.
Theresia Deim lebt seit über 85 Jahren im Weinviertel, in Mühlbach am Mannhartsberg. Sie ist eine der letzten Vertreterinnen der "Ui"-Mundart, in der aus der Kuh eine Kui und aus dem Bub ein Bui wird.
Lisl Gamsjäger ist Mitte 60 und Gosingerin mit Leib und Seele. Gemeinsam mit ihrem Mann und einigen anderen traditionsbewussten Gosingern hat sie ein 500 Jahre altes Bauernhaus abgetragen und als Freilichtmuseum Gosau neu aufgebaut. Ihr Dialekt: melodiös-warmes Gosingerisch.
aus
"Kochbuch von 1909" Wenn man einen Kalbskopf im Ganzen kochen will, reibt man ihn mit drei Esslöffel voll Salz ein und steckt dann einen Kochlöffel durch, und zwar oberhalb der Zunge hinein und beim Genick wieder hinaus, damit das Maul offen bleibt und er auch innen durch wird. Man bindet ihn dann in ein reines Tuch, hängt ihn an den Stil eines langen, quer über einen großen Topf gelegten Kochlöffels, sodass er frei im Topfe hängt, gibt soviel Wasser in das Gefäß, dass er ganz bedeckt ist, kocht ihn zwei bis drei Stunden und zieht dann, wenn er noch ganz heiß ist, die Haut der Zunge ab. Häufige Verwendung findet auch das Hirn. Man wäscht es in kaltem Wasser und entfernt dabei die Beinsplitter, legt es hierauf in heißes Wasser und zieht ihm dann die Häutchen und die Adern ab oder streicht es durch ein Sieb.
aus
"Der Stubacher Jogga" Ich bin dann durch die Schirmgasse marschiert und da zieht es mich direkt in ein Kaffeehaus hinein. Die Kellnerin fragt mich gleich:"Was wünschen sie...Kaffee,Tee, Kakao?" "Was", sag ich, "Kakao?! Dich mag ich jedenfalls nicht. Mir bringst Du einen großen Becher Kaffee und ein paar Süßigkeiten dazu." Die Kellnerin ist verschwunden und hat nach kurzer Zeit das Bestellte serviert. Da sehe ich in einiger Entfernung drei feine Stadtherren bei einem grünen Tisch, wie sie immer eine Kugel mit einem Stock hin und her schießen. Ich frag den Wirt ,ob ich da vielleicht auch einmal mitmachen dürfte. "Ja freilich", sagt er, und drückt mir gleich einen sehr langen Stock in die Hand.Ich bin hinüber zu dem grünen Tisch und habe auch, so wie die feinen Herren, die Kugeln umhergeschossen. Auf einmal steche ich ein großes Loch in das grüne Tuch hinein. Da kommt auch schon der Wirt und schreit mich an: "Bauer, das Loch mußt du mir zahlen, das kostet 3,50 Gulden; die Kellnerin schließt sich an und schreit mich an:"Und ich bekomme zwei Gulden für den Kaffee!" Ich dachte mir, in Gottesnamen, in welche Räuberhöhle bin ich denn da geraten. Ich habe schließlich das Loch und den Kaffee bezahlt und habe mir gesagt, Jogga, in ein Kaffeehaus gehst du nicht mehr hinein.
Teil 1 des Monologs des Horneck aus
"König Ottokars Glück und Ende" Er ist ein guter Herr, es ist ein gutes Land, Wohl wert, daß sich ein Fürst sein unterwinde! Wo habt Ihr dessengleichen schon gesehn? Schaut rings umher, wohin der Blick sich wendet, Lacht's wie dem Bräutigam die Braut entgegen! Mit hellem Wiesengrün und Saatengold, Von Lein und Safran gelb und blau gestickt, Von Blumen süß durchwürzt und edlem Kraut, Schweift es in breitgestreckten Tälern hin –
Teil 2 des Monologs des Horneck aus
"König Ottokars Glück und Ende" Ein voller Blumenstrauß soweit es reicht, Vom Silberband der Donau rings umwunden! - Hebt sich's empor zu Hügeln voller Wein, Wo auf und auf die goldne Traube hängt Und schwellend reift in Gottes Sonnenglanze; Der dunkle Wald voll Jagdlust krönt das Ganze. Und Gottes lauer Hauch schwebt drüber hin Und wärmt und reift und macht die Pulse schlagen, Wie nie ein Puls auf kalten Steppen schlägt.
Teil 3 des Monologs des Horneck aus
"König Ottokars Glück und Ende" Drum ist der Österreicher froh und frank, Trägt seinen Fehl, trägt offen seine Freuden, Beneidet nicht, läßt lieber sich beneiden! Und was er tut, ist frohen Muts getan. 's ist möglich, daß in Sachsen und beim Rhein Es Leute gibt, die mehr in Büchern lasen; Allein, was not tut und was Gott gefällt, Der klare Blick, der offne, richt'ge Sinn, Da tritt der Österreicher hin vor jeden, Denkt sich sein Teil und läßt die andern reden!
eine Paraphrase auf den
"Herrn Karl", Teil 1 Bis 34 war i Sozialist. Des war aa ka Beruf, hat ma net davon leben kennan.... Im 34er-Jahr, wissens eh, wia des war. Naa, wissens net. Sie san ja z’jung. Aber se brauchen’s aa net wissen... des sind Dinge, da wollen wir net dran rühren, da erinnert man sich nicht gern daran, niemand in Österreich. Später bin i demonstrieren gangen für die Schwarzen... für die Heimwehr ... net? Hab i 5 Schilling kriagt... Dann bin i ummi ... zu de Nazi ... da hab i aa 5 Schilling kriagt... naja, Österreich war immer unpolitisch.... I man, wir san ja kane politischen Menschen... aber a bissl Geld is z’sammkumman, net.
Eine Paraphrase auf den
"Herrn Karl", Teil 2 Gefreut hab ich mich schon ... an dem Tag, wo wir ihn bekommen haben ... den Staatsvertrag .... Da sind wir zum Belvedere gezogen, sind dagestanden .... unübersehbar .... lauter Österreicher ... wie im Jahr 38 .... eine große Familie ... eine etwas kleinere halt ... weil das Belvedere ist ja kleiner, als der Heldenplatz. Und die Menschen waren auch reifer geworden.... Und dann ist er herausgetreten, der Poldl (Leopold Figl) und hat die zwei anderen Herrschaften an der Hand genommen und mutig bekannt: „Österreich ist frei!“ Und als ich das gehört habe , wusste ich: Auch das hab ich jetzt geschafft.... es ist uns gelungen, der Wiederaufbau!
(Ines Pedoth) |
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Österreich benötigt ein einheitliches, klar erkennbares Sprachbild: Das ist der einzige Weg, um sich vom deutsch-sprachigen Ausland abzugrenzen und die österreichische Identität zu stärken. 








